Bayerns Robotik‑Ökosystem im Turbo‑Modus

Ministerium und Neura stützen robo.innovate mit Millionen

Das bayerische Wirtschaftsministerium verlängert die Unterstützung für den Robotik-Inkubator robo.innovate der TU München und stellt für die kommenden dreieinhalb Jahre 3,5 Millionen Euro zur Verfügung. In dieser Förderphase kommt zudem erstmals der Robotikhersteller Neura Robotics als wichtiger Industriesponsor hinzu.

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Im Munich Urban Colab: Nicole Ebner, Prof. Eckehard Steinbach (2.v.l.) und Lorenzo Masia (l.) im Gespräch. Rechts: Jannik Grothusen, Gründer des Start-ups The Robot Learning Company

Die Ende 2021 entstandene Initiative robo.innovate fördert Gründerinnen und Gründer von der Idee über einen Prototyp bis hin zu einem marktfähigen Produkt. „Wir vernetzen und unterstützen Studierende, Forschende, Industrie und Investoren bei Start-up-Projekten und begleiten Gründungsteams auf ihrem Weg von der Idee zu einem erfolgreichen Unternehmen“, erklärt Managing Director Nicole Ebner von robo.innovate. Der Inkubator stellt Studierenden unter anderem Büroräume und den Zugang zu Werkstätten des UnternehmerTUM MakerSpace zur Verfügung. Zweimal im Jahr lädt robo.innovate zudem ausgewählte Fachleute der Robotik und KI zum exklusiven Event SPICE ein und ist Organisatorin eines Robotik-spezifischen Hackathons, sowie diverser Netzwerktreffen und Fachworkshops explizit zugeschnitten für die Bedarfe in der Robotik/KI.

Mehr als 100 Start-ups in vier Jahren

Mehr als 100 Start-ups hat die Initiative bis heute bereits unterstützt. Etwa die Hälfte der betreuten Teams gründen nach Erfahrungen des Mitinitiators und Projektleiters von robo.innovate, Prof. Eckehard Steinbach aus dem Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI), ein eigenes Start-up. „Insgesamt warben unsere Robotik-Start-ups in den letzten vier Jahren 52 Millionen Euro ein“, so Steinbach. Darunter befinden sich etwa die Spezialisten für Biodiversität Hula Earth, die Entwickler von Müllsammelrobotern von Angsa Robotics und das Team um Olive Robotics mit einem modularen Robotiksystem.

„Dass wir nun für weitere dreieinhalb Jahre durch das bayerische Wirtschaftsministerium gefördert werden, zeigt, dass unser Ansatz richtig ist. robo.innovate kennt das Ökosystem aus universitärer Forschung, Industrie, Investoren, Start-ups und öffentlichen Förderstellen sehr gut und kann potenziellen Gründerinnen und Gründern gezielt Zugang zu allen relevanten Netzwerken rund um Robotik, KI, Medizintechnik, Fertigung und angrenzende Technologien ermöglichen“, sagt Prof. Eckehard Steinbach, Vorstand der TUM MIRMI und Leiter des Lehrstuhls für Medientechnik an der TUM.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sagt: „robo.innovate unterstützt junge Talente dabei, Ideen in den beiden Zukunftsfeldern „Robotik“ und „KI“ in tragfähige Geschäftsmodelle zu überführen. Dies gibt dem Wirtschaftsstandort Bayern einen kräftigen Schub: Neue Start-ups entstehen, über Aufträge und Kooperationen fließen die Innovationen in bestehende Unternehmen. Daher haben wir die Förderung von robo.innovate bis zum 30.06.2029 verlängert und auf insgesamt über 7 Millionen Euro aufgestockt. Es freut mich, dass bereits so viele Teams erfolgreich ihren Weg gegangen sind und Gründerland Bayern sie hierbei begleiten konnte. Mein Dank geht auch an den ersten Sponsor aus der Industrie!“

Dass komplexe, intelligente Robotik aus Deutschland kommen sollte, meint auch David Reger, CEO und Gründer von Neura Robotics . „Deshalb fördern wir diejenigen, die mit neuen Ideen und unternehmerischem Mut die Zukunft dieser Technologie gestalten wollen. robo.innovate bietet dafür eine ideale Plattform. Wir freuen uns sehr, die Initiative zu unterstützen und damit vielen jungen Talenten und Gründungsteams auf ihrem Weg in die Robotik von morgen zur Seite zu stehen.“

FAQ: robo.innovate und die neue Förderung

1. Was ist robo.innovate und welches Ziel verfolgt der Inkubator?
robo.innovate ist ein Robotik-Inkubator des Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence (MIRMI) an der Technischen Universität München (TUM). Ziel ist es, Gründerteams von der ersten Idee über den Prototyp bis zum marktfähigen Produkt zu begleiten. Neben Büroräumen und Werkstattzugang organisiert der Inkubator exklusive Events, Hackathons und bietet gezielte Vernetzung mit Industrie, Forschung und Investoren.

2. Wie erfolgreich war robo.innovate bisher?
Seit dem Start Ende 2021 wurden über 100 Start-ups unterstützt. Etwa die Hälfte davon hat ein Unternehmen gegründet. Insgesamt haben diese Teams rund 52 Millionen Euro an Investitionen eingeworben – ein Beleg für die wirtschaftliche Relevanz und Wirksamkeit des Programms.

3. Welche Rolle spielen das Bayerische Wirtschaftsministerium und Neura Robotics in der neuen Förderphase?
Das Bayerische Wirtschaftsministerium stellt für die kommenden dreieinhalb Jahre 3,5 Millionen Euro zur Verfügung und verlängert die Förderung bis 2029 auf insgesamt über 7 Millionen Euro. Neu dabei ist NEURA Robotics als erster Industriesponsor. Das Unternehmen möchte durch die Kooperation gezielt innovative Robotik-Ideen aus Deutschland fördern.