Staub, Nässe, Dunkelheit und unerwartete Hindernisse gehören im Reinigungsalltag dazu. Cleanfix begegnet diesen Herausforderungen bei seinem Reinigungsroboter mit 3D-Ultraschallsensorik von Sonair – damit wird die autonome Reinigung sicherer, stabiler und praxistauglicher.
Roger KaiserRogerKaiserRoger KaiserHead of Robotics bei Cleanfix
3 min
Ein autonomer Reinigungsroboter sorgt für Automatisierung und Effizienz im Betriebsalltag.Cleanfix
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Im
Gegensatz zu klassischen Industrieanwendungen mit klar definierten
Arbeitsräumen bewegen sich autonome Reinigungsroboter frei in offenen,
dynamischen Umgebungen. Sporthallen, Schulen, Logistikzentren oder
Produktionsbereiche sind geprägt von Personenverkehr, temporären Hindernissen
und wechselnden Situationen. Menschen bewegen sich durch Gänge und Gabelstapler
passieren Kreuzungen. Gleichzeitig werden Objekte wie Paletten, Taschen oder
Werkzeuge häufig spontan im Arbeitsbereich abgelegt. „Die
Einsatzumgebungen sind hochdynamisch und verändern sich laufend – genau darauf müssen
autonome Reinigungsroboter vorbereitet sein“, erklärt Roger Kaiser, Head of
Robotics bei Cleanfix.
Besonders
herausfordernd sind dabei kleine, flache oder teilverdeckte Hindernisse in
Bodennähe sowie im unmittelbaren Arbeitsumfeld. Dazu zählen Abfälle,
Sportequipment oder Werkzeuge, aber auch Gabelstaplerzinken, Palettenkanten
oder überhängende Lasten in Lagergängen. Klassische 2D-Sensorik erfasst solche
Objekte oft nur unzureichend – Kollisionen, Stopps oder ineffiziente Umwege können
die Folge sein. Da
autonome Reinigung auf den dauerhaften, wiederholten Einsatz auf großen Flächen
ausgelegt ist, wirken sich selbst kurze Unterbrechungen unmittelbar auf
Effizienz und Wirtschaftlichkeit aus.
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ADAR ersetzt 14 lineare Ultraschallsensoren
ADAR – Acoustic Detection and Ranging
3D-Erfassung
aller relevanten Raumdaten
Reichweite bis 4
m bei 180 × 180° Erfassungswinkel
128
vorkonfigurierbare Sicherheitszonen mit Stopp- und Warnüberwachung
Mit
ADAR integriert Cleanfix erstmals eine vom norwegischen Start-up Sonair
entwickelte 3D-Ultraschallsensorik zur räumlichen Hinderniserfassung. In
früheren Generationen kamen bis zu 14 lineare Ultraschallsensoren zum Einsatz,
die jeweils nur begrenzte Bereiche abdeckten. ADAR vereint diese Funktionen in
einem einzigen Sensor und erzeugt eine dreidimensionale Punktwolke der Umgebung
mit einem besonders großen Sichtfeld von bis zu 180 × 180 Grad.
Technisch
basiert ADAR auf einem MEMS-Ultraschall-Array mit elektronischem Beamforming.
Ultraschallimpulse werden in alle Richtungen ausgesendet. Die reflektierten
Signale werden verarbeitet und zu einem dreidimensionalen Umgebungsmodell
zusammengeführt. Dadurch erkennt der neue RA660 Navi XL auch kleine, bodennahe
oder teilweise verdeckte Hindernisse frühzeitig – unabhängig davon, ob sie sich
direkt vor dem Roboter befinden, seitlich in den Fahrweg ragen oder sich in
unmittelbarer Nähe von Menschen befinden.
Die
daraus gewonnenen Wahrnehmungsdaten werden in das Steuerungssystem des Roboters
eingespeist und beeinflussen dort Navigation und Bewegungsverhalten in
Echtzeit. So wird ein ruhiger, vorhersehbarer Betrieb in dynamischen und
gemeinsam genutzten Umgebungen unterstützt. Ein
Vorteil dieser Technologie liegt in den physikalischen Eigenschaften des
Ultraschalls: Er ist weitgehend unempfindlich gegenüber Staub, Nässe,
Dunkelheit sowie transparenten oder stark reflektierenden Oberflächen. Auf
diese Weise ergänzt ADAR die bestehende Navigationsarchitektur um eine
lichtunabhängige Hinderniserkennung.
