Symbotic übernimmt Cellumation aus Bremen

Der Bremer Technologieanbieter Cellumation wird Teil des US-Automatisierungs­konzerns Symbotic. Mit der patentierten Celluveyor-Technologie will der Symbotic seine Robotiklösungen erweitern, Lagerflächen effizienter nutzen und seine Präsenz in Europa ausbauen.

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Die cellumation-Gründer Dr.-Ing. Hendrik Thamer (rechts) und Dr.-Ing. Claudio Uriarte mit einem Element der patentierten Celluveyor-Technologie. Nach der Übernahme durch Symbotic soll die softwaregesteuerte Sortiertechnik künftig auch in dessen Robotiksystemen zum Einsatz kommen.
Die Cellumation-Gründer Dr.-Ing. Hendrik Thamer (rechts) und Dr.-Ing. Claudio Uriarte mit einem Element der patentierten Celluveyor-Technologie. Nach der Übernahme durch Symbotic soll die softwaregesteuerte Sortiertechnik künftig auch in dessen Robotiksystemen zum Einsatz kommen.

Der US-amerikanische Automatisierungsspezialist Symbotic hat Cellumation aus Bremen akquiriert. Das Unternehmen entwickelt mit dem Celluveyor eine patentierte, softwaregesteuerte Sortiertechnologie, die herkömmliche Förder- und Sortiersysteme durch eine intelligente, omnidirektionale Transportfläche ersetzen kann. Die Akquisition soll die Entwicklung der nächsten Generation robotergestützter Intralogistiksysteme beschleunigen. Gleichzeitig stärkt der Konzern damit seine Präsenz auf dem europäischen Markt. Im Mittelpunkt der Übernahme steht die Integration des Ccelluveyor in das bestehende Technologieportfolio von Symbotic. Die Lösung soll höhere Durchsatzleistungen, eine bessere Flächennutzung und eine vereinfachte Systemarchitektur ermöglichen.

Wie funktioniert die Celluveyor-Technologie?

Der von Cellumation entwickelte Celluveyor basiert auf Hunderten unabhängig voneinander steuerbaren Förderzellen. Die modularen, sechseckigen Elemente sind mit omnidirektionalen Rädern ausgestattet und können Transportgüter in unterschiedliche Richtungen bewegen. Anders als klassische Fördertechnik transportiert das System Waren nicht ausschließlich entlang festgelegter Strecken. Die softwaregesteuerten Zellen ermöglichen es, Produkte während der Bewegung gezielt in unterschiedliche Richtungen zu leiten.

Damit verbindet die Technologie Transport- und Sortierfunktionen auf einer gemeinsamen Fläche. Herkömmliche Förderstrecken und Sortieranlagen lassen sich durch eine kompaktere, intelligent gesteuerte Lösung ersetzen. Nach Angaben von Symbotic soll der Celluveyor künftig dazu beitragen, unterschiedliche Produktarten auf deutlich kleinerer Fläche mit höherem Durchsatz zu bewegen.

Symbotic will Robotiksysteme kompakter gestalten

Die Technologie passt nach Unternehmensangaben zur Entwicklungsstrategie von Symbotic. Insbesondere bei der nächsten Generation robotergestützter Ein- und Auslagerungszellen soll der celluveyor eine zentrale Rolle spielen. Durch die Integration der Sortiertechnologie erwartet Symbotic eine vereinfachte Architektur seiner Robotiksysteme. Gleichzeitig könnten Lagerflächen frei werden, die anschließend für zusätzliche Lagerkapazitäten oder andere wertschöpfende Anwendungen zur Verfügung stehen.

Darüber hinaus sieht das Unternehmen Potenzial, die Investitionskosten für die technische Ausstattung zu reduzieren. Rick Cohen, Chairman und CEO von Symbotic, bezeichnet die Technologie von Cellumation als grundlegenden Fortschritt: „Die Technologie von Cellumation verändert die Spielregeln. Mit der Integration des celluveyor in unser Portfolio beschleunigen wir unsere Möglichkeiten, Kunden eine höhere Leistung, eine bessere Flächennutzung und niedrigere Systemkosten zu bieten. Gleichzeitig treiben wir die Grenzen der physischen KI entlang der Lieferkette weiter voran“, erklärt Cohen.

Warum übernimmt Symbotic Cellumation?

Neben der technologischen Ergänzung verfolgt Symbotic mit der Akquisition eine breitere Portfoliostrategie. Die Sortiertechnologie von Cellumation ist insbesondere für Anwendungen relevant, bei denen die verfügbare Gebäudefläche begrenzt ist und eine hohe Flächeneffizienz benötigt wird. Bereits heute kommt der Celluveyor nach Unternehmensangaben bei Post-, E-Commerce- und Logistikunternehmen weltweit zum Einsatz.

