Ob Ultraschall, Induktion oder KI: SMW-Autoblok hebt mit intelligenter Sensorik und verschleißfreien Koppelsystemen die automatisierte Werkstückbearbeitung auf ein neues Niveau. Die Entwicklungen des Herstellers ermöglichen eine prozesssichere Kommunikation zwischen Werkstück, Spannsystem und Steuerung – und ebnen den Weg für den Einsatz von Machine Learning in der digitalen Fabrik.
Petra MüllerPetraMüllerPetra MüllerMarketing bei SMW-Autoblok
3 min
Sensorik ist eine Schlüsseltechnologie zur Automation. Hier das LPS 4.0 und die HRU 1 an einer Dreh- und FräsmaschineSMW-Autoblok
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In der digitalen Fabrik ist alles eine Frage der
Kommunikation. Manche Aktoren müssen dabei nur noch zum „Reden“ gebracht
werden. Sensoren erfassen und vermitteln Informationen, mit denen Prozesse
automatisiert ablaufen können. Sie sind zum wichtigen Werkzeug in der
industriellen Automation geworden.
„Für eine funktionale Automation müssen Sensoren
idealerweise drei Eigenschaften erfüllen“, so Tobias Schneider, Business
Development bei SMW-Autoblok. „Sie müssen ein hohes Maß an Effizienz,
Flexibilität und Sicherheit bieten. Erst dann ermöglichen sie eine zuverlässige
Integration ins Produktionssystem.“ Um dies mit seinem Sensorikportfolio zu
bedienen, erarbeitet SMW zum Teil eigene Ansätze.
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Bild 1: Die spitzförmige Gebergeometrie erweitert den Messbereich des Linearen Positionssystems LPS 4.0 deutlich gegenüber flachen Targets.SMW-Autoblok
Mit seinen Sensoren der Reihe LPS 4.0 konnte das Unternehmen die Effizienz
erhöhen. Sie decken einen größeren Messbereich als andere Sensoren mit
vergleichbarer Größe ab. Das Besondere ist dabei die Gebereinheit. Ist sie bei
anderen Wegmesssystemen üblicherweise rechteckig, verfügt sie beim LPS über
eine spitzförmige Geometrie. Die rechteckige Grundform wird beidseitig abgewinkelt,
der Messbereich dadurch entscheidend vergrößert. „Wir können somit weiter in
die Endlagen fahren und erzielen auf diese Weise ohne Mehraufwand eine höhere
Genauigkeit in der Messung“, erklärt Tobias Schneider. Die Gebereinheiten für
das LPS sind zwischen 11 und 19 mm breit; je nach LPS-Variante lassen sich
damit Messbereiche von derzeit bis zu 120 mm realisieren.
Flexibilität dank absoluter Positionierung
Ein hohes Maß an Flexibilität erzielen die SMW-Sensoren vor
allem aufgrund ihrer Positioniereigenschaften. Neben klassischen PNP-Sensoren,
die ein digitales Signal ausgeben, bietet SMW auch Sensoren mit analoger
Signalausgabe von 0 bis 10 V oder 4-20 mA. Während digitale Signale
vor allem für die reine Anwesenheitskontrolle geeignet sind, da sie zwischen
zwei Werten – 0 oder 1, „vorhanden“ oder „nicht vorhanden“ – unterscheiden, können
analoge Signale eine Veränderung des Messwerts abbilden. Dadurch sind sie in
der Lage, jede Position beispielsweise innerhalb eines Spannhubs kontrolliert anzusteuern.
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Bild 2: Mittels Ultraschalls erfasst das Wegmesssystem USP 4.0 die genaue Position der Hebel der selbstzentrierenden Lünette.SMW-Autoblok
Wie das in der Praxis aussehen kann, zeigt die
selbstzentrierende Lünette von SMW für Drehmaschinen. Konnte bei einer
konventionellen Messung mittels Näherungsschalter bislang die Endlage abgefragt
werden, ermöglicht das Ultraschall-Wegmesssystem USP 4.0 von SMW ein kontrolliertes Anfahren auch
von Zwischenpositionen der Lünettenhebel.
Einen hohen Stellenwert in der SMW-Entwicklung hat die Sicherheit der Automationsprozesse. Das Unternehmen setzt ausschließlich auf berührungsfreie Messmethoden. Diese sind verschleiß- und wartungsfrei, was ungeplante Stillstandzeiten verringert und die Anlagenverfügbarkeit erhöht. Das Wegmesssystem USP 4.0 misst den Abstand zu Objekten mittels der Ultraschallwellen. Dabei kann dieses aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Selbst die Oberfläche flüssiger Medien erfasst das USP. Die Sensoren der SMW-Reihen LPS 4.0 und IPS 4.0 messen ebenfalls kontaktlos. Ihre Wegmessung erfolgt induktiv mittels eines elektromagnetischen Wechselfelds.
