Der digitale Schatten sorgt für nachhaltige Effizienz
Mit einem durchgängigen digitalen Engineering verbindet Heitec Simulation, virtuelle Inbetriebnahme und datengetriebene Optimierung. Der digitale Schatten schafft dabei die notwendige Transparenz im laufenden Betrieb, indem er reale Anlagenzustände sichtbar macht und belastbare Daten für Effizienzsteigerung und vorausschauende Wartung liefert.
Michael ReinkeMichaelReinkeMichael ReinkeAbteilungsleiter Digitales Engineering, Heitec
Die Digitalisierung verändert Produktions- und
Logistikprozesse grundlegend. Heitec verfolgt dabei einen durchgängigen Ansatz,
der sämtliche Phasen des Engineerings miteinander verbindet und so
Produktivität und Effizienz nachhaltig steigert. Herzstück dieses Ansatzes ist
die Simulation: Sie dient als Instrument, um technische Konzepte,
Funktionalität und wirtschaftliche Ziele frühzeitig zu definieren und frühzeitig
aufeinander abzustimmen.
Der digitale Engineering-Prozess gliedert sich in drei
zentrale Stufen – Planungssimulation, digitaler Zwilling und digitaler
Schatten. Jede Phase hat ihre eigene Funktion und ihren spezifischen Nutzen. Im
Zusammenspiel entsteht ein durchgängiger Prozess, der von der ersten Idee über
die Implementierung bis zur Optimierung im laufenden Betrieb reicht.
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Im Unterscheid zu einem konventionellen Prozess bilden im digitalen Engineering Planungssimulation, virtuelle Inbetriebnahme und der digitale Schatten einen durchgängigen, modellbasierten Prozess.Heitec
Planungssimulation
Am Anfang steht die Planungssimulation. Sie ermöglicht es,
Produktions- und Logistikprozesse bereits in der Konzeptphase virtuell zu
erproben. Unterschiedliche Layouts, Materialflüsse und Prozessvarianten können
in Szenarioanalysen getestet werden, bevor Investitionen getätigt oder reale
Anlagen aufgebaut werden. Auf diese Weise werden belastbare Daten erzeugt, die
risikobehaftete Annahmen ersetzen und eine sichere Entscheidungsgrundlage
schaffen.
Das technische Fundament bildet ein Framework mit modularer
Modellbibliothek, die Standardkomponenten wie Aktoren, Sensoren und
Fördertechnik umfasst. Durch Verhaltensmodellierung werden reale Prozesse
abgebildet und dynamische Abläufe simuliert. Ergänzende Analysefunktionen
erfassen Kennzahlen wie Auslastung, Durchsatz, Takt- oder Wartezeiten. 'Was-wäre-wenn'-Simulationen
machen die Auswirkungen von Planungsvarianten unmittelbar sichtbar.
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Gerade in Zeiten angespannter Versorgungslagen lassen sich
mit der Simulation Schwachstellen frühzeitig erkennen, Engpässe oder
Puffergrößen gezielt anpassen und Materialflüsse optimieren. Änderungen am
Konzept können jederzeit im Modell überprüft werden, wodurch Planungs- und
Abstimmungszeiten deutlich verkürzt werden. Die Simulation schafft damit die
Grundlage für eine faktenbasierte, nachhaltige Planung und die Gewissheit, die
bestmögliche Lösung zu realisieren.
Nach Abschluss der Planungsphase folgt der digitale Zwilling
als Grundlage für die virtuelle Inbetriebnahme der Automatisierungssysteme.
Virtuelle Modelle der geplanten Anlagen werden erstellt und getestet, lange
bevor physische Komponenten verfügbar sind. Mechanik, Elektrik und Steuerung
lassen sich so frühzeitig verknüpfen und überprüfen, wodurch die Qualität von
Hard- und Software nicht nur risikolos evaluiert, sondern bis zur Realisierung
gezielt gesteigert werden kann.
