Eigenständiges AMR-Geschäft
RHB-Robotics startet mit autonomen mobilen Robotern
Seit dem 1. Oktober 2026 führt RHB-Robotics die Entwicklung autonomer mobiler Roboter als eigenständiges Geschäftsfeld fort. Zwei Plattformen, sechs Varianten und die Integration nach VDA 5050 stehen im Mittelpunkt.
Die autonomen mobilen Roboter (AMR) von RHB-Robotics übernehmen den innerbetrieblichen Materialtransport. Das Portfolio umfasst zwei Plattformen mit sechs Varianten für Transportlasten bis 1.200 kg. Dank VDA 5050 lassen sich die Fahrzeuge in bestehende Flottenmanagementsysteme integrieren.
RHB-Industries
Mit RHB-Robotics führt die RHB-Industries GmbH ihr Geschäft mit autonomen mobilen Robotern (AMR) seit dem 1. Oktober 2026 unter eigenständigem Namen fort. Die Einheit übernimmt Entwicklung, Fertigung, Vertrieb und Betreuung der Fahrzeuge für den innerbetrieblichen Materialtransport. Das bestehende Know-how, die Technologie und die Produktion am Standort Rheinböllen bleiben erhalten.
Wie ist RHB-Robotics entstanden?
Hinter dem neuen Namen steht eine sechsjährige Entwicklungsgeschichte. Die autonomen mobilen Roboter wurden ab 2020 zunächst unter der Bezeichnung Continental Mobile Robots entwickelt. Im Jahr 2022 begann die Serienproduktion. Seit 2025 wurden die Systeme unter dem Namen AUMOVIO Robotic Solutions weitergeführt.
Mit RHB-Robotics erhält das Geschäft nun eine eigenständige organisatorische Struktur innerhalb der RHB-Industries GmbH. Die Fahrzeuge befinden sich mittlerweile in der sechsten Generation und werden unter anderem bei Automobilzulieferern sowie in der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt.
„Jede Fahrzeuggeneration hat die Erfahrungen der vorherigen aufgenommen. Diese Lernkurve lässt sich nicht kaufen und nicht umbenennen – sie steckt in den Fahrzeugen und in den Köpfen, die sie entwickelt haben“, erklärt Andreas Kerkenhoff, Head of AMR bei RHB-Robotics.
Zwei AMR-Plattformen für unterschiedliche Transportaufgaben
Das Produktportfolio von RHB-Robotics besteht aus zwei Fahrzeugplattformen mit insgesamt sechs Varianten. Damit deckt das Unternehmen unterschiedliche Anforderungen des innerbetrieblichen Materialtransports ab.
Der NXS 300 ist für Kleinladungsträger mit einem Gewicht von bis zu 300 kg ausgelegt. Er wird in den Ausführungen Base, Extended und Top Roller angeboten. Für größere Transportlasten stehen die Modelle IL 600 und IL 1200 zur Verfügung. Sie bewegen Paletten, Gitterboxen und Carts mit Lasten von bis zu 600 beziehungsweise 1.200 kg. Hierfür sind die Varianten Lifting Unit, Load Module und Top Roller vorgesehen.
Die Fahrzeugkonfiguration orientiert sich am jeweiligen Logistikkonzept. Marktübliche Dollys, Carts, Europaletten und Gitterboxen lassen sich weiterhin verwenden. Ein Austausch bestehender Ladungsträger ist daher in der Regel nicht notwendig. „Der Materialfluss des Kunden bestimmt die Auslegung, nicht das Datenblatt“, so Andreas Kerkenhoff.
Wie lassen sich die autonomen mobilen Roboter integrieren?
Bei der Einbindung in bestehende Produktions- und Logistikprozesse setzt RHB-Robotics auf den Kommunikationsstandard VDA 5050. Beide Fahrzeugplattformen unterstützen diesen Standard und können dadurch in vorhandene Flottenmanagementsysteme eingebunden werden.
Eine zusätzliche Middleware ist nach Angaben des Unternehmens nicht erforderlich. Auch der gemeinsame Betrieb mit autonomen mobilen Robotern anderer Hersteller ist möglich.
Damit können Betriebe bestehende Flottenmanagementstrukturen beibehalten und die Fahrzeuge in herstellerübergreifenden Mischflotten einsetzen.
Praxiserfahrungen aus der eigenen Bremsenproduktion
RHB-Robotics nutzt seine autonomen mobilen Roboter auch am eigenen Produktionsstandort in Rheinböllen. Dort werden Bremsteile für die Automobilindustrie gefertigt.
Die Fahrzeuge übernehmen Transportaufgaben zwischen den Produktionsbereichen und bewegen sich im laufenden Materialfluss gemeinsam mit Beschäftigten. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden unmittelbar an die AMR-Entwicklung zurückgemeldet.
„Unsere Fahrzeuge nutzen wir in der eigenen Bremsenproduktion. Was dort auffällt, landet direkt in der AMR-Entwicklung und wird in der nächsten Generation umgesetzt“, erklärt Andreas Kerkenhoff.
Wie das Unternehmen mitteilt, bleibt damit die Verbindung zwischen Fahrzeugentwicklung, Fertigung und praktischem Industrieeinsatz auch unter dem neuen Namen bestehen.
Was Sie zum Thema autonome mobile Roboter von RHB-Robotics wissen müssen
• Was steckt hinter den autonomen mobilen Robotern von RHB-Robotics?
RHB-Robotics führt die seit 2020 bestehende AMR-Entwicklung fort. Die Systeme wurden zuvor unter Continental Mobile Robots und AUMOVIO Robotic Solutions angeboten.
• Welche Traglasten bieten die autonomen mobilen Roboter von RHB-Robotics?
Der NXS 300 transportiert bis zu 300 kg. Die Plattform IL 600 und IL 1200 ist für Lasten bis 600 beziehungsweise 1.200 kg ausgelegt.
• Wie werden die autonomen mobilen Roboter von RHB-Robotics in bestehende Flotten integriert?
Beide Plattformen unterstützen VDA 5050. Dadurch sind die Anbindung an vorhandene Flottenmanagementsysteme und der Betrieb in herstellerübergreifenden Mischflotten ohne zusätzliche Middleware möglich.
• Wo werden die autonomen mobilen Roboter von RHB-Robotics eingesetzt?
Die Fahrzeuge kommen unter anderem bei Automobilzulieferern und in der Nahrungsmittelindustrie sowie in der eigenen Bremsenproduktion in Rheinböllen zum Einsatz.