Mehr Schutz für KRITIS

Neues Drohnenlagezentrum am Tegernsee eröffnet

Ein ziviles Drohnenlagezentrum geht in Bayern an den Start – mit Technologien ohne Auslandsabhängigkeit, aktiver Bedrohungserkennung und Fokus auf kritische Infrastrukturen. Die Botschaft: Gefahren erkennen, bevor sie Realität werden.

2 min
Die neue Überwachungseinheit von Hensec am Tegernsee soll dabei helfen, unautorisierte Drohnenflüge frühzeitig zu erkennen, zu bewerten und gezielt Alarmketten in Gang zu setzen – automatisiert und rund um die Uhr.

Das bundesweit tätige Sicherheitsunternehmen hensec hat ein neues ziviles Drohnenlagezentrum am oberbayerischen Tegernsee in Betrieb genommen. Von dort aus erfolgt eine permanente überregionale Luftraumüberwachung aller verbundenen Einrichtungen. Kommt es zu Drohnensichtungen, die Anlass zur Sorge geben, werden frühzeitig die zuständigen Behörden, die integrierten Leitstellen oder der Werkschutz mit Zuständigkeit für das jeweils betroffene Firmengelände informiert und entsprechend im Vorfeld festgelegte Alarmketten aktiviert.

Als kritische Infrastrukturen (KRITIS) gelten die Energie- und Wasserversorgung, das Transport- und Verkehrswesen, der Sektor Gesundheit, die Informations- und Telekommunikationstechnik, das Finanz- und Versicherungswesen, die Lebensmittelversorgung sowie Notfall- und Verwaltungsdienste; ihre Funktionsfähigkeit ist essenziell für die Aufrechterhaltung des täglichen Lebens, der Sicherheit und der Stabilität unserer Gesellschaft. Der jüngste Anschlag auf die Energieversorgung in Berlin mit tagelangem Stromausfall in einem Stadtbezirk, von dem etwa 100.000 Menschen betroffen waren, steht exemplarisch für die Gefahr bei KRITIS-Ausfällen.

Der neue Service richtet sich in erster Linie an die Betreiber kritischer Infrastrukturen in Bayern. Unternehmen aus dem KRITIS-Sektor, aber auch andere Industriebetriebe, Wirtschaftsunternehmen und Behörden können sich an das Zentrum anschließen, um die erhöhte Sicherheitsstufe durch die permanente Drohnenüberwachung in Anspruch zu nehmen.

Das neue Drohnen-Monitoringzentrum verfügt laut Angaben über eine offene Datenstruktur, so dass sich auch bereits vorhandene Systeme leicht integrieren lassen. Zudem können dadurch die erfassten Daten auch standortunabhängig mit anderen Lagezentren ausgetauscht werden.

Technologische Souveränität und Resilienz „made in Germany“

Hensec betont, dass das neue Drohnenlagezentrum durchweg mit Technologie „made in Germany“ arbeitet. Erst kürzlich fiel den Angaben zufolge bei einer Vorstellung auf dem letzten Advanced Air Mobility Forum mit der Bayerischen Koordinierungsstelle Drohnen (BayKD) in Oberpfaffenhofen positiv auf, dass das Hensec-Luftraumüberwachungssystem als einziges Verbundsystem ohne ausländische Komponenten oder Abhängigkeiten funktioniert.

Dieses Streben nach technologischer Souveränität spiegelt sich laut Unternehmen auch beim Aufbau des neuen Lagezentrums wider. Es bestünden weder bei den verwendeten Betriebssystemen noch bei der Anwendungssoftware oder der Cloud-Infrastruktur Abhängigkeiten zu Konzernen aus Übersee oder dem nicht-Europäischen Ausland, stellt das Sicherheitsunternehmen klar.

