Die industrielle Herstellung von Instantnudeln erfordert höchste Qualität bei gleichzeitig sehr hohen Produktionsgeschwindigkeiten. Moderne KI-basierte Bildverarbeitungssysteme erkennen hier selbst kleinste Defekte in Millisekunden und ermöglichen eine zuverlässige Inline-Inspektion unter realen Produktionsbedingungen.
Steve ZhuSteveZhuSteve ZhuVertriebsdirektor Asien bei Teledyne DALSA
3 min
Mit KI die Qualität exakt prüfen: Moderne Vision-Systeme nehmen Instantnudeln in Sekundenbruchteilen unter die Lupe – schneller und präziser als jedes menschliche Auge.Stock.adobe.com - amstockphoto
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Fertig-Nudelgerichte
sind ein weltweites Grundnahrungsmittel und werden jährlich in mehr als 100
Milliarden Portionen verzehrt. Allein während der Corona-Pandemie stieg die
Nachfrage nach diesen Gerichten um 10 %. Große Hersteller in Ländern wie China,
Japan, Korea und Taiwan bieten eine Vielzahl von Instant-Nudelmarken mit
unterschiedlichen Geschmacksrichtungen an und beliefern damit Millionen von
Verbrauchern. Angesichts der hohen Nachfrage und des engen Zeitrahmens für die
Produktion ist eine gleichbleibende Qualität von entscheidender Bedeutung, um
die Bedürfnisse des Marktes zu befriedigen. Die Hersteller müssen
sicherstellen, dass jede Charge die gewünschten Standards in Bezug auf die
Textur, das Aussehen und den Geschmack erfüllt. Bildverarbeitungssysteme
unterstützen sie dabei, Fehler in Instantnudeln innerhalb von Millisekunden zu
erkennen.
Bildverarbeitungssysteme sind in der Lage, Fehler in Instantnudeln innerhalb von Millisekunden zu erkennen.Teledyne DALSA
Herkömmliche
Methoden zur Qualitätskontrolle, die oft auf selektiver menschlicher Inspektion
beruhen, reichen auf heutigem Niveau nicht mehr aus, um dem Umfang und der
Geschwindigkeit moderner Produktionslinien gerecht zu werden. Um diese
Herausforderungen zu bewältigen, setzt die Instantnudelindustrie
fortschrittliche Bildverarbeitungstechnologie für die automatische
Fehlererkennung in Echtzeit ein. Die Hersteller haben gelernt, wie ein
industrielles, KI-integriertes Inspektionssystem Prozesse zur Qualitätskontrolle
in der Produktion von Instantnudeln verbessern kann, indem es sicherstellt,
dass Fehler wie überkochte Stärke, Rückstände, Fett und Risse in Nudeln mit
nahezu perfekter Genauigkeit erkannt werden.
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Der
Inspektionsprozess
Der
Herstellungsprozess von Instant-Nudeln umfasst mehrere Schritte, darunter das
Mischen von Mehl und Wasser zu einem Teig, das Stärken, Braten, Dämpfen und
Trocknen der Nudeln. Während dieser Schritte können Fehler auftreten wie:
KI-gestützte Bildverarbeitungssysteme finden Verunreinigungen oder Mängel in Instantnudeln erheblich schneller und zuverlässiger als menschliches Personal.Teledyne DALSA
Verkochte oder gebratene Stärke:
Nudeln werden bei hohen Temperaturen von 130 bis 140 °C gekocht. Übermäßiges
Frittieren oder zu langes Kochen kann dazu führen, dass die Nudeln zu dunkel
oder knusprig werden, was Textur und Geschmack beeinträchtigt.
Abgebrochene Teile: Kleine Partikel,
die oft von verkochten oder verbrannten Zutaten herrühren, können die Nudeln
verunreinigen und die Qualität und Sicherheit beeinträchtigen.
Fette: Bei einigen Nudeln kann es
durch den Frittiervorgang zu einer ungleichmäßigen Verteilung des Öls kommen,
was zu einer uneinheitlichen Textur und einem schlechten Geschmack führt.
