KI-basierte Robotik im Forschungsverbund

TU München und MIT kooperieren

Das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence der Technischen Universität München (TUM MIRMI) und das Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des Massachusetts Institute of Technology (MIT CSAIL) vertiefen ihre Zusammenarbeit in der KI-basierten Robotik. Gefördert mit über einer Million Euro entstehen Forschungs-Tandems für neue KI-Modelle und nachhaltige robotische Fertigungsprozesse.

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In einem Workshop mit dem MIT CSAIL stellen Forschende von TUM und DLR ihre neuesten Entwicklungen vor.
In einem Workshop mit dem MIT CSAIL stellen Forschende von TUM und DLR ihre neuesten Entwicklungen vor.

Das Munich Institute of Robotics and Machine Intelligence der Technischen Universität München, kurz TUM MIRMI, und das Computer Science and Artificial Intelligence Laboratory des Massachusetts Institute of Technology, MIT CSAIL, intensivieren ihre Zusammenarbeit in Robotik und Künstlicher Intelligenz. Die strategische Partnerschaft wird zunächst mit 1,6 Millionen Euro durch das Bayerische Wissenschaftsministerium gefördert, wie die TUM mitteilt. Im Mittelpunkt stehen gemeinsame Forschungs-Tandems, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beider Einrichtungen praktische Anwendungen aus dem Bereich der KI-basierten Robotik entwickeln.

Dafür besuchen sich Forschende von TUM und MIT einmal pro Jahr für jeweils drei Monate. Während der Aufenthalte sollen innovative Technologien gemeinsam entworfen, getestet und validiert werden. Die Tandems verbinden damit langfristige Forschungsvorhaben mit konkreten Entwicklungs- und Erprobungsphasen vor Ort. 

Zwei Forschungszentren bündeln ihre Kompetenzen 

Mit TUM MIRMI und MIT CSAIL kommen zwei Forschungszentren mit umfassender Expertise in Robotik und KI zusammen. MIT-CSAIL-Direktorin Daniela Rus zählt zu den weltweit führenden Robotik-Forschenden und wurde mit dem High-Tech-Preis des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

Rus gilt als Pionierin für hocheffiziente neuronale Netze, sogenannte Liquid Neural Networks, sowie für Roboterkollektive. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit liegen in der Soft-Robotik, im menschengerechten autonomen Fahren und in KI-Systemen, die sich am menschlichen Gehirn orientieren.

TUM MIRMI gehört mit knapp 80 Professorinnen und Professoren zu den weltweit größten Instituten für Robotik und KI. Zugleich gilt die Region München als eines der wichtigsten europäischen Ökosysteme für diese Technologiefelder. Mit der erweiterten Partnerschaft will die TUM ihre internationale Kompetenz in Robotik und KI stärken, renommierte Forschende beider Einrichtungen zusammenbringen und die Region für junge Talente attraktiver machen.

Wie lernen Robotersysteme aus Sensordaten?

Das erste Forschungs-Tandem konzentriert sich auf neue KI-Modelle für Robotersysteme. Geleitet wird das Team von Prof. Vincent Sitzmann vom MIT sowie Prof. Achim Lilienthal und Dr. Daniel Dücker von der TUM.

Die Forschenden wollen Robotersysteme dazu befähigen, aus großen Mengen unstrukturierter Sensordaten zu lernen. Dabei soll unter anderem generative KI mit Large Video Models eingesetzt werden. Ein Anwendungsbereich ist die flexible Pfadplanung in komplexen und unbekannten Umgebungen.

Ziel der Arbeiten ist eine bessere Generalisierung auf neue Aufgaben und bislang unbekannte Szenarien. Robotersysteme sollen dadurch nicht ausschließlich auf zuvor festgelegte Situationen reagieren, sondern die entwickelten KI-Modelle auf wechselnde Aufgabenstellungen und Umgebungen übertragen können.

Robotische Fertigungsprozesse sollen nachhaltiger werden

Im zweiten Forschungs-Tandem entwickeln die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler KI-gestützte Methoden für nachhaltige robotische Fertigungsprozesse. Die Leitung übernehmen Prof. Mina Konaković Luković vom MIT und Prof. Kathrin Dörfler von der TUM.

Das Team will computergestütztes Design, digitale Zwillinge und robotische Fertigung miteinander verbinden. Die Kombination dieser Technologien soll dazu beitragen, Bau- und Fertigungsprozesse effizienter zu gestalten und digitale Planungsmodelle enger mit der robotischen Umsetzung zu verzahnen.

