Roboter-Trainer für die Industrierobotik
AI Robot Trainer von ABB macht Roboter flexibler
ABB Robotics erweitert OmniCore EyeMotion um den AI Robot Trainer. Die KI-Lösung vereinfacht die industrielle Bildverarbeitung und soll Inbetriebnahmezeiten um bis zu 90 % sowie Taktzeiten um bis zu 50 % reduzieren.
Der neue AI Robot Trainer und OmniCore EyeMotion von ABB Robotics verbinden Bilderfassung, KI-Modelltraining, Einsatz und Optimierung in einem durchgängigen industriellen Workflow.
ABB Robotics
ABB Robotics will den Einsatz künstlicher Intelligenz in der industriellen Robotik vereinfachen. Dafür erweitert der Hersteller seine Plattform OmniCore EyeMotion um den AI Robot Trainer. Die neue Lösung soll Systemintegratoren und Automatisierungspartner dabei unterstützen, KI-gestützte Bildverarbeitungsanwendungen schneller zu entwickeln, in Betrieb zu nehmen und an veränderte Produktionsbedingungen anzupassen.
Dafür müssen Anwender keine eigenen KI-Modelle von Grund auf entwickeln. Stattdessen kombiniert ABB die Erfassung realer Produktionsbilder mit dem Training und der kontinuierlichen Optimierung der Modelle.
Wie funktioniert der AI Robot Trainer von ABB?
Der AI Robot Trainer und OmniCore EyeMotion bilden einen durchgängigen industriellen Workflow. Dieser reicht von der Bilderfassung über die Generierung von Trainingsdaten und das KI-Modelltraining bis zur Bereitstellung und fortlaufenden Verbesserung der Anwendungen.
Die Systeme nutzen reale Bilder aus der Fertigung und kombinieren diese mit synthetischen Bilddaten sowie dem industriellen Know-how von ABB Robotics. Die daraus gewonnenen visuellen Informationen werden mithilfe automatischer, kollisionsfreier Bahnplanung unmittelbar in Roboterbewegungen umgesetzt. Damit verbindet ABB die visuelle Wahrnehmung eines Roboters mit seinen physischen Aktionen. Die Technologie soll Roboter befähigen, ihre Umgebung in Echtzeit zu erfassen, Informationen zu verarbeiten und entsprechende Bewegungen auszuführen.
„Physical AI verändert grundlegend, was Roboter leisten, wo sie eingesetzt werden und welchen Mehrwert sie schaffen können“, betont Marc Segura, President von ABB Robotics. „Die KI-gestützte Bildverarbeitung ist die entscheidende Brücke zwischen der Wahrnehmung und den physischen Aktionen von Robotern. Sie ermöglicht es ihnen, in Echtzeit zu sehen, zu verstehen und zu handeln. Kunden benötigen einen durchgängigen Workflow, um diese Technologie zu entwickeln, einzusetzen und kontinuierlich zu verbessern. OmniCore EyeMotion und der AI Robot Trainer arbeiten zusammen in einem Kreislauf aus Datengenerierung, Training der KI-Modelle, Einsatz und Optimierung. Dadurch wird die KI-gestützte Bildverarbeitung kontinuierlich weiterentwickelt und Physical AI branchenübergreifend zur Realität – sowohl für Robotikexperten als auch für Neueinsteiger.“
Bis zu 90 % kürzere Inbetriebnahmezeiten
Ein Vorteil der integrierten Lösung liegt laut ABB Robotics in der Zeitersparnis. Durch den AI Robot Trainer und OmniCore EyeMotion sollen sich die Inbetriebnahmezeiten von Robotikanwendungen um bis zu 90 % verkürzen lassen. Zusätzlich verspricht der Hersteller eine Reduzierung der Taktzeiten um bis zu 50 %, wenn die automatische, kollisionsfreie Bahnplanung eingesetzt wird. Dabei werden die durch die Bildverarbeitung gewonnenen Informationen direkt für die Bewegungsplanung der Roboter genutzt.