Risse: Nudeln, die unsachgemäß
geknetet und geformt werden, können Risse aufweisen, die die Kochkonsistenz und
Textur beeinträchtigen.
Um
solche Fehler zu erkennen, werden im Zubereitungsprozess vor der Zugabe von
Aromen und in der abschließenden Verpackungsphase Inspektionssysteme eingesetzt,
die sicherstellen, dass nur Nudeln von höchster Qualität in den Vertrieb
gelangen. Dieser Prozess muss sowohl schnell als auch hochpräzise sein, um mit
der Geschwindigkeit der Produktionslinien Schritt zu halten, die oft Hunderte
von Nudelblöcken pro Minute produzieren.
Das Technologiepaket
Das
Herzstück einer fortschrittlichen Inspektionslösung zur Überprüfung von Nudeln
ist in einem konkreten Einsatzfall eine Kombination aus Bildverarbeitungskomponenten
von Teledyne DALSA. Sie umfasst die KI-basierte Bildverarbeitungssoftware
Sherlock und das KI-Trainingstool Astrocyte, die Bilder analysieren, die von
den Kamerasystemen Genie Nano und Linea aufgenommen werden. Diese Elemente des
Inspektionssystems sind gemeinsam in der Lage, hochauflösende Bilder und
Echtzeit-Analysen zu liefern und dabei eine genaue Fehlererkennung zu erzielen.
Sherlock
AI ist eine leistungsstarke, flexible Softwareplattform für die industrielle
Bildverarbeitung, die künstliche Intelligenz mit herkömmlichen
2D-Bildverarbeitungstechniken verbindet. Astrocyte, ein GUI-basiertes
KI-Trainingstool, fordert die Benutzer auf, eigene Bilder von Produkten, Proben
und Defekten zu sammeln und mit Labeln zu versehen, um damit vom Anwender
ausgewählte neuronale Netzwerke zu trainieren. Diese Netze können dann eine
Vielzahl von Aufgaben wie die Erkennung von Anomalien, Klassifizierungen, die
Erkennung von Objekten und Segmentierungen durchführen. Das System ist für die
schnelle, hochpräzise Inspektion in anspruchsvollen Fertigungsumgebungen wie
der Nudelinspektion konzipiert.
Die
KI-Software bietet mehrere Vorteile, darunter die KI-gesteuerte Auswahl von
Fehlern und eine hohe Benutzerfreundlichkeit wie die schnelle Bereitstellung
von Bildern, die zur Entwicklung von Anwendungen einfach per Drag&Place in
das System eingegeben werden können. Automatische Trainingsprozesse, eine hohe
Genauigkeit zur Erkennung selbst winziger Fehler in großen Bildern sowie die hohe
Flexibilität und Skalierbarkeit der Software, die mehrere gleichzeitig laufende
Threads unterstützt, zählen zu weiteren Vorzügen von Sherlock AI und Astrocyte.
Für
die Bilderfassung in einer solchen Inspektionsumgebung wird eine Farbkamera vom
Typ Genie Nano von Teledyne DALSA mit einer Auflösung von 1.280 × 960 Pixeln über
den Nudeln positioniert, um die Oberseite der Nudeln zu untersuchen. Die Kamera
ist mit einem weißen Ringlicht ausgestattet, das eine gleichmäßige Ausleuchtung
für eine optimale Bildaufnahme gewährleistet. Aus Platzgründen unterhalb der
Nudeln ist eine Teledyne DALSA Linea 2K GigE-Zeilenkamera positioniert. In
Kombination mit einem weißen Linienlicht ermöglicht sie die Analyse der
Unterseite. Mit ihrer hohen Auflösung von 2.048 Pixeln und ihrer hohen
Geschwindigkeit ist die Linea 2K ideal für die Erkennung von Defekten in einem
begrenzten Arbeitsabstand geeignet und erfasst auch winzige Anomalien wie
Stärke, Schmutz, Fett und Risse an den Nudeln.
