Warum sich mit zwei Daumen zufriedengeben, wenn man auch einen dritten haben kann? Dani Clode, die Entwicklerin des zusätzlichen Daumens, mit ihrer Erfindung.

Warum sich mit zwei Daumen zufriedengeben, wenn man auch einen dritten haben kann? Dani Clode, die Entwicklerin des zusätzlichen Daumens, mit ihrer Erfindung. (Bild: Dani Clode)

Dritter Daumen gibt Menschen neuen Grip

Die Entwicklung des opponierbaren Daumens, der einen Zangengriff zwischen Fingern ermöglicht, war ein Schlüsselmoment in der Evolution. Ein robotischer Zusatzdaumen soll Menschen jetzt weitere Möglichkeiten des Greifens eröffnen. Dani Clode, eine Mitarbeiterin im Labor von Professorin Tamar Makin an der britischen University of Cambridge, hat den dritten Daumen entwickelt. Er ermöglicht es dem Benutzer, Aufgaben auszuführen, die mit einer Hand nur schwer oder gar nicht zu bewältigen sind, oder komplexe mehrhändige Aufgaben auszuführen, ohne sich mit anderen Personen koordinieren zu müssen.

Das Herzstück des Geräts ist der 3D-gedruckte Daumen selbst, der an der rechten Hand des Benutzers befestigt wird, so dass er gegenüber dem natürlichen Daumen sitzt. Ein Kabel verbindet den Daumen mit einem am Handgelenk getragenen Motormodul, das wiederum drahtlos mit zwei Drucksensoren verbunden ist - je einem unter den großen Zehen des Benutzers. Der Druck des rechten Zehs zieht den Daumen quer über die Hand, während der Druck des linken Zehs den Daumen nach oben zu den Fingern zieht. Das Ausmaß der Bewegung des Daumens ist proportional zum ausgeübten Druck, und wenn der Druck nachlässt, kehrt er in seine ursprüngliche Position zurück.

Mit dem zweiten Auge sieht man besser...

Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham in Arizona
Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham in Arizona (Bild: NASA)

Nicht nur Menschen sehen mit zwei Augen besser als mit einem, das Gleiche gilt auch für Teleskope. Mit dem Large Binocular Telescope auf dem Mount Graham in Arizona haben  die  NASA und die University of Arizona Aufnahmen des Jupitermondes Io gemacht, wie sie bislang nur mit Jupitersonden möglich waren. Sie zeigen auf dem Mond Strukturen mit einer Breite von 50 Kilometern. Das hört sich erstmal nicht soooo spektakulär an - bis man erfährt, dass das der Größe einer Münze von 20 Millimetern Durchmesser aus einer Entfernung von 160 Kilometern entspricht, wie die NASA betont. Moderne Teleskope vermögen einfach immer wieder zu überraschen:

Holzturm für noch grüneren Windstrom

Die Viertelschalen-Module können mit herkömmlichen Kränen bewegt werden, weil sie so leicht sind.
Die Viertelschalen-Module können mit herkömmlichen Kränen bewegt werden, weil sie so leicht sind. (Bild: Fraunhofer WKI / Malte Mérono)

Windturbinen erzeugen lokal nachhaltigen Strom - aber klimaneutral sind sie deswegen nicht. Ihr CO2-Fußabdruck entsteht vor allem durch die Türme aus Stahl, dessen Erzeugung viel an Treibhausgasen freisetzt. Eine Alternative sollen künftig Windturbinentürme aus Holz bieten. Der höchste seiner Art ist der "Wind of Change Tower" des schwedischen Energieanbieters Varberg, der im März 2024 eingeweiht wurde. Das 105 Meter hohe Holzkonstrukt besteht aus vorgefertigten Viertelschalen-Modulen, die auf der Baustelle miteinander verklebt werden. Die Klebetechnologie dafür kommt vom Fraunhofer-Institut WKI. Im Vergleich zu Windkraftanlagen aus Beton oder Stahl werden auf diese Weise CO2-Einsparungen bis zu 90 Prozent erzielt. Und falls sich jemand um die Stabilität Sorgen macht: Bezogen auf das Eigengewicht hat Holz eine höhere spezifische Festigkeit als Stahl.

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Der Autor: Peter Koller

Peter Koller
(Bild: Anna McMaster)

Gelernter Politik-Journalist, heute News-Junkie, Robotik-Afficionado und Nerd-Versteher. Chefredakteur des Automatisierungsmagazins IEE. Peter Koller liebt den Technik-Journalismus, weil es das einzige Themengebiet ist, wo wirklich ständig neue Dinge passieren. Treibstoff: Milchschaum mit Koffein.

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