Wie KI und Robotik die Fertigung intelligenter machen
Cobots, lernende Systeme und datengetriebene Prozesse: Die europäische Industrie steht vor einem Umbruch – getrieben von geopolitischen Herausforderungen, Fachkräftemangel und wachsendem Effizienzdruck. Ein aktueller Report von Universal Robots zeigt: Unternehmen setzen zunehmend auf intelligente Automatisierung, um Resilienz, Produktivität und Qualität zu steigern – und machen Roboter zu strategischen Partnern.
Gregor SpiekerGregorSpiekerGregor SpiekerSales Leader bei Universal Robots
3 min
Robotik, KI und smarte Systeme sind die größten Treiber für Veränderungen in der industriellen Produktion.Universal Robots
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Das traditionelle Bild des Roboters
als starrer, unnachgiebiger Maschinenausführer gehört der Vergangenheit an. Die
europäische Industrie steht an einem Scheideweg. Angesichts anhaltender
Umbrüche – von geopolitischer Instabilität und Inflationsdruck bis hin zu einer
alternden Belegschaft und Schwankungen in der Lieferkette – überdenken
Führungskräfte die Grundlagen ihrer Arbeitsweise.
Unternehmen investieren
strategisch in Technologien wie Robotik, KI und fortschrittliche Analytik, um
die Produktivität zu steigern, die Qualität zu verbessern und eine größere
Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Der aktuelle „State of Industrial Automation“-Report
von Universal Robots, für den weltweit 2.174 Fachkräfte befragt wurden (351 aus
Deutschland), bestätigt diese Entwicklungen eindrücklich
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Der Wandel
hin zur intelligenten Automatisierung
Während die
gesamteuropäischen Daten eine dynamische Entwicklung bei der Einführung von
Cobots zeigen, offenbart ein Blick auf den deutschen Markt eine Industrie, die geprägt
ist von Ingenieurtradition, Präzisionsdenken und einem unbeirrbaren Streben
nach operativer Exzellenz. Die deutsche Industrie weist ein klares Automatisierungsprofil
auf. Besonders auffällig ist die Priorisierung operativer Effizienz: Jeweils
rund 68 Prozent der deutschen Befragten nennen Produktivitätssteigerung und
Kostensenkung als zentrale Treiber für Automatisierung, gefolgt von Qualitätsverbesserung
mit rund 62 Prozent.
Mit Blick auf die
technologische Zukunft zeigen sich deutsche Unternehmen besonders überzeugt vom
Potenzial der Robotik: 53 Prozent der Befragten in Deutschland betrachten
Robotik und Automatisierung als die transformativsten Technologien bis 2030,
gegenüber 48 Prozent im europäischen Durchschnitt. Ein Ergebnis, das
Deutschlands starke Ausrichtung auf industrielle Automatisierung als
langfristigen strategischen Hebel unterstreicht.
Bei den Themen
Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen hingegen zeigen sich die
deutschen Befragten zwar aufgeschlossen, aber zurückhaltender. Lediglich 34 Prozent
wählten diese Technologien als die transformativsten bis 2030 aus. Mögliche
Gründe für die abwartende Haltung liegen in technischer Komplexität,
Herausforderungen bei der Integration, Bedenken hinsichtlich des Reifegrads und
der Frage nach der Branchenrelevanz. Grundsätzlich deuten die Ergebnisse darauf
hin, dass deutsche Unternehmen die Automatisierung auf Hardware-Ebene klar
vorantreiben, beim Einsatz datenbasierter oder kognitiver Technologien jedoch
eher einen schrittweisen Ansatz verfolgen.
Bild 1: Mensch und Maschine agieren zunehmend als vernetztes Team in der Produktion.Universal Robots
Auf globaler Ebene
zeigt die Studie generell einen überwältigenden Optimismus bezüglich der
Auswirkungen KI-gesteuerter Robotik. So erwartet die überwiegende Mehrheit der
Befragten innerhalb der nächsten fünf Jahre erhebliche geschäftliche
Verbesserungen durch intelligente Automatisierung, prädiktive Analysen und
adaptive Abläufe. Nur einer von zehn Befragten gibt an, sich noch unsicher zu
fühlen oder nur begrenzte Auswirkungen zu sehen.
Die Befragten sind
sich zudem darüber einig, dass KI-gestützte Roboter keine Gegner, sondern
vielmehr Verbündete sind. Über ein Drittel (38 Prozent) identifiziert KI und
maschinelles Lernen als die Technologien, die ihre Branche bis 2030 am
stärksten verändern werden. In den nächsten fünf Jahren erwarten viele Befragte
erhebliche Vorteile, darunter eine verbesserte Automatisierung, höhere
Effizienz und gesteigerte Produktivität.
