Intelligente Informationsbereitstellung für ctrlX Automation
Bosch Rexroth treibt mit der Plattform ctrlX Automation die Öffnung klassischer Automatisierungsarchitekturen voran. Parallel dazu muss auch die technische Informationsbereitstellung neu gedacht werden. Statt monolithischer PDF-Dokumente setzt das Unternehmen heute auf ein webbasiertes Content-Delivery-Portal (CDP) von Empolis, das Informationen kontextbezogen und modular bereitstellt.
Dirk BrandesDirkBrandesDirk BrandesSenior PR Manager bei Empolis
4 min
Das Content Delivery Portal i-views von Empolis Intelligent Views unterstützt Rexroth bei der Umsetzung von ctrlX Automation.Empolis Intelligent Views
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Mit ctrlX Automation
hat Bosch Rexroth 2020 eine Automatisierungsplattform eingeführt, die auf einem
Linux-Echtzeitbetriebssystem, offenen Standards und App-Technologie basiert.
Ziel ist es, Engineering-Aufwände zu reduzieren und die Time-to-Market neuer
Maschinen zu verkürzen. Dabei können Anwender sowohl Apps von Bosch Rexroth als
auch Applikationen von Drittanbietern oder selbst erstellte Apps nutzen.
Drittanbieter können durch den Multiplikator ihre Geschäftsmodelle und die
Reichweite ihrer Lösungen erweitern.
Die Herausforderung
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Mit der
technologischen Neuausrichtung wuchs auch der Anspruch an die
Informationsbereitstellung. Bislang standen hierfür monolithische Inhalte als
PDFs zur Verfügung. Die Schwachstelle lag hier im Auffinden relevanter Inhalte.
So brachten den Nutzer intuitive Sucheingaben und Navigation durch abstrakte
und doppelte Begriffe einer Kategorie oft nicht zum Ziel. „Technische Informationen zu den Produkten
waren schwer auffindbar“, erinnert sich Berthold Strucken, Engineering
Project-Office and Infrastructure, Translation and Product Documentation bei
Bosch Rexroth.
Für ctrlX Automation
war diese Form der Informationsbereitstellung nicht mehr zeitgemäß. Entsprechend
war das Kundenfeedback, das oft so ausfiel: „Wenn ich nicht weiß, wie das
Produkt heißt, finde ich es nicht“; „Man sucht ewig, um die richtigen Infos zu
finden“; „Da gibt es einen Katalog von 600 Seiten und auf Seite 317 findest du
die Info“. Im Vordergrund der neuen Lösung standen eine bessere
Durchsuchbarkeit und schnelleres Auffinden von relevantem Inhalt.
Strukturierung der Information und
Wissensmodellierung
Im
Mittelpunkt stand die Idee, Informationen nicht mehr dokumentenzentriert,
sondern themen- und kontextorientiert bereitzustellen.
Content Delivery Portal mit Knowledge Graph
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Zum Einsatz kommt bei Bosch Rexroth das webbasierte Content-Delivery-Portal
i-views von Empolis Intelligent
Views, das Inhalte unterschiedlicher Quellen über gemeinsame Metadaten
zusammenführt und integriert –
darunter Altbestände, Dokumentationen aus Redaktionssystemen sowie weitere
Informationsquellen. Kern der Lösung ist ein Knowledge Graph. Diese semantische
Technologie vernetzt technische Dokumentationsdaten mit Produkt- und
Nutzerwissen. Ziel ist es, Informationen kontextbezogen auszuspielen – abhängig
von Produkt, Rolle oder Anwendungsszenario.
Das soll den unterschiedlichen Informationsbedarfe entgegenkommen:
So benötigt beispielsweise ein Instandhalter bei einer Warnmeldung konkrete
Hinweise zur Fehlerursache und eine Anleitung zur Behebung. Oder ein
Inbetriebnehmer sucht Informationen zur Referenzierung eines Antriebs. Und ein
Monteur benötigt einen Überblick zu Geräten, Verdrahtung und Parametrierung
einer Sicherheitszone. Um diese
Fragen zu beantworten, müssen die technischen Informationen aus verschiedenen
Perspektiven betrachtet und die Erkenntnisse daraus vereint werden. Dies
geschieht zum Beispiel durch eine Vernetzung der technischen
Dokumentationsdaten sowie des Produkt- und Nutzerwissens.
Relevante
Bezüge zwischen den vorliegenden Informationen und den Nutzeranfragen können so
analysiert und sichtbar gemacht werden:
Welche Kapitel sind für den
betreffenden Nutzer tatsächlich relevant?
Was sind eventuell nächste Schritte,
die der Nutzer in diesem Kontext tun wird, und wie kann man ihn dahingehend
auch noch unterstützen?
Wenn er die Funktionsweise einer
Komponente prüft, an welcher Stelle muss er ebenfalls eine Prüfprozedur
durchführen?
