Enforcers-Projekt ist gestartet

Stärkung von Europas industrieller Cybersecurity im Fokus

Cyberangriffe auf industrielle Systeme nehmen rasant zu – und damit der Druck auf Hersteller und Betreiber. Mit Enforcers startet ein europäisches Großprojekt, das Cybersecurity für industrielle Software erstmals über den gesamten Lebenszyklus hinweg neu denkt.

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Konsortialpartner beim Kick-off-Meeting des Enforcers-Projekts im Februar 2026

Das europäische Forschungs- und Innovationsprojekt Enforcers (Enhanced Cooperation for Cybersecurity) ist offiziell gestartet. Es vereint ein starkes Konsortium aus Industrieherstellern und Anbietern von Cybersecurity-Technologien, das von angewandten Forschungseinrichtungen unterstützt wird. Gemeinsam wollen sie eine der drängendsten Herausforderungen Europas angehen: die Sicherstellung robuster und vertrauenswürdiger Software während des gesamten Lebenszyklus industrieller Automatisierungssysteme.

Das offizielle Kick-off-Meeting fand am 10. und 11. Februar 2026 bei Wibu-Systems in Karlsruhe statt. Bei diesem Treffen kamen die Konsortialpartner erstmals persönlich zusammen, um die nächsten Schritte und den strategischen Fahrplan für die kommenden drei Jahre zu besprechen. Das Treffen markierte den operativen Startpunkt von ENFORCERS und schuf die Voraussetzungen für eine enge, durch EU-Fördermittel kofinanzierte grenzüberschreitende Zusammenarbeit.

Von der Vorfallserkennung bis zur sicheren Wiederherstellung: So werden Cybersecurity-Lücken geschlossen

Enforcers geht über isolierte Schutzmaßnahmen hinaus. Das zentrale Ziel besteht darin, die Lücke zwischen der Erkennung von Cybersecurity-Vorfällen und koordinierten Reaktionen sowie der Zertifizierung und sicherer Softwareverteilung in industriellen Umgebungen zu schließen. Dies ist besonders relevant für die Bereiche Automatisierung und Fertigung, in denen Software häufig über segmentierte, teilweise voneinander getrennte oder heterogene Operational Technology (OT)-Netzwerke aktualisiert werden muss.

Das Projekt basiert auf einer Cybersecurity-Systemplattform, die mehrere vertrauenswürdige Instanzen zu einem sicher verketteten System Circle verbindet. Dazu gehören:

  • Private Security Operation Center (SOC), die Daten zu Vorfällen und Schwachstellen sammeln, verknüpfen und klassifizieren.
  • Secure Elements, die als Vertrauensanker an OT-Endpunkten und Gateways fungieren.
  • Automatisierte Playbooks zur Schwachstellenbehebung, Zertifizierung und für sichere Software-Updates.
  • Grenzüberschreitende Datenaustauschmechanismen, die es SOCs und Stakeholdern ermöglichen, unter Wahrung der Souveränität über ihre Daten zusammenzuarbeiten.

Dieser technische Ansatz unterstützt die Einhaltung von NIS2 und antizipiert die Anforderungen des Cyber Resilience Act. Gleichzeitig kann er an zukünftige gesetzliche und technologische Entwicklungen angepasst werden.

Genaue Rollenverteilung in einem starken europäischen Konsortium

Enforcers bringt Partner mit sich ergänzenden Fachkenntnissen aus ganz Europa zusammen. Als Projektkoordinator steuert Wibu-Systems seine langjährige Expertise in den Bereichen Softwareschutz, Lizenzierung und sichere Update-Mechanismen für industrielle Umgebungen bei und sorgt gleichzeitig für die technische Kohärenz und die partnerübergreifende Integration im gesamten Projekt. Industrieunternehmen wie Balluff (Deutschland und Ungarn), Schneider Electric (Frankreich), TTTECH Computertechnik (Österreich) und Technology Nexus Secured Business Solutions (Schweden) liefern praktische Anforderungen aus den Bereichen Automatisierung, Fertigung und industrielle Vernetzung.

