Manta Ray: das unbemannte Unterwasserfahrzeug ist aus einer Kooperation der Militärforschungsorganisation DARP und dem Rüstungskonzern Northrop Grumman entstanden.

Manta Ray: das unbemannte Unterwasserfahrzeug ist aus einer Kooperation der Militärforschungsorganisation DARP und dem Rüstungskonzern Northrop Grumman entstanden. (Bild: Northrop Grumman)

Entwickelt wurde Manta Ray von der DARPA seit 2020 in Kooperation mit dem Rüstungskonzern Northrop Grumman. Nun wurde die Unterwasser-Drohne erstmals offiziell gezeigt.

"Der von Northrop Grumman gebaute Prototyp des unbemannten Unterwasserfahrzeugs Manta Ray wurde im Februar und März 2024 vor der Küste Südkaliforniens in großem Maßstab im Wasser getestet", teilte die DARPA am 1. Mai mit.

Mit technischen Details halten sich die Projektpartner erwartungsgemäß zurück, aber über diese grundlegenden Eigenschaften soll Manta Ray verfügen:

  • Manta Ray wird Kommando-, Kontroll- und Kommunikationsfähigkeiten (C3) besitzen, um lang andauernde Einsätze mit minimaler menschlicher Überwachung zu ermöglichen.
  • Neuartige Energiemanagementtechniken für den Betrieb von UUVs (Unmanned undersea vehicles) und Techniken zur Energiegewinnung unter Wasser in betriebsrelevanten Tiefen.
  • Hocheffiziente Unterwasser-Antriebssysteme mit geringem Stromverbrauch;
  • Neue energiesparende Mittel zur Unterwasserdetektion und Klassifizierung von Gefahren oder zur Bekämpfung von Detektionsbedrohungen.
  • Neue Ansätze zur Eindämmung von Biofouling, Korrosion und anderen Materialschädigungen bei Langzeitmissionen.

Dem Vernehmen nach soll Manta Ray dank seines modularen Aufbaus einfach zerlegt und in Standard-Überseecontainern transportiert werden können, um schnell an mögliche Einsatzorte gebracht werden zu können. Dort kann die Drohne über längere Zeiträume auf einen Einsatzbefehl warten können. "Der Transport des Systems auf diese Weise direkt zum Einsatzort spart Energie, die das Gerät sonst während des Transports verbrauchen würde", sagte Kyle Woerner, DARPA-Programmleiter für Manta Ray. "Die Drohne ist mit mehreren Nutzlastschächten unterschiedlicher Größe und Art ausgestattet, um eine Vielzahl von Marineeinsätzen zu ermöglichen."

Laut Northrop Grumman besitzt Manta Ray die Fähigkeit gehört, sich auf dem Meeresboden zu verankern und in einen "Winterschlaf"-Zustand zu versetzen. Es gibt Unterwasserantriebssysteme mit geringem Stromverbrauch, neue Sensoren für die Unterwassererkennung und -klassifizierung von Bedrohungen und Gefahren, hocheffiziente Navigations- und Kommando- und Kontrollsysteme sowie hochmoderne Ansätze zum Schutz vor Bewuchs und Materialabbau.

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Laut einem von der DARPA veröffentlichten Video kann die Drohne ihren im Ruhemodus benötigten Strom selbst erzeugen. Dafür wird an der Oberseite der Manta Ray eine Klappe geöffnet und an einem Kabel eine kleine Staudruckturbine ausgefahren. Ist eine ausreichend starke Wasserströmung vorhanden, erzeugt die Turbine daraus elektrischen Strom und sendet ihn über das Kabel an die Drohne:

Manta Ray ist aber nicht das einzige unbemannte Unterwasserfahrzeug, auf das die US-Streitkräfte und ihre Verbündeten in Zukunft setzen:

Die australische Regierung hat Mitte April 2024 den ersten von drei Prototypen des autonomen U-Boots "Ghost Shark" in Empfang genommen. Es ist kleiner als ein herkömmliches U-Boot, weil es keinen druckfesten Rumpf für die Besatzung und keine komplexe schalldämpfende Ausrüstung benötigt, um die Geräusche der U-Boot-Besatzung und ihrer lebenserhaltenden Geräte zu dämpfen. Stattdessen sind die Maschinen und die Elektronik in wasserdichten Modulen untergebracht.
Die australische Regierung hat Mitte April 2024 den ersten von drei Prototypen des autonomen U-Boots "Ghost Shark" in Empfang genommen. Es ist kleiner als ein herkömmliches U-Boot, weil es keinen druckfesten Rumpf für die Besatzung und keine komplexe schalldämpfende Ausrüstung benötigt, um die Geräusche der U-Boot-Besatzung und ihrer lebenserhaltenden Geräte zu dämpfen. Stattdessen sind die Maschinen und die Elektronik in wasserdichten Modulen untergebracht. (Bild: Australian Government)
Die US-Marine hat Ende 2023 den ersten von vier Prototypen eines Extra Large Uncrewed Undersea Vehicle (XLUUV) - Code-Name "Orca" - in Empfang genommen. Mit einer Länge von 26 m und einer Nutzlastkapazität von 8 Tonnen ist Orca das größte jemals gebaute autonome U-Boot der US-Marine.
Die US-Marine hat Ende 2023 den ersten von vier Prototypen eines Extra Large Uncrewed Undersea Vehicle (XLUUV) - Code-Name "Orca" - in Empfang genommen. Mit einer Länge von 26 m und einer Nutzlastkapazität von 8 Tonnen ist Orca das größte jemals gebaute autonome U-Boot der US-Marine. (Bild: Boeing)

Der Autor: Peter Koller

Peter Koller
(Bild: Anna McMaster)

Gelernter Politik-Journalist, heute News-Junkie, Robotik-Afficionado und Nerd-Versteher. Chefredakteur des Automatisierungsmagazins IEE. Peter Koller liebt den Technik-Journalismus, weil es das einzige Themengebiet ist, wo wirklich ständig neue Dinge passieren. Treibstoff: Milchschaum mit Koffein.

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