Die Lösung richtet sich insbesondere an Systemintegratoren und Automatisierungspartner, die KI-basierte Robotikanwendungen über mehrere Produktionslinien und Standorte hinweg einsetzen und skalieren wollen. Ein geführter Workflow und ein integrierter KI-Chatbot unterstützen die Anwender während der einzelnen Prozessschritte. Dadurch soll die Abhängigkeit von spezialisierten KI-Fachkräften sinken.
Welche Anwendungen unterstützt die KI-Bildverarbeitung?
Die Einsatzmöglichkeiten des AI Robot Trainers reichen von vergleichsweise einfachen Handhabungsaufgaben bis zu komplexeren Automatisierungsprozessen. Dazu gehören klassische 2D-Pick-and-Place-Anwendungen ebenso wie 3D-Bin-Picking, Qualitätsprüfung, Sortierung und Montage. Die KI-gestützte Bildverarbeitung soll dabei helfen, unterschiedliche Objekte und Produktionsbedingungen zu berücksichtigen.
Insbesondere bei wechselnden Produkten, Lichtverhältnissen, Anlagenlayouts und Objektvarianten soll der durchgängige Workflow die Anpassung bestehender Anwendungen vereinfachen. Ein weiterer Aspekt ist die Hardwareunabhängigkeit: Nach Angaben von ABB Robotics ist die Lösung mit Kameras und Sensoren sämtlicher Hersteller kompatibel. Damit soll sich die Technologie in unterschiedliche Automatisierungsumgebungen integrieren lassen.
KI-gestützte Robotik für unterschiedliche Produktionslinien
Mit der Kombination aus OmniCore EyeMotion und AI Robot Trainer verfolgt ABB Robotics das Ziel, fortschrittliche Bildverarbeitungsanwendungen auch ohne spezielles KI-Fachwissen zugänglich zu machen.
Das Zusammenspiel aus Bilderfassung, Modelltraining, Bereitstellung und Optimierung ermöglicht es, Anwendungen kontinuierlich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig sollen Unternehmen schneller auf Änderungen in der Produktion reagieren können.
Der Hersteller positioniert die Technologie damit als Werkzeug für eine flexiblere industrielle Automatisierung. Besonders für Systemintegratoren ist die Möglichkeit relevant, KI-gestützte Anwendungen standort- und produktionslinienübergreifend einzusetzen.
Was Sie zum Thema AI Robot Trainer wissen müssen
• Was ist der AI Robot Trainer von ABB Robotics?
Der AI Robot Trainer ist eine Erweiterung für OmniCore EyeMotion, mit der sich KI-gestützte Bildverarbeitungsanwendungen für Industrieroboter trainieren, einsetzen und kontinuierlich optimieren lassen.
• Wie funktioniert der AI Robot Trainer?
Die Lösung kombiniert reale und synthetische Bilddaten, trainiert KI-Modelle und überträgt visuelle Informationen mithilfe automatischer, kollisionsfreier Bahnplanung in Roboterbewegungen.
• Welche Vorteile bietet der AI Robot Trainer für die Produktion?
Laut ABB Robotics lassen sich Inbetriebnahmezeiten um bis zu 90 % verkürzen. Die automatische, kollisionsfreie Bahnplanung kann Taktzeiten um bis zu 50 % reduzieren.
• Für welche Anwendungen eignet sich der AI Robot Trainer?
Die Technologie unterstützt unter anderem 2D-Pick-and-Place, 3D-Bin-Picking, Qualitätsprüfung, Sortierung und Montage.
• Benötigt der AI Robot Trainer spezielle KI-Kenntnisse?
Nein. Ein geführter Workflow und ein KI-Chatbot erleichtern die Entwicklung und Anpassung KI-gestützter Robotikanwendungen auch ohne spezialisiertes KI-Fachwissen.