Dr. Daniel Dücker von der TUM koordiniert die strategische Partnerschaft auf wissenschaftlicher Ebene. Er verspricht sich von der Zusammenarbeit „einen weiteren Schub für unsere Forschung und einen wichtigen Impuls für eine stärkere Zusammenarbeit“. Bereits vor dem Beginn der strategischen Partnerschaft hatte der MIRMI-Wissenschaftler am MIT geforscht.

Strategische Partnerschaft mit internationalem Anspruch

Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Markus Blume, erklärt: „„MIT und TUM – ein perfect match! Das MIT CSAIL steht für wissenschaftliche Exzellenz und mutige Zukunftsgestaltung. Das passt perfekt zur TUM. Die gemeinsame Vision: Das Leben der Menschen durch Hightech besser machen. Unsere Hightech-Preisträgerin, Robotik-Pionierin und CSAIL-Direktorin Daniela Rus. steht für internationale Vernetzung. Schön, dass sie die Verbindung zwischen Boston und Bayern, zwischen MIT und TUM in dieser Partnerschaft lebt.“

Auch TUM-Präsident Prof. Thomas F. Hofmann hebt die Bedeutung der Kooperation hervor: „Es freut mich sehr, dass wir mit der strategischen Partnerschaft zwischen TUM MIRMI und dem MIT CSAIL nun einen der besten und erfahrensten Kooperationspartner aus dem Bereich der Robotik und KI gewinnen konnten. In den ersten Forschungs-Tandems werden wir nun gemeinsam zukunftsfähige Lösungen im Bereich der KI-basierten Robotik entwickeln.”

Neben den Forschungsinhalten steht insbesondere der Austausch junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Mittelpunkt. Prof. Lorenzo Masia, Executive Director des MIRMI und TUM-Sprecher der strategischen Partnerschaft, sagt: „In Partnerschaft mit dem MIT und den dazugehörigen Forschungs-Tandems haben wir eine neue Form der Zusammenarbeit gefunden, die insbesondere unseren jungen Forschenden einen optimalen Austausch auf höchstem wissenschaftlichen Niveau bietet.“

Gemeinsame Vision der Partner

Daniela Rus, Direktorin des MIT CSAIL und Sprecherin der strategischen Partnerschaft auf MIT-Seite, verweist auf die Verbindung von visionärer Forschung und praktischer Anwendung. “Das MIT und die TUM teilen das gemeinsame Engagement, Wissenschaft voranzutreiben, die wirklich zählt: Wissenschaft, die sowohl visionär ist als auch einen engen Bezug zur Praxis hat. Durch diese Zusammenarbeit haben wir die Möglichkeit, die synergetischen und sich ergänzenden Stärken des MIT und der TUM zu bündeln: langfristige wissenschaftliche Ambitionen, Forschungstalente von Weltklasse, enge Zusammenarbeit mit der Industrie sowie Living Labs, in denen neue Ideen getestet, verfeinert und in die Praxis umgesetzt werden können. Ich bewundere die Arbeit des TUM MIRMI schon seit Langem und freue mich sehr darauf, gemeinsam mit Professor Lorenzo Masia und seinem Team diese Partnerschaft auszubauen und die Zukunft der KI, der Robotik und der menschenzentrierten Technologie mitzugestalten“, so Rus.

Die Forschungs-Tandems bilden den organisatorischen Kern dieser Zusammenarbeit. Durch die wiederkehrenden Aufenthalte sollen die beteiligten Teams Technologien nicht nur gemeinsam entwickeln, sondern auch unmittelbar testen und validieren. Damit richtet sich die Partnerschaft auf KI-basierte Robotik aus, die wissenschaftliche Ziele mit praxisnahen Anwendungen verbindet.



FAQ: KI-basierte Robotik von TUM und MIT

1. Wer arbeitet bei der KI-basierten Robotik zusammen? 
TUM MIRMI und MIT CSAIL erweitern ihre strategische Forschungskooperation.

2. Wie wird die KI-basierte Robotik gefördert? 
Das Bayerische Wissenschaftsministerium stellt zunächst 1,6 Mio. EUR bereit.

3. Welche Themen umfasst die KI-basierte Robotik? 
Die Tandems erforschen KI-Modelle für Sensordaten sowie nachhaltige robotische Fertigungsprozesse.

4. Wie läuft die Forschung zur KI-basierten Robotik ab? 
Forschende beider Einrichtungen besuchen sich einmal jährlich für jeweils drei Monate.

5. Welche Ziele verfolgt die KI-basierte Robotik? 
Robotersysteme sollen unbekannte Umgebungen besser bewältigen und digitale Planung mit robotischer Fertigung verbinden.