Hochpräzisions-Kugellager
GMN investiert 28 Millionen Euro in neue Fertigung
Das Unternehmen GMN investiert massiv in eine neue Produktionshalle für Hochpräzisions-Kugellager. Der Spatenstich in Nürnberg markiert die größte Einzelinvestition seit 30 Jahren.
Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, und Michael Lösch, geschäftsführender Gesellschafter GMN, stoßen beim Spatenstich auf gutes Gelingen an.
Lutz Wolf/GMN
Mit einem feierlichen Spatenstich hat GMN Paul Müller Industrie den Bau einer neuen Produktionshalle für Hochpräzisions-Kugellager gestartet. Der Spatenstich fand am 18. Mai 2026 am Stammsitz in Nürnberg statt. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 28 Millionen Euro.
Für GMN ist der Neubau die größte Einzelinvestition der vergangenen 30 Jahre. Das Unternehmen wertet das Projekt zugleich als klares Bekenntnis zum Industriestandort Nürnberg. Das bisherige Produktionsgebäude stammt aus dem Jahr 1932. Nach fast einem Jahrhundert soll der Neubau die Grundlage für die künftige Kugellagerfertigung an der Äußeren Bayreuther Straße schaffen.
Neue Produktionshalle auf 8.650 Quadratmetern
Auf einer Bruttogeschossfläche von rund 8.650 Quadratmetern entsteht ein Spezialgebäude, das exakt auf die Herstellung hochgenauer GMN-Hochpräzisionskugellager ausgelegt ist. Bei voller Auslastung sollen dort rund 85 Mitarbeitende tätig sein.
Ein zentraler technischer Aspekt ist die schwingungsentkoppelte Bauweise. Die Bodenplatte des Feinmessraums wird vom übrigen Gebäude getrennt. Dadurch sollen Erschütterungen aus der nahegelegenen Bahnlinie und aus anderen Produktionsbereichen ferngehalten werden. Laut Mitteilung ist diese Maßnahme notwendig, um Fertigungstoleranzen im Submikrometer- oder Nanometerbereich zu beherrschen.
Auch Temperatur und Luftfeuchtigkeit werden in engen Grenzen geregelt. In der Produktion setzt GMN auf Automation und effiziente interne Logistik. Dazu zählen unter anderem autonome Transportsysteme.
Der Neubau spart viel Energie ein
Die neue Halle soll voraussichtlich 15 bis 20 % weniger Energie benötigen als der Altbau. Prozesswärme und Prozesskälte sollen über Geothermie bereitgestellt werden. Zusätzlich unterstützt eine Photovoltaikanlage mit rund 430 kWp und einem Akkuspeicher mit 200 kW die Stromversorgung.
Auf fossile Brennstoffe will GMN verzichten. Neben Geothermie soll klimaneutral zertifizierte Fernwärme des städtischen Energieversorgers N-ERGIE eingesetzt werden. Damit erfüllt das Gebäude laut Mitteilung Anforderungen an nachhaltige Gebäude hinsichtlich Energieeffizienz und ökologischer Nachhaltigkeit nach dem Standard NH 40 im KfW-Programm 299. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant. Der Umzug soll im ersten Quartal 2028 folgen.
Warum der Standort Nürnberg im Fokus steht
Michael Lösch, geschäftsführender Gesellschafter von GMN, ordnet den Spatenstich als wichtigen Schritt für das Unternehmen ein. „Der Spatenstich ist ein historischer Tag für den ‚Kugelmüller‘“, erklärt Lösch in Anspielung auf die historische Bezeichnung und das Ursprungsprodukt des Unternehmens.
Über GNM
GMN Paul Müller Industrie wurde 1908 gegründet und wird heute in vierter Generation als Familienunternehmen geführt. Rund 470 Mitarbeitende entwickeln und produzieren ausschließlich am Unternehmenssitz in Nürnberg.
Zum Portfolio zählen Hochpräzisionskugellager und -systeme, Maschinenspindeln, elektrische Antriebe, Klemmkörperfreiläufe sowie berührungslose Dichtungen. Die Exportquote liegt bei rund 45 %. Das Unternehmen liefert weltweit, unter anderem in den Maschinenbau, den Modell- und Fahrzeugbau sowie in die Luft- und Raumfahrttechnik.
Weiter sagt Lösch: „Er ist der Höhepunkt von drei Jahren Planung unter Leitung von Dr. Edgar Verlemann. Wir sind mutig und glauben an die Zukunft – und das auch in Zeiten, die nicht supersexy sind. 28 Millionen Euro sind ein starkes Signal an den Industriestandort Nürnberg, an unsere Mitbewerber und an das gesamte GMN-Team, das diesen Schritt möglich gemacht hat.“
Auch Dr. Andrea Heilmaier, Wirtschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, würdigte das Vorhaben. „Dieser Spatenstich ist ein Termin ganz nach dem Geschmack einer Wirtschaftsreferentin. GMN ist seit 120 Jahren Teil der Industriegeschichte Nürnbergs. Unsere Stadt ist Industriestadt und soll es auch bleiben. Die Zeiten sind nicht rosig – umso beachtenswerter ist eine Investition dieser Größenordnung. GMN sehe ich mit zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern, Mut und Standorttreue hervorragend aufgestellt.“
FAQ: Hochpräzisions-Kugellager
1. Warum baut GMN eine neue Halle für Hochpräzisions-Kugellager?
GMN ersetzt ein Produktionsgebäude aus dem Jahr 1932 und schafft die Grundlage für die künftige Kugellagerfertigung in Nürnberg.
2. Wie viel investiert GMN in Hochpräzisions-Kugellager?
Das Investitionsvolumen liegt bei rund 28 Mio. EUR und ist die größte Einzelinvestition des Unternehmens seit 30 Jahren.
3. Wann soll die neue Produktion für Hochpräzisions-Kugellager fertig sein?
Die Fertigstellung ist für Ende 2027 geplant, der Umzug soll im ersten Quartal 2028 erfolgen.
4. Welche Technik nutzt GMN für Hochpräzisions-Kugellager?
Der Neubau setzt auf schwingungsentkoppelte Bereiche, eng geregelte Temperatur und Luftfeuchtigkeit, Automation sowie autonome Transportsysteme.
5. Welche Bedeutung hat der Neubau für Hochpräzisions-Kugellager in Nürnberg?
GMN versteht die Investition als Bekenntnis zum Industriestandort Nürnberg und zur Fertigung am Stammsitz.