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Anwendungsbeispiel:
KI-gestützte Kommissionierung in der Logistik
Die Studie zeigt, was sich in der
Praxis bereits bestätigt: Unternehmen nutzen zunehmend KI-gestützte Robotik, um
Variantenvielfalt, Effizienzanforderungen und Flexibilitätsdruck zu bewältigen
und damit die Rolle von Robotern grundlegend zu verändern. Sichtbar wird diese
Entwicklung in der Lagerlogistik, die heute mit kleinen Losgrößen, hoher
Variantenvielfalt und steigenden Präzisions- und Durchsatzanforderungen
konfrontiert ist.
Bild 2: Deep-Learning-Systeme ermöglichen Robotern eigenständiges Greifen ohne Umprogrammierung.Universal Robots
Klassische, starr programmierte Systeme stoßen hier rasch an
Grenzen, während KI-gestützte Kommissionierung bereits praxiserprobte Lösungen
bietet: Etwa bei der automatisierten Handhabung von Kleinladungsträgern (KLTs),
bei der kollaborative Roboter und Deep-Learning-basierte Visionsysteme KLTs
selbstständig erkennen und greifen – unabhängig von Position oder vorher
definierten Bewegungsmustern.
Die Vorteile sind
klar:
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Reduzierung von Fehlern: Sichere Erkennung auch bei veränderten
Behälterpositionen.
Erhöhte Prozesssicherheit: Der Roboter reagiert eigenständig
auf Veränderungen, wodurch manuelle Eingriffe seltener werden.
Steigerung der Durchsatzleistung: Der Wegfall
ständiger Umprogrammierungen macht Kommissionierprozesse dauerhaft effizienter.
Entlastung der Mitarbeiter: Körperlich belastende
Routineaufgaben werden automatisiert.
Die Zukunft
der Kollaboration
Die Ergebnisse des
„State of Industrial Automation“-Reports machen deutlich: Die Zukunft der Fertigung
wird nicht von isolierter Technologie, sondern von der intelligenten
Zusammenarbeit zwischen Menschen, Robotern und KI-Systemen bestimmt.
Unternehmen, die Robotik bisher lediglich als Automatisierungswerkzeug
betrachtet haben, begreifen sie zunehmend als strategischen Partner, der
Prozesse flexibler, sicherer und resilienter macht.
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In den kommenden
Jahren wird diese Partnerschaft weiter an Bedeutung gewinnen. KI wird Robotern
Fähigkeiten verleihen, die weit über klassische Automatisierungslogiken
hinausgehen. Sie werden aus Daten lernen, sich autonom an veränderte Umgebungen
anpassen und ein tiefes Verständnis komplexer Produktionsprozesse entwickeln.
Für die
europäische Industrie bedeutet das einen grundlegenden Wandel: Nicht der Grad
der Automatisierung entscheidet über Wettbewerbsfähigkeit, sondern die
Fähigkeit, Robotik, Daten und KI zu einem intelligenten Gesamtsystem zu
verbinden. Unternehmen, die diese Entwicklung aktiv gestalten, werden nicht nur
effizienter, sondern sichern auch ihre Zukunftsfähigkeit in einem zunehmend
dynamischen globalen Markt.
FAQ: KI und Robotik in der industriellen Automatisierung
1. Warum gewinnt intelligente Automatisierung in der Industrie an Bedeutung? Unternehmen stehen unter Druck durch Fachkräftemangel, geopolitische Unsicherheiten und steigende Effizienzanforderungen. Technologien wie Robotik, KI und Analytik helfen, Produktivität zu steigern, Qualität zu sichern und widerstandsfähiger zu werden.
2. Welche Rolle spielt Robotik in der zukünftigen Industrie? Robotik wird zunehmend als strategischer Partner verstanden, nicht mehr nur als Werkzeug. Besonders in Deutschland sehen 53 % der Befragten Robotik als wichtigste transformative Technologie bis 2030.
3. Warum sind deutsche Unternehmen bei KI noch zurückhaltend? Die Zurückhaltung liegt vor allem in der technischen Komplexität, Integrationsherausforderungen und Unsicherheiten bezüglich Reifegrad und konkretem Nutzen. Daher verfolgen viele Unternehmen einen schrittweisen Ansatz bei datengetriebenen Technologien.
4. Welche Vorteile bietet KI-gestützte Robotik in der Praxis? Beispiele wie die automatisierte Kommissionierung zeigen klare Vorteile: geringere Fehlerquoten, höhere Prozesssicherheit, gesteigerte Effizienz und Entlastung der Mitarbeitenden bei körperlich belastenden Aufgaben.
5. Wie sieht die Zukunft der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine aus? Die Produktion der Zukunft basiert auf enger Zusammenarbeit zwischen Mensch, Robotik und KI. Systeme werden lernfähig, adaptiv und zunehmend autonom, wodurch flexible und resiliente Produktionsprozesse entstehen.