Humanoide Robotik

Bosch und Schunk entwickeln Roboterhand

Humanoide Robotik rückt näher an die industrielle Praxis: Schunk und Bosch starten eine Entwicklungskooperation für eine Roboterhand, die in verschiedene humanoide Robotersysteme integriert werden soll.

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Startschuss für eine Entwicklungskooperation zwischen Schunk und Bosch: Jürgen Müller (CEO, Robert Bosch Robotics), Dr. Stefan Waschul (Fertigungsvorstand des Geschäftsbereichs Vehicle Motion, Robert Bosch), Timo Gessmann (CTO, Schunk) und Falk Bäurle (COO/CFO, Schunk) bei der Vertragsunterzeichnung.
Startschuss für eine Entwicklungskooperation zwischen Schunk und Bosch: Jürgen Müller (CEO, Robert Bosch Robotics), Dr. Stefan Waschul (Fertigungsvorstand des Geschäftsbereichs Vehicle Motion, Robert Bosch), Timo Gessmann (CTO, Schunk) und Falk Bäurle (COO/CFO, Schunk) bei der Vertragsunterzeichnung.

Schunk und die Robert Bosch Robotics starten eine Entwicklungskooperation für humanoide Robotik. Ziel ist die Entwicklung einer industrietauglichen Roboterhand, die sich in unterschiedliche humanoide Robotersysteme integrieren lässt, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Anforderungen aus verschiedenen Branchen sollen in das Vorhaben einfließen und neue Einsatzmöglichkeiten in Produktion und Logistik schaffen.

Der Hintergrund ist klar umrissen: steigender Produktivitätsdruck, kürzere Produktlebenszyklen und ein zunehmender Fachkräftemangel erhöhen den Bedarf an Automatisierungslösungen, die sich schnell an neue Aufgaben anpassen lassen. Humanoide Robotik gilt dabei als vielversprechender Ansatz für anwendungsvariable Umgebungen.

Eine Schlüsselrolle übernehmen Roboterhände als flexible Endeffektoren. Viele Aufgaben in Produktion und Logistik verlangen die Handhabung unterschiedlicher Objekte, Formen und Materialien. Genau hier stoßen klassische Greifer laut Mitteilung häufig an Grenzen.

Roboterhand als Schlüsselbauteil für die Industrie

Im Zentrum der Entwicklungskooperation steht die gemeinsame Entwicklung eines Prototyps für eine Roboterhand sowie der zugrunde liegenden Technologien. Die Lösung soll in konkreten Industrieanwendungen erprobt werden. Damit adressieren Schunk und Bosch einen zentralen Baustein humanoider Robotik: das flexible, präzise und anpassungsfähige Greifen.

Bosch bringt Know-how in Mechanik und Feinmechanik, Elektronik sowie KI- und Softwareentwicklung in die Kooperation ein. Hinzu kommen Skalierungs- und Industrialisierungserfahrung sowie Branchenkenntnis, um konkrete Anforderungen frühzeitig in die Entwicklung zu integrieren.

Schunk steuert Kompetenz in flexibler Greif- und Automatisierungstechnik bei. Außerdem verweist das Unternehmen auf rund 20 Jahre Erfahrung in der Entwicklung humanoider Hände. Gemeinsames Ziel ist eine Industriehand, die flexibel für alle humanoiden Robotertypen einsetzbar ist.

„Mit Bosch gewinnen wir einen starken globalen Entwicklungspartner, der technologisches Know-how mit industrieller Erfahrung vereint und über ein breites Portfolio für die Roboterhand-Entwicklung verfügt“, so Timo Gessmann, CTO von Schunk.

Was die Kooperation für Produktion und Logistik bedeutet

Die geplante Roboterhand soll neue Einsatzmöglichkeiten in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen eröffnen. Entscheidend ist dabei die Verbindung aus industrieller Robustheit, flexibler Handhabung und Integrationsfähigkeit in unterschiedliche humanoide Systeme.

Mathias Pillin, CTO von Robert Bosch, ordnet die Zusammenarbeit entsprechend ein: „Durch die Kooperation mit Schunk bringen wir die Stärken von zwei traditionsreichen Industrieunternehmen aus Deutschland für eine Zukunftstechnologie zusammen. Roboterhände sind ein zentrales Bauteil, um die humanoide Robotik in der Produktion voranzubringen und damit flexibler und genauer zu arbeiten als mit herkömmlichen Greifsystemen. Die Hand aus unserer gemeinsamen Entwicklungskooperation hat das Potenzial, in vielfältigen industriellen Anwendungen in Produktion, Montage, Logistik und internen Serviceprozessen eingesetzt zu werden“.

Damit positionieren die Partner die Roboterhand nicht als isolierte Komponente, sondern als Teil eines industriellen Gesamtsystems. Die Entwicklung soll technologische Kompetenzen bündeln und den Transfer humanoider Robotik in robuste Anwendungen unterstützen.

Ein Showcase verdeutlicht die Potenziale 

Auf der Bosch ConnectedWorld 2026 in Berlin wurde vom 10. bis 11. Juni bereits exemplarisch gezeigt, wie sich eine Robotik-Anwendung partnerschaftlich realisieren lässt. Ein Demonstrator veranschaulichte zentrale Fähigkeiten humanoider Systeme: die Wahrnehmung der Umgebung, das Greifen und Handhaben von Objekten sowie die Ausführung eines vollständigen Prozesses.

Gezeigt wurde ein humanoider Roboter, der ein Getränk aus einem Regal entnimmt und auf einem Tresen bereitstellt. Durch die Kombination eines humanoiden Roboters mit einer anthropomorphen Roboterhand von Schunk wurde sichtbar, wie leistungsfähige Robotersysteme, intelligente Greiflösungen und moderne Software zu einer durchgängigen industriellen Anwendung zusammengeführt werden können.

Der Showcase unterstreicht zugleich die Rolle von Partnerschaften. Laut der beiden Unternehmen sind starke Kooperationen entscheidend, um humanoide Robotik aus der Entwicklung heraus in robuste, industrielle Anwendungen zu überführen.

FAQ: Humanoide Robotik

1. Was ist das Ziel der humanoide Robotik-Kooperation von Schunk und Bosch? 
Ziel ist die Entwicklung einer industrietauglichen Roboterhand für unterschiedliche humanoide Robotersysteme.

2. Welche Rolle spielt humanoide Robotik in der Produktion? 
Humanoide Robotik soll flexible Automatisierung in anwendungsvariablen Umgebungen ermöglichen.

3. Warum ist die Roboterhand für humanoide Robotik wichtig? 
Sie dient als flexibler Endeffektor für das Greifen und Handhaben verschiedener Objekte, Formen und Materialien.

4. Wo wurde humanoide Robotik von Schunk und Bosch demonstriert? 
Ein Demonstrator wurde auf der Bosch ConnectedWorld 2026 in Berlin gezeigt.

5. Welche Anwendungen adressiert humanoide Robotik in der Kooperation? 
Genannt werden Produktion, Montage, Logistik und interne Serviceprozesse.