Schnell und genau
Die
Integration von KI-Software und Bildverarbeitungskameras in den
Produktionsprozess ermöglicht sehr schnelle Inspektionen in Echtzeit. Während
die Standardproduktionsrate bei etwa 200 ms pro Instant-Nudelportion liegt,
arbeitet diese neue KI-gestützte Lösung mit einer Geschwindigkeit von rund 80
bis 100 ms pro Nudelportion für die Inspektion von oben und unten. Diese höhere
Geschwindigkeit wird durch die parallele Ausführung mehrerer Threads
ermöglicht, die durch die flexible und vielseitige Bildverarbeitungssoftware
unterstützt werden, und lässt bei Bedarf noch Reserven für eine noch schnellere
Verarbeitung. Dieses Leistungsniveau ist entscheidend für
Hochgeschwindigkeits-Produktionslinien, die große Mengen an Nudeln pro Minute
verarbeiten können.
Andere
Systeme auf dem Markt erreichen häufig eine Genauigkeit von 96 %. Der Anwender
der Teledyne-Lösung hat in seiner Anlage hingegen eine 99-prozentige
Genauigkeit für alle Defekte gemessen. Nicht berücksichtigt ist dabei die
Erkennung der Fett-Verteilung, die für alle Systeme eine besondere
Herausforderung darstellt. Diese signifikante Steigerung der Genauigkeit wird
durch die kombinierte Leistung der Deep-Learning-Modelle der Software,
herkömmlicher Algorithmen und der hochauflösenden Bilder der Kameras
ermöglicht. Eine höhere Genauigkeit bedeutet, dass weniger unvollkommene Nudeln
den Kunden erreichen, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit und einem
positiven Markenimage für den Hersteller führen kann.
Ein
asiatischer Vertriebshändler lobte kürzlich die Flexibilität dieser Lösung und
erklärte, dass die Sherlock-Software ihm geholfen habe, die lokale Konkurrenz
zu übertreffen. Er verwies auf den Wert und die Effektivität des automatischen
Trainings, die soliden, vielfältigen KI-Architekturen, die vielseitigen Werkzeuge
zum Labeln von Bildern, die Benutzerfreundlichkeit und die durch zahlreiche
2D-Algorithmen erreichte Genauigkeit.
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Das Bildverarbeitungssystem überwacht den Prozess der Nudelkontrolle.Teledyne DALSA
FAQ: KI-gestützte Inspektion von Instantnudeln
1. Warum ist die Qualitätskontrolle bei Instantnudeln besonders anspruchsvoll? Instantnudeln werden in sehr großen Mengen und mit hoher Geschwindigkeit produziert. Produktionslinien verarbeiten oft Hunderte Nudelblöcke pro Minute. Fehler müssen deshalb extrem schnell und zuverlässig erkannt werden, ohne den Produktionsfluss zu bremsen.
2. Welche Fehler können bei der Herstellung von Instantnudeln auftreten? Typische Mängel sind verkochte oder zu stark gebratene Stärke, abgebrochene Teile, ungleichmäßig verteiltes Fett sowie Risse in den Nudeln. Diese Fehler können Textur, Geschmack, Sicherheit und Kochkonsistenz beeinträchtigen.
3. Wie hilft KI-basierte Bildverarbeitung bei der Inspektion? KI-gestützte Bildverarbeitungssysteme analysieren hochauflösende Kamerabilder in Echtzeit. Sie erkennen Defekte innerhalb von Millisekunden und arbeiten dabei schneller und zuverlässiger als eine rein manuelle Sichtprüfung.
4. Welche Technologien kommen bei der Teledyne-DALSA-Lösung zum Einsatz? Das System kombiniert die Bildverarbeitungssoftware Sherlock AI, das KI-Trainingstool Astrocyte sowie Kamerasysteme wie Genie Nano und Linea 2K GigE. Damit können Ober- und Unterseite der Nudeln hochpräzise geprüft werden.
5. Welche Vorteile bietet die KI-Inspektion gegenüber herkömmlichen Systemen? Die Lösung erreicht Inspektionszeiten von etwa 80 bis 100 Millisekunden pro Nudelportion und liegt damit deutlich unter der Standardproduktionsrate von rund 200 Millisekunden. Zudem wurde im beschriebenen Einsatzfall eine Genauigkeit von 99 Prozent bei der Defekterkennung gemessen.