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Die virtuelle Inbetriebnahme deckt logische Fehler,
Schnittstellenprobleme und Interoperabilitätshemmnisse bereits in der
Konstruktionsphase auf. Dadurch lassen sich die verschiedenen
Anlagenbestandteile parallel entwickeln, Iterationen reduzieren und
Projektzeiten verkürzen. Risiken werden früh erkannt, Inbetriebnahmen verlaufen
planbarer und schneller, während Stillstände und Nacharbeiten vor Ort deutlich
minimiert werden. Auch bestehende Brownfield-Anlagen bleiben während geplanter
Updates störungsfrei im Betrieb. Zudem ermöglicht der digitale Zwilling
praxisnahe Schulungen am virtuellen Modell, ohne die reale Anlage zu
beeinträchtigen.
In aller Kürze: digitales Engineering
Planungssimulation, digitaler Zwilling und digitaler
Schatten greifen nahtlos ineinander und bilden einen durchgängigen Prozess von
der ersten Idee über die virtuelle Inbetriebnahme bis zur datengetriebenen
Optimierung. Jede Phase entfaltet ihren eigenen Nutzen und könnte bei Bedarf
auch einzeln eingesetzt werden, doch im Zusammenspiel entsteht ein
ganzheitlicher Ansatz, der Sicherheit, Transparenz und Effizienz gewährleistet.
Während die ersten beiden Phasen die Grundlage für eine
sichere Anlagenumsetzung schaffen, entfaltet der digitale Schatten seine volle
Wirkung im laufenden Betrieb: Er macht Prozesse transparent, deckt
Optimierungspotenziale auf und sichert die Wettbewerbsfähigkeit langfristig. Mit
Heitecs Erfahrung in Simulation, Datenintegration und digitalem Engineering werden
Unternehmen Schritt für Schritt bei der Planung, Umsetzung und Optimierung
ihrer Anlagen begleitet – für nachhaltige Produktivität und maximale
Wertschöpfung.
So bleiben Projektkosten jederzeit transparent und
steuerbar. Der digitale Zwilling ist damit weit mehr als ein Testwerkzeug: Er
ist ein zentraler Bestandteil des digitalen Engineerings und der
Anlagenrealisierung, schafft Transparenz und legt die Basis für nachhaltige
Prozessoptimierung – die sich im nächsten Schritt, dem digitalen Schatten, noch
weiter entfalten kann.
Digitaler Schatten
Eine entscheidende Bedeutung zum Ausschöpfen des
Anlagenpotenzials und zur kontinuierlichen Verbesserung kommt der dritten Phase
zu: dem digitalen Schatten. Im Gegensatz zum digitalen Zwilling dient der
digitale Schatten als datengetriebene Beobachtungs- und Analyseebene. Er macht
den aktuellen Zustand sicht-, analysier- und optimierbar. Damit eröffnet er
völlig neue Möglichkeiten für Transparenz, Effizienz und Produktivität.
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Nach der Inbetriebnahme erzeugt der digitale Schatten ein
virtuelles Abbild sämtlicher Steuerungssignale. Zustände einzelner Komponenten
wie Aktoren oder Achsstellungen werden aus Echtzeit- und Prozessdaten gewonnen
und können entweder live gespiegelt und in einer 3D-Umgebung angezeigt oder
gespeichert und später erneut aufbereitet werden. Diese 3D-Umgebung kann auf verschiedenen
Plattformen – Desktop, Web oder mobilen Geräten – laufen und vom Kunden
bedarfsgerecht angepasst werden. Änderungen an der Signalbelegung oder die
Neuplatzierung von Komponenten können hier direkt vorgenommen werden. Für die
Implementierung eines digitalen Schattens sind keine zusätzlichen Lizenzen von
Drittanbietern erforderlich. Die ohnehin für den SPS-Betrieb erforderlichen
Lizenzen sind ausreichend.
Die Datenerfassung erfolgt über ein IoT-Gateway, das im
Unterschied zu vielen herkömmlichen Modellen ohne Eingriffe in die Steuerung
oder Anpassungen der Anlage in den Bus integriert wird. Das Gateway unterstützt
gängige Protokolle wie OPC-UA, MQTT oder verschiedene herstellerspezifische
Protokolle wie Siemens S7 oder Beckhoff SPS. So entsteht eine flexible,
erweiterbare Lösung, die Optimierung, Analyse und Störungserfassung ermöglicht.