Technologie- und Cybersecurity-Spezialisten wie Infineon Technologies (Deutschland), Langlauf Security Automation (Deutschland), Dynamiki (Griechenland), AITAD (Deutschland) und ResilTech (Italien) ergänzen das Projekt mit ihrem Fachwissen, das von KI und Embedded-Systemen über Secure Elements und Kryptografie bis hin zu SOC-Betrieb und Reaktion auf Vorfälle reicht. Die angewandte Forschung wird von dem Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie (SIT) als Unterauftragnehmer unterstützt, während der VDMA sein industrielles Netzwerk und seine politische Präsenz einbringt.

Das Projekt integriert effektiv drei wesentliche Arbeitsebenen, die von strukturellen Aktivitäten wie Systemanforderungen und Architekturdesign über praktische Implementierungsmaßnahmen wie SOC-Integration, digitale Elemente und sichere Konnektoren bis hin zu qualitätsorientierten Aufgaben mit Schwerpunkt auf Verbreitung, Überwachung der Einhaltung von Standards und Schulungen reichen.

Die ersten Meilensteine umfassen die Definition der rechtlichen und technischen Anforderungen, die Konzeption der Cybersecurity-Systemarchitektur sowie die Einrichtung der ersten SOC- und Plattformkomponenten. In späteren Phasen folgen Demonstratoren und Validierungen.

Industriepartner betrachten Enforcers als strategische Investition in die langfristige Resilienz ihres Unternehmens.  In den nächsten drei Jahren wird das Projekt technische Demonstratoren, bewährte Verfahren, Schulungsmaßnahmen und Impulse für Standardisierungs- und Zertifizierungsdiskussionen bereitstellen. Durch die Verbindung von industrieller Praxiserfahrung mit Fachwissen im Bereich Cybersecurity sollen Ergebnisse erzielt werden, die branchenübergreifend reproduzierbar sind. Diese sollen die digitale Souveränität Europas im Bereich industrielle Software und Automatisierung stärken.

FAQ: Enforcers-Projekt

1. Was ist das Ziel des Enforcers-Projekts?
Das europäische Forschungs- und Innovationsprojekt Enforcers verfolgt das Ziel, die Cybersecurity industrieller Software über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu stärken. Dazu sollen Technologien, Prozesse und Organisationen miteinander verknüpft werden, um Cyberangriffe schneller zu erkennen, koordinierte Reaktionen zu ermöglichen und sichere Softwareupdates in industriellen Automatisierungsumgebungen bereitzustellen.

2. Welche Rolle spielen Security Operation Center (SOC) im Projekt?
Security Operation Center sind ein zentraler Bestandteil des Enforcers-Konzepts. Sie sammeln und analysieren Daten zu Cybersecurity-Vorfällen und Schwachstellen. Durch die Vernetzung mehrerer SOCs können Informationen über Bedrohungen grenzüberschreitend ausgetauscht und Reaktionen zwischen Unternehmen besser koordiniert werden.

3. Welche Unternehmen und Organisationen sind am Enforcers-Konsortium beteiligt?
Das Projekt vereint ein breites europäisches Konsortium aus Industrie, Technologieanbietern und Forschungseinrichtungen. Zu den Partnern zählen unter anderem Wibu-Systems als Projektkoordinator, Balluff, Schneider Electric, TTTech Computertechnik, Infineon Technologies sowie weitere Cybersecurity-Spezialisten. Ergänzt wird das Konsortium durch das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie und den Branchenverband VDMA.

4. Warum ist Enforcers für die europäische Industrie wichtig?
Mit zunehmender Vernetzung industrieller Systeme steigt auch das Risiko von Cyberangriffen auf Produktionsanlagen und Automatisierungstechnik. Enforcers S soll Unternehmen dabei unterstützen, ihre Systeme resilienter zu machen und gleichzeitig zukünftige regulatorische Anforderungen wie NIS2 und den Cyber Resilience Act zu erfüllen. Zudem stärkt das Projekt die europäische Zusammenarbeit und trägt zur digitalen Souveränität im Bereich industrieller Software bei.