Roboterneuheit aus Frankreich
Running Brains Robotics baut autonome Sicherheitsroboter aus
Autonome Sicherheitsroboter sollen sensible Standorte überwachen und technische Risiken erkennen. Running Brains Robotics entwickelt dafür in Frankreich eigene Hard- und Software.
Das Team von Running Brains Robotics mit den autonomen Sicherheitsrobotern GR100 (links) und GR200. Die Systeme sind für Patrouillen-, Überwachungs- und Inspektionsaufgaben an sensiblen Industrie- und Infrastrukturstandorten konzipiert.
Running Brains Robotics
Running Brains Robotics will mit autonomen Sicherheitsrobotern eine in Frankreich entwickelte Alternative für die Überwachung sensibler Standorte etablieren. Das Unternehmen mit Sitz in Mérignac ist eine Marke der NGX Robotics Group, die auf mehr als 18 Jahre Erfahrung in Robotik und künstlicher Intelligenz zurückgreift und einen Jahresumsatz von rund 10 Millionen Euro erzielt. Running Brains Robotics bezeichnet sich selbst als französischen Marktführer in diesem Segment. Die Technologie ist demnach bereits an sensiblen Standorten in Europa im Einsatz, insbesondere in Frankreich und Italien. Bis 2028 will das Unternehmen europäischer Marktführer werden.
Dabei positioniert sich Running Brains Robotics nicht als Sicherheitsdienstleister, sondern als Hersteller technologischer Lösungen. Das Unternehmen deckt nach eigenen Angaben Konstruktion, Softwareentwicklung, Produktion, Implementierung und Wartung ab. Die autonomen Sicherheitsroboter sind Teil eines Systems aus Maschinen, Sensoren, Software und einer Überwachungsplattform. Als mobile Sensorträger erfassen, analysieren und übertragen sie kontinuierlich Daten.
Einsatz zwischen Security und Safety
Die Systeme sind für Industriegelände und sensible Infrastrukturen vorgesehen. Zu den genannten Einsatzfeldern zählen Lagerung, Energie, Chemie, Öl und Gas, Verteidigung sowie Transport. Dabei unterscheidet Running Brains Robotics zwei zentrale Aufgabenbereiche. Im Bereich Security übernehmen die Roboter Aufgaben zur Abschreckung, Erkennung und Alarmierung. Im Bereich Safety geht es um die Messung und Prävention von Risiken im Zusammenhang mit Anlagen.
„Man kann sie als Bodendrohnen betrachten. Sie gewährleisten eine kontinuierliche Präsenz vor Ort und ergänzen andere Überwachungssysteme, insbesondere solche aus der Luft“, erklärt Jérôme Laplace, CEO von Running Brains Robotics. Die Systeme patrouillieren autonom, analysieren ihre Umgebung und übertragen Warnmeldungen in Echtzeit. Konzipiert sind sie auch für anspruchsvolle Bedingungen im Außenbereich.
Was leisten die Roboter GR100 und GR200?
Aktuell basiert das Angebot vor allem auf dem GR100. Der autonome Roboter befindet sich bereits im praktischen Einsatz und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Parallel arbeitet Running Brains Robotics am GR200. Die neue Generation soll mit höherer Geländegängigkeit, längerer Batterielaufzeit und Sensoren der neuesten Generation für komplexere Umgebungen ausgelegt sein.
Für den autonomen Betrieb kombinieren die Systeme Kartierung, Lokalisierung und Patrouillenplanung. Damit sollen sie große Flächen selbstständig abdecken können.
Die Batterielaufzeit beträgt rund 4,5 Stunden. Das autonome Schnellladen dauert 1,5 Stunden. Während dieser Zeit bleiben die Roboter in einem Modus zur „statischen Überwachung“ und können weiterhin Ereignisse erkennen und bei einem Eindringen Alarm auslösen.
Running Brains Robotics setzt dabei auf proprietäre Software sowie intern entwickelte Algorithmen für Navigation und Erkennung. Die Systeme sollen dadurch kontinuierlich weiterentwickelt und um Fortschritte bei künstlicher Intelligenz ergänzt werden können.
Welche Kontrollen automatisieren die Roboter?
Im praktischen Einsatz übernehmen die autonomen Sicherheitsroboter verschiedene wiederkehrende Kontrollen. Sie überprüfen beispielsweise Türen, Tore, Schranken und Vorhängeschlösser. Hinzu kommen die Erkennung von Personen beziehungsweise Anwesenheit sowie das Lesen von Kennzeichen.
Auch technische Parameter können überwacht werden. Dazu zählen etwa Temperatur und Gaskonzentration. Darüber hinaus sollen die Systeme physische Anomalien wie beschädigte Zäune oder fehlende Ausrüstung erkennen.
Damit verbindet Running Brains Robotics klassische Sicherheitsaufgaben mit der technischen Inspektion von Anlagen und Infrastruktur.