Datengewinnung, -speicherung und -weiterverwendung im Digitalen SchattenHeitec
Der wesentliche Vorteil eines durchgängigen Konzepts liegt
in der Weiterverwendung des Modells nach einer virtuellen Inbetriebnahme
(VIBN). Investitionen in den Maschinenbau werden dadurch langfristig
abgesichert, da bestehende Anlagen – oft über Jahrzehnte im Einsatz – geschützt
und kontinuierlich optimiert werden können. Während traditionelle Konzepte oft
auf Annahmen beruhen, liefert der digitale Schatten belastbare Daten, die dem
Kunden Sicherheit geben und eine flexible Anpassung an individuelle Bedürfnisse
erlauben. Alle Informationen sind zentral in einer Datenbank verfügbar, statt
fragmentiert in einzelnen SPS-Auswertungen, und erfordern keine
unterschiedlichen Protokolle oder Lizenzen, die miteinander synchronisiert
werden müssen.
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Über das Heitec Solution Center stehen die Daten sowohl in
der Cloud als auch lokal bereit. Live-Informationen ermöglichen eine schnelle
Fehlererkennung, frühzeitige Störungsbehebung und vorausschauende Wartung,
wodurch Stillstände reduziert oder ganz vermieden werden können. Fernzugriff
und Wartungsunterstützung stellen sicher, dass aktuelle Anlagendaten jederzeit
und ortsunabhängig verfügbar sind, wodurch Serviceeinsätze effizienter werden.
Dank flexibler Datenintegration lassen sich Live-Daten, historische
Informationen und 3D-Komponenten zu einer ganzheitlichen Auswertung verknüpfen.
Dank der 3D-Visualisierung handelt es sich beim digitalen Schatten um ein
besonders niederschwelliges und benutzerfreundliches Konzept. Umfangreiche
Analysefunktionen unterstützen die kontinuierliche Prozessverbesserung und
steigern die Produktivität zuverlässig.
Der digitale Schatten ist somit weit mehr als eine reine
Datensammlung: Er schafft überdies eine homogene und umfassende Grundlage für
nachhaltige Verbesserungen. Von der schnellen Fehlererkennung über die
kontinuierliche Optimierung bis hin zur vorausschauenden Wartung eröffnet er
vielfältige Möglichkeiten, das Beste aus einer real existierenden Anlage
herauszuholen und entscheidend zur Investitionssicherung beizutragen.
FAQ: Digitales Engineering und Digitaler Schatten
1. Was versteht man unter digitalem Engineering bei Heitec? Digitales Engineering bezeichnet einen durchgängigen, modellbasierten Prozess, der Planungssimulation, Digitalen Zwilling und Digitalen Schatten miteinander verbindet. Ziel ist es, Anlagen von der ersten Idee bis zum laufenden Betrieb effizient zu planen, umzusetzen und kontinuierlich zu optimieren.
2. Welche Rolle spielt die Simulation in der frühen Planungsphase? Die Planungssimulation ermöglicht es, Produktions- und Logistikprozesse bereits vor dem realen Aufbau virtuell zu testen. Unternehmen können verschiedene Szenarien durchspielen, Engpässe identifizieren und fundierte Entscheidungen auf Basis belastbarer Daten treffen.
3. Was ist der Unterschied zwischen Digitalem Zwilling und Digitalem Schatten? Der Digitale Zwilling dient vor allem der virtuellen Inbetriebnahme und Absicherung der Anlagenentwicklung. Der Digitale Schatten hingegen bildet reale Anlagenzustände im laufenden Betrieb ab und nutzt Echtzeitdaten zur Analyse, Optimierung und vorausschauenden Wartung.
4. Welche Vorteile bietet der Digitale Schatten im Betrieb? Der Digitale Schatten schafft Transparenz über aktuelle Anlagenzustände, ermöglicht eine schnelle Fehlererkennung und unterstützt die kontinuierliche Prozessoptimierung. Zudem reduziert er Stillstände durch vorausschauende Wartung und verbessert die Effizienz von Serviceeinsätzen durch Fernzugriff auf aktuelle Daten.
5. Warum ist ein durchgängiger Ansatz im digitalen Engineering entscheidend? Erst das Zusammenspiel aller drei Phasen – Simulation, virtueller Inbetriebnahme und datengetriebener Analyse – ermöglicht maximale Effizienz. Modelle und Daten werden über den gesamten Lebenszyklus weiterverwendet, wodurch Investitionen abgesichert und langfristige Optimierungspotenziale erschlossen werden.