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Man erkennt
schon anhand der Beispiele, dass Treffer durch eine reine Volltextsuche dem
Fragensteller nicht weiterhelfen. Um diese Vernetzung herzustellen, nutzt das
CDP die integrierte Knowledge-Graph-Technologie von Empolis Intelligent Views.
Die semantische Technologie eines Knowledge-Graphen ermöglicht eine umfassende
Repräsentation eines Sach- beziehungsweise Wissensgebiets und seiner Logik. Dadurch lassen
sich komplexe Fragestellungen beantworten und nachvollziehbar begründen.
Knowledge Graphen machen menschliches Wissen maschinenlesbar und digital repräsentierbar.
Somit schaffen sie auch die inhaltliche Vernetzung von Themen.
Direkt
finden, anstatt zu suchen
Das Wissen,
ob eine benötigte Information in einer Bedienungsanleitung oder einer
Wartungsanleitung steht, bringt dem Nutzer erstmal keinen Mehrwert: Er müsste
ja in zwei verschiedenen Dokumenten nachschauen. Der topic-zentrierte Ansatz
lenkt hierbei den Fokus auf den Anwendungskontext und auf die eigentliche
Information, die innerhalb eines Kapitels steht. Dem Nutzer wird aus diesem
Grund direkt das relevante Kapitel mit der gewünschten Information angezeigt.
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i-views
liefert Informationen anwendungs- und anwendergerecht an die Nutzer. Neben
modularen Informationen aus Redaktionssystemen können auch weitere vielfältige
Informationsquellen berücksichtigt werden. Das CDP schafft die Voraussetzung,
dass die Dokumentation Teil der digitalen Wertschöpfungskette werden kann.
Technische Dokumentation wird zu digitalen Nutzungsinformationen, die Anwender,
wie etwa Service-Mitarbeiter, auf mobilen Endgeräten, am Bildschirm, an der
Maschine oder am Firmen-PC lesen und durchsuchen können. Sie haben auch die
Möglichkeit, einzelne Kapitel als PDF zu speichern, flexibel zu einer Sammlung zusammenzuführen
und anschließend Ihren Kollegen zur Verfügung zu stellen.
FAQ: Intelligente Informationsbereitstellung für ctrlX Automation
1. Warum hat Bosch Rexroth die bisherige PDF-Dokumentation abgelöst? Weil monolithische PDFs das Auffinden relevanter Inhalte erschwert haben: Nutzer scheiterten oft an unklaren Produktbezeichnungen, redundanten Begriffen und langwieriger Suche („600 Seiten … auf Seite 317“). Ziel der neuen Lösung war eine deutlich bessere Durchsuchbarkeit und schnelleres Finden passender Informationen.
2. Was waren die zentralen Anforderungen an die neue Informationsbereitstellung? Bosch Rexroth hat u. a. eine webbasierte Bereitstellung, intuitive Navigation und Filter, schnelle Suche, modulare Informationsobjekte statt monolithischer Dokumente sowie Strukturierung/Wissensmodellierung definiert – mit dem Leitgedanken „themen- und kontextorientiert statt dokumentenzentriert“.
3. Was ist das Content-Delivery-Portal (CDP) i-views – und was macht es anders als klassische Doku? i-views ist ein webbasiertes Content-Delivery-Portal von Empolis, das Inhalte aus unterschiedlichen Quellen über gemeinsame Metadaten zusammenführt (z. B. Altbestände, Redaktionssysteme, weitere Informationsquellen) und modular ausspielt.
4. Welche Rolle spielt der Knowledge Graph – und welchen Nutzen hat er für Anwender? Der Knowledge Graph vernetzt technische Doku-Daten mit Produkt- und Nutzerwissen, um Informationen kontextbezogen auszuspielen (z. B. abhängig von Produkt, Rolle, Anwendungsszenario). So erhalten unterschiedliche Nutzergruppen (Instandhalter, Inbetriebnehmer, Monteur) gezielter die Informationen, die sie im jeweiligen Kontext wirklich brauchen.
5. Was waren die wichtigsten Implementierungs-Herausforderungen – und wie wurden sie adressiert? Ein zentraler Punkt war die Bereitstellung der PuD-Daten (Parameter- und Diagnose-Daten): Lesbarer Content lag zunächst nicht vollständig vor, relevante Teilinformationen lagen in zwei getrennten Systemen und mussten erst zusammengeführt werden. Dazu werden u. a. parametrisierte Topics aus dem Redaktionssystem mit Daten aus einer separaten Datenbank kombiniert. Wichtig war außerdem, dass diese Zusammenführung flexibel und dynamisch anpassbar bleibt, sodass Verantwortliche Inhalte/Struktur/Layout eigenständig weiterentwickeln können.
