Physical AI in der Robotik
Schunk baut Partnerschaften aus
Physical AI soll Robotik schneller in die industrielle Anwendung bringen. Schunk zeigte auf der Hannover Messe 2026, wie Partnerschaften den Weg in Produktion und Mittelstand verkürzen.
Schunk und BCG kündigten auf der Hannover Messe eine Kooperation an, um die Einführung von Physical AI in der Fertigung zu beschleunigen – im Bild links Dr. Tilman Buchner (Partner & Director BCG) mit Julian Kümmerling (Head of Product Sales Automation Cells).
Schunk
Schunk rückt Physical AI stärker in den Mittelpunkt seiner Automatisierungsstrategie. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen strategische Partnerschaften dabei helfen, intelligente Automatisierung schneller in konkrete industrielle Anwendungen zu bringen. Auf der Hannover Messe 2026 zeigte der Spezialist für Greif- und Automatisierungstechnik mehrere Partnerprojekte. Im Fokus standen KI-gestützte Robotik, Smart-Factory-Lösungen und der Transfer von Physical AI in reale Produktionsumgebungen.
Der Ansatz zielt auf zentrale Herausforderungen in der Fertigung: Fachkräftemangel, steigende Kosten und zunehmend variable Handhabungsaufgaben. Gerade bei komplexen Prozessen stoßen klassische Automatisierungslösungen laut Mitteilung an Grenzen. Systeme sollen durch Physical AI adaptiver werden, Prozesse robuster laufen und Roboter zunehmend autonom agieren.
Wie BCG Physical AI in die Fertigung bringen soll
Mit der Boston Consulting Group (BCG) hat Schunk auf der Hannover Messe eine strategische Zusammenarbeit bekanntgegeben. Ziel ist es, die Einführung von Physical AI in der Fertigung zu beschleunigen. Dabei geht es vor allem darum, KI-gestützte Robotik schneller aus der Simulation in reale Produktionsumgebungen zu übertragen. Beide Partner wollen Kunden dabei unterstützen, Automatisierungspotenziale zu identifizieren, Machbarkeitsnachweise zu entwickeln und industrielle Lösungen zu skalieren.
BCG bringt laut Mitteilung Erfahrung in KI, digitaler Transformation und Prozessen ein. Schunk steuert seine Expertise in Automatisierung und industriellen Anwendungen bei. Damit soll der Weg von der technologischen Möglichkeit zur produktiven Anwendung verkürzt werden.
Simulation wird zum Ausgangspunkt der Automatisierung
Ein weiteres Projekt verbindet Schunk mit EY, NVIDIA und Wandelbots. Gemeinsam wollen die Partner Physical AI für den europäischen Mittelstand mit NVIDIA-Technologie skalieren. Im Zentrum steht die modulare Schunk Grow-Automationszelle. Sie ist als standardisierte Produktionseinheit für Handling, Montage und Inspektion ausgelegt. Durch die Integration der NVIDIA Omniverse Libraries und des offenen NVIDIA Isaac Simulationsframeworks lassen sich Roboterbewegungen, Greifprozesse und komplette Abläufe virtuell abbilden, trainieren und validieren.
Das soll Risiken senken, die Inbetriebnahme verkürzen und den Prozessstart stabilisieren. Wandelbots bringt dafür die NOVA-Plattform für softwaredefinierte Robotersteuerung und Datenintegration ein. EY verantwortet das Betriebsmodell und den Go-to-Market.
Wie die GROW-Zelle zur Smart Factory werden soll
Auch bei vernetzter Fertigung setzt Schunk auf Partner. Zusammen mit Stackit, dem Cloud-Provider von Schwarz Digits, Cybus und mit Unterstützung von Next Level Mittelstand gab das Unternehmen einen Ausblick auf eine skalierbare Smart-Factory-Lösung für den Mittelstand. Im Mittelpunkt stand erneut die KI-gestützte Grow-Automationszelle. Sie bildet einen vollständigen Produktionsschritt ab: Bauteile werden über ein Palettiermodul bereitgestellt, vom Roboter mit einem Greifer gehandhabt und anschließend präzise per Laser beschriftet.
In einer Visualisierung wuchsen mehrere Grow-Zellen zu einer „Smart Micro Factory“ zusammen. Das offene System soll sich nahtlos in weitere Automationszellen oder Drittsysteme integrieren lassen. Damit will Schunk souveräne, schnell skalierbare Smart-Factory-Szenarien für den Mittelstand praktisch erfahrbar machen.
Was der DLR-Vertrag für humanoide Robotik bedeutet
Auf der Hannover Messe unterzeichnete Schunk zudem mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt einen Lizenzvertrag. Er betrifft Roboterhand-Technologien, die im Projekt „SmartHand“ entwickelt wurden. Auf Basis der DLR-Technologie entwickelt Schunk seine modularen, humanoiden Roboterhände weiter. Im Fokus stehen feinmotorische Fähigkeiten für industrielle Anwendungen. Damit sollen anspruchsvolle Automatisierungsaufgaben künftig praxisnäher gelöst werden.
Die Kooperation knüpft an eine rund 20-jährige Zusammenarbeit zwischen Schunk und dem DLR an. Nun sollen mechanische Kompetenzen, moderne Robotikforschung und KI enger zusammengeführt werden.
Partnerschaften als Hebel für industrielle Umsetzung
Die auf der Hannover Messe vorgestellten Projekte zeigen, wie Schunk den Transfer von Physical AI in die Produktion strukturieren will. Beratung, Simulation, Cloud-Infrastruktur, Softwareplattformen und Robotikforschung werden dabei mit industrieller Automatisierungstechnik verbunden. Der Fokus liegt nicht auf einzelnen Demonstratoren, sondern auf anwendungsnahen Effizienzhebeln. Laut Mitteilung sollen Unternehmen dadurch produktiver werden, schneller in die Umsetzung kommen und ihre Betriebsprozesse resilienter gestalten.
FAQ: Physical AI bei Schunk
1. Was bedeutet Physical AI bei Schunk?
Physical AI beschreibt hier den Einsatz KI-gestützter Robotik, die industrielle
Prozesse adaptiver, robuster und autonomer machen soll.
2. Welche Rolle spielt Physical AI auf der Hannover
Messe 2026?
Schunk zeigte dort mehrere Partnerprojekte, mit denen Physical AI in reale
Produktionsumgebungen übertragen werden soll.
3. Wie unterstützt Physical AI den Mittelstand?
Die Grow-Automationszelle soll als standardisierte Einheit für Handling,
Montage und Inspektion skalierbare Automatisierung ermöglichen.
4. Welche Partner arbeiten mit Schunk an Physical
AI?
Genannt werden BCG, EY, NVIDIA, Wandelbots, Stackit, Cybus, Next Level
Mittelstand und das DLR.
5. Was hat Physical AI mit humanoider Robotik zu
tun?
Schunk nutzt DLR-Technologie aus dem Projekt „SmartHand“, um modulare humanoide
Roboterhände für industrielle Anwendungen weiterzuentwickeln.