Auf dem Weg zur softwaredefinierten Fabrik

SEW-Eurodrive und Safelog schließen strategische Kooperation

SEW-Eurodrive und Safelog gaben im Rahmen der Logimat eine strategische Partnerschaft bekannt, um gemeinsam ein leistungsstarkes Softwaresystem für die Steuerung mobiler und stationärer Prozesse in der Intralogistik zu entwickeln und am Markt zu etablieren.

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v.l.: Dr. Hans Krattenmacher, Geschäftsführer Corporate Innovation Mechatronik bei SEW-Eurodrive und Michael Wolter, Inhaber und Geschäftsführer von Safelog, gaben die Kooperation auf der Logimat 2026 bekannt.
v.l.: Dr. Hans Krattenmacher, Geschäftsführer Corporate Innovation Mechatronik bei SEW-Eurodrive und Michael Wolter, Inhaber und Geschäftsführer von Safelog, gaben die Kooperation auf der Logimat 2026 bekannt.

Im Rahmen der Zusammenarbeit übernimmt Safelog die Rolle des Software Houses und wird sein bestehendes System zielgerichtet und anforderungsgerecht weiterentwickeln. SEW-Eurodrive konzentriert sich weiterhin auf die Entwicklung mobiler und nun auch stationärer Roboter sowie weiterer Automatisierungslösungen, die sich modular und möglichst produktiv an das Softwaresystem anbinden lassen.

Dieses kann von SEW-Eurodrive künftig als eigenständiges Produkt, als Bundle mit Antriebstechnik oder als integrierte Lösung vertrieben werden. Unter der Marke Maxolution wird das Bruchsaler Familienunternehmen zudem komplette Projekte als Systemintegrator realisieren.

„Ziel der Kooperation ist es, ein Softwaresystem auf dem Markt zu etablieren, das neue Maßstäbe in der Steuerung von intralogistischen Prozessen setzt – flexibel, skalierbar und konsequent auf die Anforderungen des Anwenders ausgerichtet“, betont Dr. Hans Krattenmacher, Geschäftsführer Corporate Innovation Mechatronik bei SEW-Eurodrive.

Softwaresystem für die Automatisierung der Zukunfrt

Beide Partner können sich damit auf ihre Stärken konzentrieren und profitieren in einem zukunftsorientierten, kollaborativen Ansatz. Auch Michael Wolter, Inhaber und Geschäftsführer von Safelog, ist überzeugt vom Mehrwert der Zusammenarbeit: „Wir bündeln unsere Stärken und entwickeln ein State-of-the-Art-Softwaresystem für die Automatisierung der Zukunft. So können wir Kunden schon heute perfekte Lösungen für Goods-to-Person-Anwendungen ebenso wie für klassische logistische Prozesse bieten – mit leistungsstarker mobiler und stationärer Robotik.“

Die Lösung soll nicht nur bei Kunden, sondern schrittweise auch in den eigenen Werken der SEW-Eurodrive eingesetzt werden, um ihr Potenzial im realen Betrieb zu demonstrieren. „Mit der Kooperation gehen wir gemeinsam einen entscheidenden Schritt in Richtung einer softwaredefinierten Fabrik, die auf leistungsstarken mobilen und stationären Robotern basiert und sich unabhängig von der Anwendung aus dem Automatisierungsbaukasten Movi-C der SEW-Eurodrive speist“, ergänzt Dr. Hans Krattenmacher.

Was ist die softwarebasierte Fabrik?

Eine softwarebasierte Fabrik ist ein durchgängig digitalisiertes Produktionsumfeld, in dem nahezu alle Prozesse – von der Planung über die Steuerung bis zur Auswertung – durch Software abgebildet, gesteuert und optimiert werden. Hardware ist weiterhin vorhanden, wird jedoch weitgehend über Software orchestriert.

Statt starr verdrahteter Maschinen dominieren flexible, datengetriebene Systeme. Produktion wird dadurch agiler, transparenter und effizienter.

Wesentliche Merkmale der softwarebasierten Fabrik

  • Digitale Abbilder der Produktion (Digital Twins): Virtuelle Modelle von Maschinen, Linien und Prozessen ermöglichen Simulation, Optimierung und schnellere Inbetriebnahme.
  • Softwaredefinierte Produktionslogik: Produktionsabläufe (Rezepte, Workflows, Parameter) werden zentral in Software gepflegt und können ohne physische Umrüstung angepasst werden.
  • Durchgängige Datenintegration: Maschinen, Sensorik und IT-Systeme sind vernetzt. Daten fließen in Echtzeit in MES, ERP, IIoT-Plattformen und KI-Anwendungen.
  • KI- und Datenanalyse: Vorhersagen zu Wartung, Qualität und Energieverbrauch entstehen aus kontinuierlicher Datenauswertung.
  • Modularität & Skalierbarkeit: Produktionslinien können schnell umgestellt oder erweitert werden – oft per Softwarekonfiguration statt Hardwareeingriff.

Ziele & Vorteile der softwarebasierten Fabrik

  • Höhere Flexibilität: Produktion kleiner Losgrößen („Lot Size 1“) wird wirtschaftlicher.
  • Gesteigerte Effizienz: Weniger Stillstände, bessere Auslastung, optimierte Ressourcen.
  • Transparenz & Steuerbarkeit: Echtzeit-Einblick in jeden Prozessschritt.
  • Reduzierte Time-to-Market: Schnellere Anpassungen von Produkten und Prozessen.

Praxisbeispiele für eine softwarebasierten Fabrik

  • Softwaredefinierte Verpackungsmaschinen mit digital rekonfigurierbaren Formaten
  • Fertigungslinien, die per Software „umgerüstet“ werden
  • Cloudbasierte Produktionssteuerung über IIoT-Plattformen
  • KI-basierte Qualitätsprüfung in Echtzeit