Werner Wirth als strategischer Outsourcing-Partner
Integration, Schutz und Verbindung aus einer Hand
Ob IoT-Sensorik, urbane Infrastruktur oder industrielle Anwendungen: Elektronik muss heute dort funktionieren, wo Bedingungen alles andere als ideal sind. Gleichzeitig stehen Unternehmen vor der Herausforderung, Innovationen schnell in skalierbare Produkte zu überführen. Ganzheitliche Entwicklungs- und Fertigungspartner schließen diese Lücke.
Mascha HansenMaschaHansenMascha HansenMarketing Manager, Werner Wirth
4 min
Elektronik muss in neuen Umgebungen funktionieren, zum Beispiel in einem Sensor zur unterirdischen Feuchtemessung.Plantobelly
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„Mein Bekannter hatte ein Zitronenbäumchen,
das er im Schuppen überwintern ließ.“ So können heute Erfolgsgeschichten junger
Unternehmen anfangen. Sie handeln von einem Alltagsproblem und einer raffinierten
Idee, dieses zu lösen. Das Problem in diesem speziellen Fall war: Das
Zitronenbäumchen hatte den Winter mangels Gießens nicht überstanden. Die
Lösung: Bastian Klemke und sein Bekannter entwickelten einen unterirdischen
Feuchtesensor, der die Pflanzenpflege überwacht. Tatsächlich folgt auf solch einen
bemerkenswerten Auftakt einer Geschichte die nicht minder spannende Fortsetzung:
Wie wird aus der Idee das Produkt? Und in diesem Fall: Wie kommt die Elektronik
in die Anwendung?
Für Sven Höppner,
Geschäftsführer des Spezialisten für Verbindungstechnik und Komponentenschutz Werner
Wirth, wird diese Frage aus zwei Gründen immer bedeutsamer in der Entwicklung
und Fertigung elektronischer Produkte. Den ersten Grund sieht er in neuen Funktionsumgebungen.
„Im Zuge der Digitalisierung kommt Elektronik in Bereichen zum Einsatz, in
denen sie früher nicht zu finden war“, erklärt Höppner. „Diese
Dezentralisierung verlangt neue Lösungen mit Schutz- und Verbindungstechnik.“
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Das führt Höppner direkt zum
zweiten Grund: Auch die notwendigen Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen sind
nicht mehr zwingend an einem Ort verfügbar. „In der Folge der volatilen
Wirtschaftslage beobachten wir in der Branche seit Jahren einen anhaltenden
Outsourcing-Trend und die Zunahme von jungen Unternehmen, die keine eigene
Produktion aufbauen.“ Die Frage, welche die Erfolgsgeschichte eines Produkts fortsetzt,
muss daher auch lauten: Mit wem kommt die Elektronik in die Anwendung?
Die Basis ist multidisziplinär
Der Markt für EMS (Electronic
Manufacturing Services) und ODM (Original Design Manufacturer) befindet sich im
Aufwind. Die Analysten von Market Research Future geben sein globales Volumen für
das Jahr 2024 mit 809,64 Mrd US-Dollar an. Bis 2035, so ihre Prognose,
soll es sich auf 1.816,04 Mrd US-Dollar mehr als verdoppelt haben. Die
Dienstleister übernehmen Aufgaben, die von der Leiterplattenbestückung und
Baugruppenmontage bis zum Engineering und zur Designentwicklung reichen. Werner
Wirth ist einer von ihnen.
Das 1962 gegründete Hamburger Familienunternehmen
entwickelt und fertigt Lösungen aus Verbindungstechnik und Komponentenschutz
für elektronische Komponenten. Diese finden sich in so unterschiedlichen
Branchen wie unter anderem dem Anlagen- & Maschinenbau, Energietechnik,
Elektromobilität & Automotive bis hin zu Luftfahrt und Medizintechnik. Genauso
vielseitig ist das Portfolio. Es umfasst Standardstecker, Polymere Werkstoffe
und verschiedene Vergusstechnologien sowie Dienstleistungen zur
Auftragsfertigung von Kabelkonfektion, Baugruppen, Verguss und Werkzeugbau.
„Für die Entwicklung von
Elektronik müssen vier Aspekte berücksichtigt werden“, schildert Sven Höppner. Elektronik
muss über eine sichere Verbindung dauerhaft mit Energie versorgt werden oder
darüber Signale übertragen können. Sie muss über einen passenden Schutz
verfügen, der unter den jeweiligen Umgebungsbedingungen die Funktionalität gewährleistet.
