KI Automation Engineer: Ein Beruf mit Potenzial
Der KI Automation Engineer soll künstliche Intelligenz aus der Strategie in den Arbeitsalltag bringen. Das neue Berufsbild verbindet Prozessanalyse, Automatisierung und bestehende Softwaresysteme.
Ein KI Automation Engineer analysiert Unternehmensabläufe, identifiziert Automatisierungspotenziale und verbindet KI-Anwendungen mit bestehenden Tools und Systemen.
Developer Akademie
Künstliche Intelligenz verändert die Arbeitswelt. Beschäftigte setzen KI-Tools zunehmend im Arbeitsalltag ein und übertragen Assistenzaufgaben an entsprechende Systeme. Gleichzeitig beschäftigen sich Unternehmen mit KI-Strategien, Chatbots, Prompting und möglichen Effizienzsteigerungen. In diesem Umfeld entsteht ein neues Berufsbild: der KI Automation Engineer. Seine Aufgabe besteht darin, Unternehmensabläufe zu analysieren, praktische Einsatzmöglichkeiten für künstliche Intelligenz zu identifizieren und Prozesse gezielt zu automatisieren.
Welche Bedeutung solche Aufgaben künftig erhalten könnten, zeigt eine in der Pressemitteilung genannte Studie des McKinsey Global Institute. Demnach könnten bis 2030 rund 27 % der heutigen Arbeitsstunden in Europa durch KI automatisiert werden. Der KI Automation Engineer arbeitet damit an einer zentralen Schnittstelle. Er verbindet strategische Überlegungen zur künstlichen Intelligenz mit den konkreten Anforderungen des betrieblichen Alltags.
KI Automation Engineer als Schnittstelle zur Praxis
Das Berufsbild unterscheidet sich von bereits bekannten Tätigkeiten im KI-Umfeld. KI Automation Engineers forschen weder an KI-Modellen noch beschränken sie sich auf das Schreiben von Prompts oder die Nutzung einzelner KI-Werkzeuge. Im Mittelpunkt steht vielmehr die praktische Anwendung. Dazu analysieren die Fachkräfte Prozesse, Workflows und bestehende Softwaresysteme. Anschließend prüfen sie, welche Abläufe sich mithilfe intelligenter Werkzeuge verschlanken und effizienter gestalten lassen.
Der KI Automation Engineer übersetzt damit technologische Möglichkeiten in konkrete betriebliche Lösungen. Entscheidend ist nicht allein die Einführung eines neuen Tools. Die Technologie muss so in bestehende Strukturen eingebunden werden, dass sie im Arbeitsalltag tatsächlich produktiv eingesetzt werden kann.
Wie groß ist das Potenzial des neuen Berufsbildes?
Nach Angaben der Developer Akademie gewinnt die Verbindung von KI-Kompetenz und Prozessverständnis an Relevanz. In diesem Zusammenhang wird unter anderem auf den Aufbau einer eigenen Einheit für „forward-deployed AI engineers“ bei AWS verwiesen. Laut Reuters investiert das Unternehmen dafür zunächst ein Milliarde US-Dollar.
Auch der Arbeitsmarkt zeige, warum entsprechende Profile wichtiger werden. In Stellenanzeigen wachse die Nachfrage nach KI-Kompetenzen. Für Unternehmen werde es deshalb zunehmend entscheidend, KI-Werkzeuge nicht nur bereitzustellen, sondern sie produktiv in Prozesse einzubetten.
„Viele Unternehmen stehen inzwischen nicht mehr vor der Frage, ob sie KI nutzen wollen, sondern wie sie diese Technologie sinnvoll in den Arbeitsalltag integrieren“, so Linus Kauer, Mitgeschäftsführer der Developer Akademie. „Genau dafür braucht es Menschen, welche die Prozesse verstehen, Automatisierungspotenziale erkennen und KI mit bestehenden Tools und Systemen verbinden können.“
Damit rückt neben dem technischen Verständnis auch die Kenntnis betrieblicher Abläufe in den Vordergrund. Automatisierungspotenziale lassen sich nur dann erkennen, wenn wiederkehrende Tätigkeiten, Schnittstellen und bestehende Systeme umfassend betrachtet werden.
Welche Aufgaben übernimmt ein KI Automation Engineer?
KI Automation Engineers untersuchen wiederkehrende Aufgaben in Unternehmen und entwickeln Lösungen, mit denen sich diese Abläufe effizienter gestalten lassen. Typische Einsatzfelder sind E-Mail-Prozesse, Dokumentenverarbeitung, Datenpflege, interne Abstimmungen, Reporting und Buchhaltung.
Hinzu kommen Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Software-Tools. Gerade dort können manuelle Übertragungen, Medienbrüche und wiederkehrende Arbeitsschritte entstehen. Der KI Automation Engineer entwickelt Workflows, die solche Abläufe miteinander verbinden und automatisieren.
Das Tätigkeitsfeld grenzt sich dabei von anderen KI-Rollen ab. Prompt Engineers konzentrieren sich auf die richtige Ansprache und Steuerung von KI-Systemen. KI-Forscher entwickeln Modelle, Algorithmen und Grundlagen für neue KI-Generationen. Der KI Automation Engineer arbeitet dagegen näher am Unternehmensalltag. Er überträgt KI in konkrete Abläufe, baut Workflows auf und sorgt dafür, dass aus einzelnen Tools produktive Lösungen entstehen.