„Für
uns war ausschlaggebend, dass die Wahrnehmung auch unter schwierigen
Bedingungen stabilbleibt. Nur so lässt sich autonomes Reinigen im Alltag
zuverlässig skalieren“, erläutert Kaiser.
Stabiles
Systemverhalten durch robuste Wahrnehmung
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Ein
zentrales Entwicklungsziel des überarbeiteten Robotermodells war ein möglichst
stabiles, vorhersehbares Systemverhalten im täglichen Betrieb. In der Praxis
zeigen sich dabei die Grenzen alternativer Wahrnehmungskonzepte: Kamera- oder
lidarbasierte Sensorsysteme können in staubigen oder feuchten Umgebungen zu
Fehlinterpretationen führen, etwa wenn Partikel oder Reflexionen fälschlich als
Hindernisse erkannt werden.
Der RA660 Navi XL mit 3D-Ultraschallsensorik reinigt autonom in einem Lagergang und bewegt sich sicher neben einem Mitarbeiter.Cleanfix
Dank
der robusten Umfelderfassung mit ADAR werden die typischen Umwelteinflüsse
deutlich seltener als Hindernisse fehlinterpretiert. In der Praxis zeigt sich
das in weniger ungeplanten Stopps und einem gleichmäßigeren Bewegungsablauf –
insbesondere auf offenen Flächen oder in Bereichen, in denen auch Menschen
arbeiten. „Unsere Kunden bewerten
keinen Algorithmus, sondern Ergebnisse: möglichst wenige Unterbrechungen,
planbare Einsätze und ein System, das über Stunden zuverlässig arbeitet“, fasst
Kaiser zusammen.
Hoher
Datenschutz, hohe Wirtschaftlichkeit
Der
RA660 Navi XL kommt ohne Kameras aus. Somit erfasst und speichert er keine
Bilddaten, sondern nutzt ausschließlich Sensordaten, um zu navigieren und
Hindernisse zu erkennen. Das erleichtert den Einsatz in sensiblen Umgebungen ,
in denen Personen, vertrauliche Prozesse oder schützenswerte Informationen
präsent sind – etwa in Schulen, Sporthallen, öffentlichen Einrichtungen,
Industrie- oder Verwaltungsgebäuden. Datenschutz entsteht hier nicht nur durch
Absicherung, sondern durch den konsequenten Verzicht auf bildgebende Erfassung.
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Ein
weiterer Vorteil: Der Wartungsaufwand ist gering, denn ADAR benötigt keine
optischen Linsen oder Abdeckungen, die regelmäßig gereinigt werden müssten.
Dadurch reduzieren sich Stillstandszeiten und Serviceeinsätze – ein relevanter
Faktor für Betreiber mit mehreren Geräten. Im täglichen Betrieb bedeutet das weniger
manuelle Eingriffe und eine höhere Systemverfügbarkeit, insbesondere bei
unbeaufsichtigtem oder nächtlichem Einsatz. Gerade im Flottenbetrieb senkt dies
die Total Cost of Ownership und begünstigt die Skalierbarkeit autonomer
Reinigungslösungen.
Integration
in ein robustes Gesamtsystem
Cleanfix
setzt bewusst auf eine schlanke Sensorarchitektur. Dank des großen Sichtfelds
von 180 × 180 Grad und der echten räumlichen 3D-Wahrnehmung kann ADAR mehrere
spezialisierte Einzelsensoren ersetzen und reduziert so die Anzahl einzelner
Sensorkomponenten im System deutlich – insbesondere im Vergleich zu
kameraintensiven Ansätzen. Weniger
Komponenten bedeuten weniger Verkabelung, weniger potenzielle Fehlerquellen und
eine höhere Zuverlässigkeit – sowohl im täglichen Betrieb als auch in der
Serienproduktion.
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Detailansicht der ADAR-3D-Ultraschallsensorik, mit der Cleanfix den autonomen Reinigungsroboter RA660 Navi XL für dynamische Umgebungen aufrüstet.Cleanfix
Neben der Sensorik wurde auch der Roboter weiterentwickelt.
