Luke-Prothese mit USB-Stick,
Die Luke-Prothese wurde nach der Armprothese von Luke Skywalker in Star Wars nachempfunden. (Bild: Mobius Bionics)

Daneben lassen sich auch andere Ingenieure von der Filmindustrie inspirieren. So etwa Entwickler Dean Kamen, der Erfinder des Segways, der die Luke-Prothese entwickelte. Die Prothese ist der Armprothese nachempfunden, die Luke Skywalker in den Star Wars Filmen trägt.

Mittels Elektroden, die an dem verbleibenden Armstumpf befestigt werden, nimmt die Prothese Signale des Muskels wahr und setzt diese in Bewegungen um. Dank zehn Freiheitsgraden ist die Luke-Prothese weitaus flexibler als herkömmliche Prothesen. Die Schulter sowie das Ellenbogen- und Handgelenk werden jeweils von separaten Motoren angetrieben, sodass der Träger sogar hinter den eigenen Rücken greifen kann.

Die Hand verfügt über vier Motoren, die für genug Feinmotorik sorgen, dass der Träger sogar ein Ei greifen kann. Dabei erhält er über Sensoren in den Fingerspitzen ein Feedback darüber, wie hart er zugreift.

Die Luke-Prothese in Aktion (Quelle: DARPAtv)

Die "Luke" Arm Prothese ist auf dem US-Markt erhältlich und wird von Mobius Bionics hergestellt und vertrieben. Sie bietet bis zu zehn motorisierte Gelenke, verschiedene Griffmuster und eine Vielzahl von Eingabegeräte-Optionen, um eine möglichst intuitive Steuerung zu ermöglichen. Der Preis liegt je nach Konfiguration und Anpassung bei etwa 100.000 US-Dollar.

Die Zukunft der bionischen Prothesen

Insgesamt steht die Entwicklung bionischer Armprothesen auf einem sehr fortgeschrittenen Niveau, mit kontinuierlichen Verbesserungen in Funktionalität, Tragekomfort und Benutzerfreundlichkeit. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Forschung weiter voranschreitet, insbesondere in den Bereichen der sensorischen Rückkopplung und der neuronalen Steuerung, um die Prothesen noch natürlicher und leistungsfähiger zu machen.

Bereits 2020 wurde die erste voll integrierte bionische Arm-Prothese entwickelt, die sofort – nach dem Motto „Plug and Play“ – einsetzbar ist. Hier werden Sensoren, welche in einer Prothese des MedUni Wien-Unternehmenspartners Ottobock integriert sind, direkt mit den entsprechenden Nervenbahnen gekoppelt, sodass ein bedienerfreundliches „Plug and Play“ System geschaffen wurde, erklärt Oskar Aszmann vom klinischen Labor für Bionische Extremitäten Rekonstruktion der Universitätsklinik für Chirurgie Wien.

Deutschland ist lt. Statista weltweit führend in der Entwicklung und Produktion von hochwertigen orthopädischen Geräten im Bereich der medizinischen Technologie. Deutschland liegt derzeit weltweit auf Platz drei der Top 5 (2024) mit 3.040 Millionen Euro Umsatz, hinter den USA (Platz eins) und Japan (Platz zwei). In diesen Ländern gibt es eine hohe Nachfrage nach qualitativ hochwertigen orthopädischen Geräten aufgrund der alternden Bevölkerung und der steigenden Prävalenz von orthopädischen Erkrankungen.

Ein Trend, der sich auf dem globalen orthopädischen Geräte-Markt abzeichnet, ist die zunehmende Nutzung von 3D-Drucktechnologie zur Herstellung maßgeschneiderter orthopädischer Geräte. Diese Technologie ermöglicht es Herstellern, individuell angepasste Geräte zu niedrigeren Kosten und mit kürzeren Produktionszeiten herzustellen.

 

überarbeitet von Redaktion Automation NEXT

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