Das erfordert sowohl eine Entwicklung, die diese Punkte in einen Prozess zusammenbringt,
als auch Kapazitäten für die Produktion in durchgängiger Qualität. „Unser
Portfolio deckt diese Bereiche ab, wodurch wir als Outsourcing-Partner auf
Augenhöhe agieren können“, so Höppner. „Damit bringen wir die Elektronik in
jede Anwendung.“
Werner Wirth erstellt das Sensorkabel von Plantobelly. Es wird abgelängt, verlötet und die Lötstellen isoliert.Werner Wirth
Der Sensor zum Vergraben
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Bastian
Klemke und sein Mitgründer waren anfangs recht weit gekommen. Sie gründeten
Plantobelly und starteten den Vertrieb für ihren gleichnamigen Feuchtesensor. Dass
sie mit ihrer Idee einen Nerv getroffen hatten, zeigte sich an den schnell
größer werdenden Kreisen, welche die Nachfrage nach ihrem Produkt zogen. Innerhalb
der ersten sechs Jahre vom Gründungsjahr 2018 bis 2024 konnte das junge
Unternehmen Installationen von Deutschland bis ins europäische Ausland verzeichnen.
Abnehmer sind Städte und Gemeinden, aber auch der Gartenlandschaftsbau und
Landwirte.
„Mit
dem Sensor überwachen Anwender zum Beispiel die Anpflanzung von Straßenbäumen
und Stadtbegrünung“, erläutert Klemke. „Sie behalten die Feuchtigkeit der
Vegetation per Web-Service vom Schreibtisch aus im Blick. Dadurch kann das
Gießen ohne Kontrollfahrten bedarfsgenau geplant werden.“
Das
System besteht aus einer Messschleife und einer Sensorbox, die über ein
Sondenkabel miteinander verbunden sind. Beides wird im zu überwachenden Bereich
vergraben. Die Box enthält eine Batterie, welche das System zehn Jahre lang mit
Energie versorgt. Je nach Geräte-Variante übermitteln die Sensoren ihre
erfassten Daten in bestehende LoRaWAN-Funknetzwerke oder autark via
NB-IoT-Technologie. Empfangen werden die Daten vom Webservice, über den sich
dann Bodenfeuchtigkeit, Ort, Sensorstatus sowie aktuelle Wetterdaten abrufen lassen.
Nächstes Kapitel dank neuem
Partner
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Die
große Nachfrage nach Plantobelly brachte das Unternehmen, inzwischen durch
Bastian Klemke allein vertreten, bald in eine kritische Phase des
Produktlebenszyklus: Die Produktion musste skaliert werden. Die bestehenden Montagekapazitäten
waren jedoch ausgereizt. Dazu kam, dass die vorherige Fertigung der
Messschleife im 2-Komponenten-Verguss nicht skalierbar war und Probleme bei der
Dichtigkeit machte. Über eine Empfehlung kam 2023 Werner Wirth ins Spiel.
Mit einem eigens entwickelten Vergusswerkzeug erstellt Werner Wirth den Komponentenschutz für die Messschleife.Werner Wirth
Schnell
war klar, dass das junge Unternehmen vom ganzheitlichen Ansatz des Hamburger
Partners auf breiterer Ebene profitieren wird. „Bei unserer Entwicklungsarbeit steht
nicht allein der funktionale Nutzen im Mittelpunkt“, erklärt Sven Höppner. „Prozessübergreifende
Themen wie Nachhaltigkeit oder Wirtschaftlichkeit spielen vollumfänglich in die
finale Lösung mit ein.“ Für Plantobelly agiert der Hersteller sowohl als ODM als
auch als Produktions-Backend.
Verbindungstechnik und
Komponentenschutz
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Mit
seiner Dienstleistung KabelkonfektionPlus erstellt Werner Wirth das
Sensorkabel. Es wird abgelängt, mit der Messschleife verlötet und die
Lötstellen isoliert. „Wir haben hier sehr viele enge Lötpunkte, die manuell nur
schwer herzustellen sind“, so Klemke. „Da brauchen wir Erfahrung.“ Die
Lötstelle wurde mit einem Komponentenschutz versehen. Dieser stellt neben der
vollständigen Dichtigkeit auch die Zugfestigkeit des Kabels sicher. Werner Wirth
umspritzt das Sensorkabel im Hotmelt Moulding, für das der Hersteller auch den
Werkzeugbau übernahm. Das geforderte Maß an Dichtigkeit und Zugfestigkeit
erzielt der Hersteller mit einem mehrstufigen Verfahren. Dafür wird zuerst ein
Vorverguss durchgeführt, mit dem die Kabelanschlüsse sicher fixiert werden. Im Endverguss
erhält das Sensorkabel seine endgültige Form. Final führt Werner Wirth die
Baugruppenmontage für die Sensorbox durch, deren Bestandteile zugeliefert
werden. Die Hamburger montieren Messschleife, Platine, Batterie sowie Gehäuse und
spielen die Firmware auf.