Ein neues Chassis mit verbessertem Wartungszugang, IP66-geschützte Elektronik
und ein überarbeiteter Fahrantrieb tragen zur mechanischen Robustheit und
Langlebigkeit bei. Der RA660 Navi XL ist gemäß IEC 63327 für
autonome Reinigungsmaschinen ausgelegt. Die verbesserte Umfelderfassung durch
ADAR sorgt für ein ruhiges, vorhersehbares Systemverhalten und leistet damit
einen wesentlichen Beitrag zur funktionalen Sicherheit. Ergänzt wird dies durch
ein integriertes Sicherheitswarnlicht (BlueSpot), Status-LEDs und akustische
Signale zur aktiven Umfeldkommunikation sowie ein überarbeitetes Bedienkonzept
mit neuer Benutzeroberfläche. Perspektivisch befindet sich ADAR zudem im Prozess
einer Sicherheitszertifizierung nach PL d / SIL 2.
Fazit: Robuste Technologie für alle Unwägbarkeiten des
Reinigungsalltags
Mit
der neuen Generation des RA660 Navi XL nutzt Cleanfix moderne
Sensortechnologie, um autonome Robotik noch besser auf die Herausforderungen
des Reinigungssalltags anzupassen. Die Integration der 3D-Ultraschallsensorik
ADAR bildet einen zentralen Baustein für eine robuste, lichtunabhängige
Umfelderfassung und ein stabiles, planbares Systemverhalten – auch unter
wechselnden Bedingungen.
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Damit leistet der neue Roboter nicht nur einen Beitrag
zur Effizienz und Wirtschaftlichkeit autonomer Reinigung, sondern unterstützt
auch den sicheren und vorhersehbaren Betrieb. Und die Reise geht weiter:
Cleanfix wird die Erfahrungen mit dem neuen Reinigungsroboter nutzen, um
künftige Maschinen und Produktgenerationen so weiterzuentwickeln, dass
Wahrnehmung, Sicherheit und Praxistauglichkeit zusammengedacht werden.
FAQ: 3D-Wahrnehmung bei autonomen Reinigungsrobotern
1. Warum sind autonome Reinigungsroboter in der Praxis besonders herausgefordert? Autonome Reinigungsroboter arbeiten nicht in klar abgegrenzten Industrieumgebungen, sondern in offenen, dynamischen Bereichen wie Schulen, Sporthallen, Logistikzentren oder Produktionsstätten. Dort treffen sie auf Personenverkehr, spontane Hindernisse, schlechte Lichtverhältnisse, Staub, Nässe und bodennahe Objekte. Genau diese wechselnden Bedingungen stellen hohe Anforderungen an die Umfelderfassung.
2. Welche Rolle spielt der 3D-Ultraschallsensor ADAR im RA660 Navi XL? ADAR übernimmt die räumliche Hinderniserkennung und ersetzt dabei zahlreiche lineare Ultraschallsensoren durch ein einziges System. Der Sensor erzeugt eine dreidimensionale Punktwolke der Umgebung und erkennt damit auch kleine, flache oder teilweise verdeckte Hindernisse frühzeitig. So verbessert er Navigation und Bewegungsverhalten des Roboters in Echtzeit.
3. Welche Vorteile hat Ultraschallsensorik gegenüber kamera- oder lidarbasierter Erfassung? Ultraschall ist weitgehend unempfindlich gegenüber Staub, Nässe, Dunkelheit sowie transparenten oder stark reflektierenden Oberflächen. Dadurch arbeitet das System auch unter schwierigen Umgebungsbedingungen stabil. Das reduziert Fehlinterpretationen, ungeplante Stopps und unnötige Umwege im Betrieb.
4. Warum verzichtet Cleanfix bewusst auf Kameras? Der RA660 Navi XL kommt ohne bildgebende Systeme aus und erfasst keine Bilddaten. Das vereinfacht den Einsatz in sensiblen Bereichen wie Schulen, öffentlichen Einrichtungen, Industrie- oder Verwaltungsgebäuden, in denen Datenschutz eine wichtige Rolle spielt. Gleichzeitig sinkt der Wartungsaufwand, weil keine optischen Komponenten regelmäßig gereinigt werden müssen.
5. Welchen Nutzen bringt die neue Sensorik für Betreiber im Alltag? Die robuste Umfelderfassung sorgt für ein ruhigeres, vorhersehbares Systemverhalten und für weniger ungeplante Unterbrechungen. Das erhöht die Verfügbarkeit im täglichen und auch unbeaufsichtigten Betrieb, etwa nachts oder im Flotteneinsatz. Für Betreiber bedeutet das mehr Effizienz, geringere Serviceaufwände und eine bessere Wirtschaftlichkeit autonomer Reinigungslösungen.