Im Hotel Hella Globe schwingt ein Roboter den Kochlöffel
Nachtarbeit, hoher Zeitdruck und Überstunden sind in der Gastronomie vielerorts eher die Regel als die Ausnahme. Deshalb übernehmen nun in immer mehr Schnellrestaurants, Kantinen und Cateringbetrieben Roboter die Arbeit am Herd. Sie könnten die fehlenden Fachkräfte ersetzen.
Redaktion Automation NEXTRedaktionAutomation NEXT
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Ein LR Mate-Roboter übernimmt die Küchenarbeit.Goodbytz
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Im Hotel Hella Globe im westfälischen Lippstadt ist seit April 2026 ein Roboter beschäftigt: Der Küchenhelfer aus Metall kann rund 180 verschiedene Gerichte zubereiten und bekochte an seinem ersten Arbeitstag 50 geladene Gäste mit einem Fünf-Gänge-Menü, darunter mexikanische Tacos, Risotto Pomodoro, Strozzapretti Limone und karamellisierte Ananas.
„Wir konnten unseren Gästen bisher nur Frühstück anbieten, jetzt erhalten sie bei uns rund um die Uhr ein warmes und vielfältiges Speiseangebot“, freut sich Ronja Busch, Leiterin der für das Hella Hotel zuständigen HVS Catering GmbH.
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Warme Mahlzeiten – jederzeit
Das vollautomatische Kochsystem besteht aus einem 8 m2 großen Metallmodul, in dem ein Roboter von Fanuc acht Herdplatten, einen Kühlschrank sowie eine integrierte Spülfunktion bedient. Entwickelt wurde es vom Hamburger Startup Goodbytz: „In der Küche passiert alles gleichzeitig: Hitze, Timing, Bewegung, unterschiedliche Zutaten“, erklärt Goodbytz-Gründer Hendrik Susemihl. „Unser System bewegt heiße Töpfe präzise, dosiert Zutaten sekundengenau und stellt sicher, dass jedes Gericht exakt zubereitet wird. So ermöglichen wir frisches, warmes Essen jederzeit und unabhängig von klassischen Küchenabläufen.“
Gemeinsam mit seinen beiden Mitgründern und mit Unterstützung von Fanuc entwickelte der promovierte Ingenieur und Robotik-Spezialist Susemihl eine Anlage, die zuverlässig und hygienisch arbeitet, Hitze und Dampf standhält und auf engstem Raum eine Vielzahl von Bestellungen in kurzer Zeit konsistent abarbeiten kann. „Der Fanuc-Roboter hilft uns, das System schnell zusammenzubauen, einfach zu integrieren – und er läuft absolut zuverlässig“, sagt Susemihl.
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Goodbytz
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Jede Bestellung ein optimierter Prozess
Der Roboter arbeitet mit einer eigenen Steuerungslogik. Das ermöglicht eine intelligente Planung, auch in Hochlastzeiten, wenn viele Bestellungen gleichzeitig eingehen. Susemihl: „Bei jeder Bestellung entscheidet unsere Software neu, wie sich die Prozesse optimal kombinieren lassen. Der Roboter muss flexibel und zugleich wiederholgenau arbeiten. Fanuc liefert genau das, was wir brauchen – insbesondere wegen ihrer Erfahrung und Expertise in der Steuerungstechnik.“
Wichtig: Der Roboter vom Typ LR-Mate erfüllt die Anforderungen der Lebensmittelverarbeitung: geeignete Dichtungen, lebensmitteltaugliche Materialien sowie eine hohe Schutzklasse, auch bei Hitze, Feuchtigkeit und intensiven Reinigungsprozessen. Dass es sich um ein Serienmodell aus der Massenproduktion handelt, war ein zusätzlicher Vorteil, denn für ein wachstumsorientiertes Unternehmen wie Goodbytz ist eine stabile Lieferkette ebenso entscheidend wie technische Qualität.
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Über Goodbytz
Goodbytz betreibt autonome Küchensysteme inzwischen in Unternehmen, Kliniken, Universitäten, im Lebensmitteleinzelhandel und andernorts. Eingesetzt werden die Systeme überall dort, wo frisches Essen zuverlässig verfügbar sein muss – etwa in Betriebskantinen und industriellen Schichtbetrieben.
Während das Küchenpersonal sich auf Menüplanung, Qualitätskontrolle und das Nachfüllen der Zutaten konzentrieren kann, übernimmt der Roboter die Aufgaben am Herd.
Das Hamburger Food Tech Unternehmen wurde im Mai 2026 in Berlin als „Winner“ in der Kategorie Excellence in Business to Business, Machines & Engineering für seine autonomen Küchensysteme mit dem German Innovation Award 2026 ausgezeichnet.
Automation NEXT Conference 2026
Datum: 30. September 2026
Ort: CU.BE Ulm by Bosch Rexroth, Ulm
Die Automation NEXT Conference ist die Fachkonferenz für industrielle Automatisierung, Digitalisierung und KI im Maschinen- und Anlagenbau.
Sie richtet sich an Entscheider, Produktions- und Automatisierungsverantwortliche sowie Entwickler, die ihre Fertigung zukunftsfähig aufstellen möchten. Im Fokus stehen praxisnahe Vorträge, Best Practices und der Austausch zwischen Industrie, Technologieanbietern und Forschung.
Themenschwerpunkte:
• Künstliche Intelligenz und generative Copilots im Engineering und in der Produktion
• Cobots und kognitive Robotik zur Bewältigung des Fachkräftemangels
• Smart Factory, IIoT, Industrial Networks und Cybersecurity
• Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit
Teilnehmer:
Fach- und Führungskräfte aus industrieller Automatisierung, Produktion und Maschinenbau sowie Expert:innen aus Forschung und Technologieunternehmen.
Besonderheiten:
• Hochkarätige Speaker aus Industrie und Forschung
• Ein kompakter Konferenztag mit starkem Praxisbezug
• Intensives Networking und direkter Austausch auf Augenhöhe