Das Hotmelt Moulding ist eine der Verarbeitungstechnologien, mit denen Werner Wirth Komponentenschutz erstellt.Werner Wirth
Und
auch in der Sensorbox steckt Fertigungs-Know-how des Herstellers. „Wir sind ein
grünes Start-up mit einem grünen Produkt. Wir wollen keinen Elektroschrott
produzieren“, so Klemke. Da jedoch die Bestandteile im Innern der Box durch
einen Epoxidharz-Verguss geschützt wurde, war sie nur als Einheit zu entsorgen.
„Wir haben lange nach einer Lösung gesucht, mit der die Einzelteile getrennt
werden konnten, und haben viele Hersteller angefragt“, erinnert sich Klemke. „Werner
Wirth war der Einzige, der sie uns anbieten konnte.“ Ein Silikongel umschließt
nun die Platine und schützt sie sicher gegen Feuchtigkeit und Korrosion. Dabei
ist es weich genug, dass die Verschraubung zugänglich bleibt und sich die
Bauteile nach Gebrauch wieder entnehmen lassen.
Für
den gesamten Prozess entstand eine detaillierte Dokumentation. Anhand von Foto-
und Text-Anleitungen erfolgen alle Arbeitsschritte bei Werner Wirth nach den festgelegten
Abläufen für Kabelkonfektion, Verguss und Baugruppenmontage. Treten Fehler auf,
lassen sich diese genau nachvollziehen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. „Das
kenne ich von anderen Unternehmen so tatsächlich nicht“, sagt Klemke.
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Das
Projekt ist exemplarisch für die vielseitigen Kompetenzen, welche das anwendungsspezifische
Entwickeln und Fertigen elektronischer Geräte erfordert. Davon ist auch Bastian
Klemke von Plantobelly überzeugt. Der intensive Austausch mit Werner Wirth als ODM
hat sein Produkt auf die nächste Ebene gebracht. Gemeinsam haben die Partner
den Schritt von der Auftrags- und Serienfertigung realisiert.
FAQ: Werner Wirth als strategischer Outsourcing-Partner
1. Warum wird Outsourcing in der Elektronikentwicklung und -fertigung immer wichtiger? Elektronik kommt heute zunehmend in neuen, dezentralen und anspruchsvollen Umgebungen zum Einsatz – etwa in IoT-Anwendungen, urbaner Infrastruktur oder industriellen Systemen. Gleichzeitig verfügen viele Unternehmen, insbesondere Start-ups, nicht über eigene Produktionskapazitäten. Deshalb gewinnen spezialisierte Entwicklungs- und Fertigungspartner an Bedeutung.
2. Welche Leistungen bietet Werner Wirth für elektronische Komponenten? Werner Wirth entwickelt und fertigt Lösungen aus Verbindungstechnik und Komponentenschutz. Das Portfolio umfasst unter anderem Standardstecker, polymere Werkstoffe, Vergusstechnologien, Kabelkonfektion, Baugruppenmontage, Werkzeugbau sowie Prototypen- und Serienproduktion.
3. Welche Rolle spielt Werner Wirth beim Plantobelly-Feuchtesensor? Für Plantobelly übernimmt Werner Wirth sowohl Entwicklungsaufgaben als ODM als auch die Produktion. Dazu gehören die Kabelkonfektion, das Verlöten und Isolieren der Messschleife, der Komponentenschutz durch Hotmelt Moulding sowie die Baugruppenmontage der Sensorbox inklusive Firmware-Aufspielung.
4. Wie schützt Werner Wirth die Elektronik des Sensors vor Feuchtigkeit und Korrosion? Beim Sensorkabel kommt ein mehrstufiges Vergussverfahren zum Einsatz, das Dichtigkeit und Zugfestigkeit sicherstellt. In der Sensorbox wird die Platine mit einem Silikongel geschützt. Dieses schützt vor Feuchtigkeit und Korrosion, bleibt aber weich genug, damit die Bauteile später getrennt und entnommen werden können.
5. Welchen Vorteil bietet die Zusammenarbeit mit Werner Wirth für Start-ups wie Plantobelly? Start-ups profitieren von Entwicklungs-, Fertigungs- und Prozesskompetenz aus einer Hand. Werner Wirth hilft dabei, ein Produkt skalierbar, wirtschaftlich und nachhaltig in Serie zu bringen – inklusive dokumentierter Arbeitsabläufe, Qualitätskontrolle und anwendungsspezifischer Fertigungslösungen.