Von der Prozessanalyse bis zur Systemintegration
Die Aufgaben beginnen mit der Untersuchung bestehender Prozesse. Dabei geht es darum, wiederkehrende Tätigkeiten zu erfassen und mögliche Automatisierungspotenziale zu identifizieren.
Anschließend werden geeignete technische Lösungen entwickelt. Dazu können KI-Automatisierungen, Programmierschnittstellen sowie No-Code- und Low-Code-Werkzeuge gehören. Entscheidend ist, dass die entwickelten Abläufe in vorhandene Systeme eingebaut werden können.
Der Schwerpunkt liegt damit auf der Verbindung unterschiedlicher Technologien. Ein KI Automation Engineer muss nicht nur die Funktionen einzelner Werkzeuge verstehen. Er muss auch beurteilen können, wie diese Werkzeuge in bestehende Unternehmensprozesse integriert werden.
Wie wird man KI Automation Engineer?
Bislang gibt es nach Angaben der Developer Akademie nur wenige Ausbildungsangebote für dieses Berufsbild. Das Münchner Fortbildungsinstitut hat deshalb ein neues Kursangebot entwickelt, das die entsprechenden Fähigkeiten vermitteln soll. Ziel ist es, qualifizierte Automation Engineers für Unternehmen auszubilden und zugleich Menschen den Einstieg in ein neues Tätigkeitsfeld zu ermöglichen. Die Fortbildung richtet sich ausdrücklich auch an Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse, die technische Kompetenzen aufbauen möchten.
Das Weiterbildungsangebot umfasst technische und praktische Grundlagen. Die Teilnehmenden sollen lernen, Unternehmensabläufe zu analysieren und zu verbessern. Darüber hinaus entwickeln sie KI-Automatisierungen und beschäftigen sich mit APIs sowie No-Code- und Low-Code-Tools. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Integration der entwickelten Lösungen in bestehende Systeme. Laut Developer Akademie soll dabei nicht nur Überblickswissen vermittelt werden. Im Mittelpunkt stehen anwendbare Fähigkeiten und Praxisprojekte.
„Der KI Automation Engineer steht für die nächste Phase der KI-Nutzung“, erklärt Kauer. „Nach dem ersten KI-Hype geht es jetzt um Umsetzung. Unternehmen brauchen Menschen, die KI-Lösungen bauen, testen und in den Alltag integrieren können.“
Fortbildung für Quereinsteiger und Unternehmen
Die Developer Akademie ist ein Anbieter für berufliche Fortbildung im Bereich Softwareentwicklung mit Fokus auf die Anforderungen des DACH-Arbeitsmarktes. Die Programme richten sich sowohl an Quer- und Neueinsteiger als auch an Unternehmen, die Mitarbeitende weiterbilden möchten.
Nach Angaben des Anbieters erwerben die Teilnehmenden innerhalb von neun bis zwölf Monaten Fähigkeiten für eine Tätigkeit als IT-Entwickler. Die Lehrinhalte umfassen unter anderem KI, Cloud-Technologien und DevSecOps-Ansätze.
Das onlinebasierte Schulungsprogramm verbindet Theorie mit Praxis. In mindestens zwölf Projekten wenden die Teilnehmenden die Inhalte aus Video- und Live-Tutorials im Back- und Frontend an. Mentoren unterstützen sie in Chats und wöchentlichen Live-Calls. Ergänzt wird das Angebot durch den Austausch in der Community und Bewerbungscoachings.
Die Developer Akademie wurde 2020 von Junus Ergin und Manuel Thaler gegründet. Sie gehört zum Bildungsnetzwerk Education Partners, ist TÜV-Saarland-zertifiziert und Kooperationspartner des IHK-Bildungsinstituts Hellweg-Sauerland. Nach eigenen Angaben verzeichnet die Akademie jährlich mehr als 1.000 Kursteilnehmende und beschäftigt rund 50 Mitarbeitende. Der Hauptsitz befindet sich in München, eine weitere Niederlassung besteht in Berlin. Geschäftsführer sind Linus Kauer, Manuel Hinz und Arno Müller, wie aus der Mitteilung hervorgeht.
FAQ: KI Automation Engineer
1. Was ist ein KI Automation Engineer?
Ein KI Automation Engineer analysiert Unternehmensprozesse, erkennt Automatisierungspotenziale und integriert KI-Werkzeuge in bestehende Abläufe und Systeme.
2. Welche Aufgaben übernimmt ein KI Automation Engineer?
Zu den Aufgaben gehören Prozessanalyse, Workflow-Entwicklung, Dokumentenverarbeitung, Datenpflege, Reporting und die Verbindung verschiedener Software-Tools.
3. Wie unterscheidet sich ein KI Automation Engineer von einem Prompt Engineer?
Ein Prompt Engineer steuert KI-Systeme über geeignete Eingaben. Ein KI Automation Engineer entwickelt und integriert dagegen vollständige automatisierte Abläufe.
4. Welche Kenntnisse benötigt ein KI Automation Engineer?
Gefragt sind Kenntnisse in Prozessanalyse, KI-Automatisierung, APIs sowie No-Code- und Low-Code-Werkzeugen.
5. Wie kann eine Qualifizierung zum KI Automation Engineer erfolgen?
Die Developer Akademie bietet eine praxisorientierte Fortbildung an, die auch für Quereinsteiger ohne Vorkenntnisse vorgesehen ist.