Interview zur Motek 2026 mit Stephan Textor von Bluhm Systeme
„So entstehen durchgängige und zukunftssichere Kennzeichnungskonzepte“
Kennzeichnung wird zum Schlüssel für vernetzte Produktion: Stephan Textor von Bluhm Systeme erklärt, wie durchgängige, integrierte Lösungen Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Automatisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ermöglichen.
Redaktion Automation NEXTRedaktionAutomation NEXT
3 min
Stephan Textor, Leiter Marketing bei Bluhm SystemeBluhm Systeme
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Redaktion: Bluhm Systeme besetzt mit der Kennzeichnung eine entscheidende Schnittstelle entlang der gesamten Fertigungs und Logistikkette – wie wichtig ist diese Rolle heute im Kontext von durchgängiger Automatisierung und Transparenz?
Stephan Textor: Kennzeichnung übernimmt heute eine zentrale Rolle entlang der gesamten Fertigungs- und Logistikkette. Sie dient längst nicht mehr nur der Produktkennzeichnung, sondern bildet die Grundlage für transparente, automatisierte und datengetriebene Prozesse.
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Continuous Inkjetdrucker Linx 9900Bluhm Systeme
Durch Etiketten, Klarschriften sowie maschinenlesbare Codes wie Datamatrix- oder QR-Codes werden Produkte, Komponenten und Verpackungseinheiten eindeutig identifizierbar und digital erfassbar. Damit schaffen Kennzeichnungssysteme die Voraussetzung für Rückverfolgbarkeit, Prozesssicherheit und eine durchgängige Steuerung von Material- und Informationsflüssen.
Mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem Ausbau vernetzter Lieferketten wächst die Bedeutung dieser Schnittstelle kontinuierlich. Moderne Kennzeichnungslösungen müssen heute nicht nur zuverlässig und präzise arbeiten, sondern sich nahtlos in Produktions-, Logistik- und IT-Systeme integrieren lassen. Genau hier sehen wir unsere Aufgabe: Wir verbinden physische Produkte mit digitalen Informationen und schaffen so die Basis für automatisierte Prozesse und fundierte Entscheidungen in Echtzeit.
In IIoT-Umgebungen werden Kennzeichnungen automatisiert erfasst, mit Systemdaten verknüpft und unmittelbar weiterverarbeitet. Dadurch entsteht ein durchgängiger Datenfluss zwischen Produkt, Maschine und IT-System – eine wesentliche Voraussetzung für mehr Effizienz, Qualität und Transparenz.
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Entscheidend ist dabei nicht die einzelne Technologie, sondern das Zusammenspiel aller beteiligten Systeme. Erst wenn Kennzeichnung, Automatisierung und Datenverarbeitung nahtlos ineinandergreifen, lassen sich manuelle Eingriffe reduzieren, Fehler vermeiden und Prozesse nachhaltig optimieren.
Redaktion: Sie sind traditionell auf der Motek vertreten: Welche konkreten Zielgruppen möchten Sie hier erreichen – eher Maschinenbauer und Integratoren oder Endanwender aus Produktion und Logistik?
Textor: Die Motek ist für uns eine ideale Plattform, weil sie beide Zielgruppen zusammenbringt. Zum einen sprechen wir Maschinenbauer und Systemintegratoren an, die Kennzeichnungstechnologien frühzeitig in neue Anlagenkonzepte integrieren möchten. Zum anderen richten wir uns gezielt an Endanwender aus Industrie, Produktion und Logistik, die bestehende Prozesse optimieren oder automatisieren wollen.
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Besonders wertvoll ist für uns der direkte Austausch über konkrete Anwendungen und Herausforderungen. Viele Besucher kommen mit sehr spezifischen Anforderungen – etwa hinsichtlich Rückverfolgbarkeit, Prozesssicherheit oder Platzverhältnissen in der Linie. Hier können wir unsere Erfahrung aus unterschiedlichsten Branchen einbringen und individuelle Lösungsansätze diskutieren.