Robotik und KI wachsen zusammen
Nach Darstellung des Unternehmens verändert sich nicht nur der Sicherheitsmarkt, sondern auch die Robotik selbst. Während Roboter lange vor allem in kontrollierten industriellen Umgebungen eingesetzt wurden, ermöglichen integrierte Sensoren und Algorithmen zunehmend den Betrieb in komplexeren Umgebungen. „Wir sind ebenso sehr ein Robotikunternehmen wie ein Unternehmen für künstliche Intelligenz“, so Jérôme Laplace, CEO von Running Brains Robotics.
Nach Angaben des Herstellers entsteht mit den Fortschritten bei künstlicher Intelligenz eine neue Generation autonomer Systeme, die Situationen analysieren und mit nicht kontrollierten Umgebungen interagieren kann. Parallel entwickeln sich Sicherheitssysteme hin zu stärker integrierten Lösungen. Videoüberwachung, Zutrittskontrolle, Sensorik und Leitstellen werden dabei miteinander kombiniert. In solchen Strukturen sollen zunehmend auch autonome Sicherheitsroboter zum Einsatz kommen.
Warum technologische Souveränität eine Rolle spielt
Running Brains Robotics stellt seine Entwicklung auch in den Zusammenhang mit technologischer Souveränität und strategischer Autonomie in Europa. Laut Unternehmensangaben entfallen fast 80 % der weltweiten Investitionen in künstliche Intelligenz auf die USA und China zusammen. Als Quellen nennt das Unternehmen den Stanford AI Index und die OECD.
Zudem basieren laut Running Brains Robotics mehr als 50 % der in europäischen kritischen Infrastrukturen eingesetzten Technologien auf Lösungen, die außerhalb Europas entwickelt wurden. Das Unternehmen verweist hierfür auf die Digital Strategy der Europäischen Kommission. Es setzt deshalb auf eigene, in Frankreich entwickelte Technologien. Interne Engineering-Teams und ein eigenes Konstruktionsbüro sollen die Kontrolle über Robotik-Engineering und Wahrnehmungs-KI gewährleisten.
Wie autonome Sicherheitsroboter Teams unterstützen sollen
Neben technologischer Souveränität nennt Running Brains Robotics den Personalmangel in der Sicherheitsbranche als einen Treiber für Automatisierung. Die Roboter sollen menschliche Teams dabei nicht ersetzen, sondern wiederkehrende Tätigkeiten übernehmen und die Beschäftigten bei ihren Aufgaben unterstützen.
„Wir werden häufig gefragt, ob diese Roboter Sicherheitskräfte ersetzen. Tatsächlich steht die Branche unter Druck und Unternehmen haben Schwierigkeiten, Personal zu rekrutieren. Das Ziel besteht darin, die bereits vorhandenen Teams zu unterstützen. Wenn man dieselbe Patrouille 20- oder 30-mal durchführt, ist es nur menschlich, ein Detail zu übersehen. Der Roboter sorgt für Konstanz und systematische Kontrollen und ermöglicht es den Sicherheitskräften, sich auf sinnvollere Aufgaben zu konzentrieren. Er kann außerdem eine erste Fernüberprüfung durchführen und dadurch unnötige oder riskante Einsätze vor Ort vermeiden. Die Idee besteht darin, ein ergänzendes Werkzeug bereitzustellen“, meint Jérôme Laplace.
Die Roboter sind kontinuierlich mit dem Running Brains Operations Center verbunden. Die gesicherte Überwachungsplattform zentralisiert die erfassten Daten und ermöglicht eine Fernüberwachung von Situationen. Dadurch sollen schnellere Interventionen unterstützt werden.
Was Sie zum Thema autonome Sicherheitsroboter wissen müssen
• Wo werden autonome Sicherheitsroboter von Running Brains eingesetzt?
Die Systeme sind für Industriegelände und sensible Infrastrukturen vorgesehen, darunter Energie, Chemie, Öl und Gas, Verteidigung, Transport und Lagerung.
• Welche Aufgaben übernehmen autonome Sicherheitsroboter?
Sie patrouillieren selbstständig, erkennen Personen und Anomalien, kontrollieren Zugänge und überwachen technische Parameter wie Temperatur oder Gaskonzentration.
• Wie lange arbeiten die autonomen Sicherheitsroboter?
Für die aktuellen Systeme nennt Running Brains Robotics eine Batterielaufzeit von rund 4,5 Stunden und eine Schnellladezeit von 1,5 Stunden.
• Welche Rolle spielt KI bei autonomen Sicherheitsrobotern?
Proprietäre Software und intern entwickelte Algorithmen übernehmen unter anderem Navigation und Erkennung und sollen kontinuierlich weiterentwickelt werden.
• Sollen autonome Sicherheitsroboter Sicherheitskräfte ersetzen?
Nach Angaben von Running Brains Robotics sollen die Systeme vorhandene Teams unterstützen, repetitive Kontrollen automatisieren und Fernüberprüfungen ermöglichen.