Ziviles Drohnenlagezentrum am oberbayerischen Tegernsee des Sicherheitsunternehmens Hensec Secure Solutions

Ebenso wichtig ist Hensec die technologische Resilienz des neuen Drohnenzentrums. So seien sowohl die Hardwarekomponenten als auch die Arbeitsplätze redundant ausgelegt, damit bei einem eventuellen Komponentenausfall unmittelbar umgeschaltet werden könne. Bei den Arbeitsplätzen verzichtet das Unternehmen durchgängig auf Wifi, Bluetooth oder andere Funktechnologien, die potenziell von außen gestört oder manipuliert werden können.

„Die Bedrohungslage ist ernst und wir nehmen sie ernst“, betont Hensec-Inhaber Kevin Heneka. „Alle KRITIS-Unternehmen sind ebenfalls gut beraten, die Gefahr ernst zu nehmen.“ Bislang gehören je nach Zählweise etwa 2.000 Firmen zum KRITIS-Kreis. Durch das neue NIS2/KRITIS-Dachgesetz sind künftig schätzungsweise mehr als 30.000 Unternehmen betroffen

Eines von drei Drohnenlagezentren in Deutschland

Bei dem neuen Lagezentrum am Tegernsee handelt es sich um eine von drei ähnlich aufgebauten Drohnenstationen in anderen Bundesländern. Im Verbund lassen sich damit Drohnen an den häufigsten KRITIS-Standorten und Flughäfen bundesweit detektieren, überwachen, identifizieren und entsprechend eine Gefahreneinschätzung vornehmen. Zudem sind die Stationen auch auf das aktive Steuern von Drohnen ausgelegt. Mit der BVLOS Genehmigung können die Zentren dadurch im Krisenfall im Schichtbetrieb eigene Drohnen über zehn Stunden lang ununterbrochen in der Luft steuern – z.B. zur Erstellung von Live-Lagebildern.

(Quelle: Hensec)

FAQ: Drohnenlagezentrum Tegernsee & KRITIS-Schutz

1. Was ist das Drohnenlagezentrum am Tegernsee und welchen Zweck erfüllt es?
Das zivile Drohnenlagezentrum am oberbayerischen Tegernsee wurde vom Sicherheitsunternehmen Hensec in Betrieb genommen. Es dient der kontinuierlichen Luftraumüberwachung überregionale KRITIS-Standorte und weiterer sicherheitsrelevanter Einrichtungen. Ziel ist es, unautorisierte Drohnenaktivitäten frühzeitig zu erkennen, Alarmketten auszulösen und so präventiv auf potenzielle Gefahren reagieren zu können.

2. Welche Unternehmen können das Drohnenlagezentrum nutzen?
Der Service richtet sich primär an Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS) wie Energieversorger, Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe, IT-Unternehmen oder Lebensmittelproduzenten. Darüber hinaus steht die Anbindung auch weiteren Industriebetrieben, Behörden und Wirtschaftsunternehmen offen, die ein erhöhtes Sicherheitsniveau durch Drohnenüberwachung anstreben.

3. Welche Technologie kommt zum Einsatz – und was bedeutet „made in Germany“ konkret?
Das Zentrum nutzt ausschließlich in Deutschland entwickelte Hard- und Software. Weder Betriebssysteme, Anwendungssoftware noch Cloud-Infrastruktur enthalten Komponenten aus nicht-europäischen Ländern. Auch auf potenziell störanfällige Funktechnologien wie WLAN oder Bluetooth wird bewusst verzichtet. Damit garantiert Hensec technologische Souveränität und maximale IT-Sicherheit ohne Abhängigkeit von US- oder asiatischen Konzernen.

4. Warum ist das Thema Drohnenüberwachung für KRITIS-Unternehmen so wichtig?
Drohnen stellen eine reale Bedrohung für kritische Infrastrukturen dar – sei es durch gezielte Sabotage, Spionage oder unabsichtliche Störungen. Vorfälle wie ein Stromausfall in Berlin durch einen Anschlag auf die Energieversorgung zeigen, wie verletzlich diese Systeme sind. Mit der Ausweitung des KRITIS-Kreises auf rund 30.000 Unternehmen durch das NIS2-Gesetz wächst der Druck, präventive Sicherheitsmaßnahmen wie Drohnenüberwachungssysteme zu implementieren.