Redaktion: Ihr Portfolio reicht von Etikettiersystemen über Inkjet- und Lasercodierer bis hin zu RFID-Lösungen – wie helfen Sie Kunden dabei, aus dieser technologischen Vielfalt die optimale Kennzeichnungslösung zu wählen?
Textor: Die Auswahl der passenden Kennzeichnungstechnologie hängt stark von der jeweiligen Anwendung ab. Kriterien wie Materialbeschaffenheit, Produktionsgeschwindigkeit, Umgebungsbedingungen, gesetzliche Anforderungen oder gewünschte Dateninhalte spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Deshalb verstehen wir uns nicht nur als Hersteller, sondern vor allem als beratender Lösungspartner. Gemeinsam mit unseren Kunden analysieren wir die Prozesse und definieren die Anforderungen im Detail. Auf dieser Basis empfehlen wir die Technologie, die technisch und wirtschaftlich am besten passt, sei es ein Etikettierer, ein hochauflösender Inkjetdrucker, ein Laserkennzeichnungssystem oder eine RFID-Lösung.
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Ein großer Vorteil für unsere Kunden ist dabei, dass wir verschiedene Technologien aus einer Hand anbieten und kombinieren können. So entstehen durchgängige und zukunftssichere Kennzeichnungskonzepte.
Redaktion: Ob QR-Codes, Serialisierung oder RFID: Ihre Systeme schaffen die Basis für Rückverfolgbarkeit und vernetzte Produktion – wie stark wächst aktuell die Nachfrage nach solchen datengetriebenen Kennzeichnungslösungen?
Textor: Wir verzeichnen eine stetig steigende Nachfrage, und zwar branchenübergreifend. Unternehmen möchten neben der Produktkennzeichnung gleichzeitig Informationen intelligent nutzbar machen.
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Besonders 2D-Codes erleben aktuell einen starken Bedeutungszuwachs, etwa im Zusammenhang mit digitalen Produktpässen oder der steigenden Informationsdichte auf Verpackungen und Produkten im Handel. Als GS1 Germany Solution Partner unterstützen wir Unternehmen bei der Umsetzung entsprechender Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Palettenetikettierer Legi-Air AP182Bluhm Systeme
Insgesamt beobachten wir, dass Kennzeichnung als strategischer Bestandteil digitaler Produktions- und Logistikprozesse verstanden wird: als Grundlage für Transparenz, Automatisierung und datenbasierte Entscheidungen. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Lösungen, die Kennzeichnungsdaten nahtlos in bestehende Systeme integrieren sowie Verifikation und Qualitätssicherung automatisiert unterstützen. Deshalb gewinnen integrierte Softwarelösungen für die Steuerung und Verifikation von Kennzeichnungsprozessen zunehmend an Bedeutung.
Redaktion: Ihre Kennzeichnungssysteme lassen sich modular in bestehende Linien integrieren und automatisieren Prozesse bis hin zur Palettenkennzeichnung – welche konkreten Anwendungen oder Live-Demos werden Sie auf der Motek zeigen?
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Textor: Auf der Motek geben wir einen praxisnahen Einblick in unser Kennzeichnungsportfolio und zeigen verschiedene Anwendungen entlang der Produktions- und Logistikkette.
Im Bereich der Kartonkennzeichnung präsentieren wir beispielsweise den Inkjetdrucker Markoprint Integra Singular 108, der variable Informationen großflächig direkt auf Verpackungen aufbringt.
Darüber hinaus zeigen wir mit dem AP182 eine Lösung für die automatisierte Palettenetikettierung, die eine zuverlässige Kennzeichnung am Ende der Logistikkette ermöglicht.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der neuen Continuous-Inkjet-Generation Linx 9900. Besucher können live erleben, wie sich Produktionsdaten flexibel und zuverlässig direkt auf Produkte und Verpackungen aufbringen lassen. Ergänzt wird das Portfolio durch Lasertechnologien für die dauerhafte und wartungsarme Direktkennzeichnung.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie sich Kennzeichnungsprozesse effizient in bestehende Produktionslinien integrieren und automatisieren lassen – von der Einzelprodukt- bis zur Palettenkennzeichnung.