Mit i-views stellt Empolis Intelligent Views ein webbasiertes, zentrales Content Delivery Portal (CDP) zur Verfügung, mit dessen Hilfe Nutzer müssen nicht mehr ewig in Anleitungen und in hunderten von Seiten suchen müssen, sondern sofort die gewünschte Information finden.Empolis Intelligent Views
Bei den
Metadaten, die die Filterung und eine noch bessere Auffindbarkeit im CDP
gewährleisten, kann es sich zum Beispiel um Produktversionen, -merkmale und -komponenten
handeln, aber auch um Zielgruppen und Anwendungen. Dabei müssen sie sich die
Metadaten nicht neu ausdenken, denn diese können einfach aus externen Systemen
wie ihrem PIM oder ERP synchronisiert werden. Unternehmenseigene und
iiRDS-Metadaten (Intelligent Information Request and Delivery Standard) werden
ebenfalls unterstützt und bei Bedarf harmonisiert.
Herausforderungen
und Vorgehensweise bei der Implementierung
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Grundsätzlich
gab es zwei wesentliche Herausforderungen bei der Implementierung des
Produktinformationsportals. Ein sehr wichtiger Punkt ist die Verfügbarmachung
der sogenannten PuD-Daten (Parameter- und Diagnose-Daten) im CDP. Dabei handelt
es sich unter anderem technische Dokumentationsinhalte, in denen
Problemdiagnosen zur Verfügung gestellt werden, die für bestimmte Produkte und
Situationen gelten. Diese sollen dem Nutzer bei der Lösung seines Problems
helfen und ihn anleiten. Die Herausforderungen bei der Bereitstellung der
PuD-Informationen waren, dass lesbarer Inhalt hierfür noch nicht vorlag. Die
Teilinformationen für den Inhalt befanden sich in zwei getrennten Systemen.
Erst im Zusammenspiel werden diese zu wertvollem und vor allem verwertbarem Inhalt
für den Nutzer.
Hierzu
werden die Flexibilität und die Funktionalitäten des CDP zu hilfreichen Assets,
da hier die Informationen aus verschiedenen Systemen zusammenlaufen und
harmonisiert werden. Ein Teil der benötigten Informationen wird im
Redaktionssystem erstellt. Dabei handelt es sich um parametrisierte Topics mit
den PuD-Beschreibungen. Erst durch das Zusammenbringen mit Daten aus einer
separaten Access-Datenbank kommen hier die relevanten Informationen, wie etwa
Software, Hardware und Release, ins Spiel.
Sehr wichtig
ist für Bosch Rexroth, dass diese Zusammenführung kein festgelegtes Ergebnis
liefert, sondern flexibel und dynamisch anpassbar ist. Durch genaue
Dokumentation der Content-Erzeugung im Backend des CDP können verantwortliche
Mitarbeiter selbstständig Änderungen und Erweiterungen sowohl am Inhalt als
auch am Layout und der Struktur vornehmen.
Für die
Ausarbeitung der Anwendungsfälle und des Metadatenkonzepts nach dem Standard
iiRDS setzte Bosch Rexroth auf die Zusammenarbeit mit unserem langjährigen
Partner, dem Ingenieurbüro Katzenmeier in Mainz. „Uns war besonders wichtig,
die verschiedenen Anwendungsfälle genau herauszuarbeiten und die
Rexroth-Produktwelt im semantischen Wissensnetz abzubilden. So können wir
jederzeit andere Systeme und Plattformen integrieren, um weitere
Nutzungsszenarien zu ermöglichen“, erklärt Thomas Katzenmeier vom Ingenieurbüro
Katzenmeier.
Der iiRDS-Standard
definiert ein einheitliches Vokabular für die Metadaten technischer
Dokumentation und ein Paketformat für die Auslieferung von Inhalten samt
Metadaten. Das Vokabular beschreibt Metadaten, mit denen technische
Dokumentation zu intelligenten Informationen veredelt wird, und die Beziehungen
dieser Metadaten untereinander. Das Paketformat ermöglicht den hersteller- und
systemübergreifenden Austausch von Informationslieferungen.
Zugang
aus anderen Rexroth-Anwendungen und Presales-Aktivitäten
Ein weiteres
wichtiges Thema bei der Einführung des Informationsportals war der Zugang aus
anderen Rexroth-Anwendungen. Dies kann mit dem CDP unkompliziert ohne
aufwendige Schnittstellenanbindungen geschehen. Hier wurden bereits kurzfristig
sehr gute Erfolge erzielt, indem beispielsweise von Systemsteuerungsgeräten und
der Online-Hilfe direkt auf das Informationsportal und auf die kontextuell
relevanten Inhalte zugegriffen werden kann.
Diese Welten
können ebenfalls miteinander verheiratet werden. Unterschiedliche Abteilungen
in einer Firma verwenden oftmals unterschiedliche Redaktionssysteme. i-views
Content kann mit den verschiedenen Formaten umgehen, diese zu iiRDS konvertieren
und sie damit in Verbindung bringen und vernetzen, sodass das Unternehmenswissen
zusammenwachsen kann.
Das System
kommt bei den Mitarbeitern von Bosch Rexroth gut an. Es gibt bereits jetzt
viele Anfragen aus anderen Abteilungen (andere Produktreihen und auch der
Service), in i-views ihre Dokumente zur Verfügung zu stellen und für Nutzer
bereitzustellen.