Die Technologie soll künftig sowohl Bestandteil der Symbotic-Systeme werden als auch unabhängig davon vermarktet werden. Cohen verweist in diesem Zusammenhang auf die jüngsten Übernahmen von ARMS Innovations und Fox Robotics: „Aufbauend auf unseren jüngsten Übernahmen von ARMS Innovations und Fox Robotics erweitert diese Transaktion unser Portfolio um ein weiteres eigenständiges Produkt. Dieses wird sowohl direkt an Kunden und andere Systemintegratoren verkauft als auch in die Lösungen von Symbotic integriert.“ Damit bleibt der Celluveyor nicht ausschließlich auf Anwendungen innerhalb der Symbotic-Plattform beschränkt.

Cellumation bleibt am Standort Bremen eigenständig

Trotz der Übernahme wird Cellumation weiterhin unter eigenem Namen operieren. Der Hauptsitz des Unternehmens bleibt in Bremen. Auch die bisherige Unternehmensführung bleibt an Bord. Mitgründer und CEO Dr.-Ing. Hendrik Thamer sowie Mitgründer und CTO Dr.-Ing. Claudio Uriarte werden das operative Geschäft weiterhin leiten. Thamer sieht in der Übernahme die Möglichkeit, die internationale Entwicklung der Technologie zu beschleunigen: „Von Anfang an war es unsere Vision, eine völlig neue Kategorie der Materialflusstechnologie zu schaffen“, erklärt der Cellumation-CEO.

„Der Zusammenschluss mit Symbotic verschafft uns die Ressourcen, die Größe und die strategische Partnerschaft, die wir benötigen, um diese Vision weltweit schneller voranzutreiben. Ebenso wichtig ist, dass cellumation weiterhin Kunden aus unterschiedlichen Branchen bedienen und die Vorteile des celluveyor überall dort verfügbar machen wird, wo die Technologie einen Mehrwert schaffen kann.“

Das Unternehmen soll damit sowohl sein bestehendes Kundengeschäft fortführen als auch vom Zugang zum internationalen Netzwerk von Symbotic profitieren.

Wie stärkt die Übernahme Symbotics Position in Europa?

Mit cellumation gewinnt Symbotic nicht nur eine zusätzliche Technologieplattform, sondern auch eine bereits etablierte Organisation auf dem europäischen Markt. Das Bremer Unternehmen verfügt über Erfahrungen bei der Implementierung von Automatisierungslösungen in Europa, bestehende Kundenbeziehungen und ein eingespieltes lokales Führungsteam.

Diese Strukturen sollen Symbotic dabei unterstützen, seine Aktivitäten in Europa auszubauen. Zugleich erhält Cellumation über die neue Konzernzugehörigkeit Zugang zu zusätzlichen Ressourcen und Möglichkeiten zur internationalen Skalierung.

Die Übernahme verbindet damit zwei Entwicklungsrichtungen: Symbotic erweitert sein Portfolio um eine softwaregesteuerte Materialflusstechnologie, während cellumation seine internationale Expansion beschleunigen soll. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung kompakter, leistungsfähiger Automatisierungssysteme für die globale Lieferkette.

Was Sie zum Thema Symbotic übernimmt cellumation wissen müssen

• Warum übernimmt Symbotic Cellumation? 
Symbotic will mit der patentierten Celluveyor-Technologie seine Robotik- und Sortiersysteme erweitern, die Flächennutzung verbessern und seine Präsenz in Europa stärken.

• Welche Technologie erhält Symbotic durch die Übernahme von Cellumation? 
Im Mittelpunkt steht der Celluveyor, eine softwaregesteuerte Sortierplattform mit unabhängig steuerbaren, omnidirektionalen Förderzellen.

• Was bedeutet die Übernahme durch Symbotic für Cellumationin Bremen? 
Cellumationbleibt unter eigenem Namen mit Hauptsitz in Bremen tätig. Die Gründer Hendrik Thamer und Claudio Uriarte führen das Unternehmen weiterhin.

• Wo wird die Technologie von Cellumationnach der Übernahme durch Symbotic eingesetzt? 
Der Celluveyor wird bereits bei Post-, E-Commerce- und Logistikunternehmen eingesetzt. Künftig soll er zusätzlich in Robotiksysteme von Symbotic integriert werden.

• Welche Vorteile erwartet Symbotic durch die Übernahme von Cellumation?
Das Unternehmen erwartet höhere Durchsatzleistungen, eine effizientere Flächennutzung, einfachere Systemarchitekturen und potenziell niedrigere Investitionskosten.