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„Eine effiziente wie verlässliche Sensorik ist gut, aber letztlich nur ein Teil einer funktionalen Automation“, so Tobias Schneider. SMW entwickelt daher auch prozessnahe Lösungen, mit denen sich seine Sensoren in das Produktionssystem einbinden lassen. Induktive Koppelsysteme übertragen Energie und Signale berührungslos zwischen mobilen und stationären Einheiten. Der Austausch erfolgt über einen Luftspalt und damit komplett abriebfest ohne Kabel, Stecker oder Schleifringe. Das macht die Systeme nicht nur verschleiß- und wartungsfrei, sondern ermöglicht auch die Bewegungsfreiheit für mobile Einheiten.
Systemintegration ohne Kabel
Je nach Anwendung sind verschiedene Formate der induktiven
Koppelsysteme erhältlich, die SMW auf Wunsch auch gemeinsam mit der Sensorik
oder weiteren Komponenten als umfassende Turnkey-Solution aus einer Hand
anbietet. Das kubische Koppelsystem C40 ist vor allem für Greifwechselsysteme im End-of-Arm-Tooling
und für Wechselpaletten in der Intralogistik geeignet. Die scheibenförmigen
Koppelsysteme der F-Reihe sind in beide Richtungen endlos rotierbar, was sie
vor allem für den Einsatz in Werkzeug-, Verpackungs- oder auch in
Automationsprozessen in der Medizintechnik prädestiniert. Das jüngste Beispiel
ist die Hybrid Rotary Union (HRU). Die Hybrideinheit ist in der Lage, neben der
induktiven Energie- und Signalübertragung auch eine Versorgung mit Luft, Öl oder
Kühlmittel herzustellen. Auch hier ist eine endlose Rotation möglich, selbst
bei hohen Drehzahlen.
Bild 3: Das induktive Koppelsystem C40 Automation überträgt hier in einem Greiferwechselsystem Energie und Signale, so dass ein Sensor die Endlage oder Greifposition sicher überwachen kann.SMW-Autoblok
„Zum Teil erschließen solche Systemlösungen Anwendungen für
die Automation, die zuvor für die Robotik nicht zugänglich waren“, erklärt
Schneider. Als Beispiel nennt er die Messmethode der Luftanlagenkontrolle, mit
der mittels Unterbrechung eines Luftstroms die Anwesenheit beziehungsweise
korrekte Positionierung von Werkstücken erfasst wird. „Diese funktioniert lediglich
bis 20 µ. Um verlässlich zu arbeiten, muss das Automationssystem aber die
genaue Position des Objekts kennen.“ Eine Messung per Ultraschall oder
Induktion erweitert diesen Bereich erheblich, die Information dazu wird dann
induktiv via Koppelsystem an die Steuerungsebene der digitalen Fabrik
übertragen.
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Nächster Schritt: Machine Learning
Die Koppelsysteme sieht Schneider als wichtigen
Ausgangspunkt für den nächsten Schritt. „Dieser wird in Richtung Künstliche
Intelligenz (KI) und Machine Learning gehen“, sagt er. Eine KI könne dann
beispielsweise aus regelmäßig auftretenden Fehlern bei der automatischen Werkstückpositionierung
Handlungsempfehlungen ableiten und eigenständig eine Qualitätssicherung
durchführen. Tobias Schneider von SMW ist sich sicher: „Ohne das effiziente,
genaue und sichere Erfassen sowie Übertragen von Signalen wäre dieser Schritt
undenkbar.“
FAQ: Sensorik für smarte Fertigung
1. Welche Rolle spielt Sensorik in der digitalen Fabrik? Sensoren sind entscheidend für die Kommunikation innerhalb automatisierter Prozesse. Sie erfassen Daten und ermöglichen so eine zuverlässige Steuerung und Integration von Maschinen, Werkstücken und Systemen in der Produktion.
2. Welche Anforderungen müssen industrielle Sensoren erfüllen? Für eine funktionale Automation müssen Sensoren effizient, flexibel und sicher sein. Erst diese Kombination gewährleistet eine zuverlässige Einbindung in Produktionssysteme und stabile Prozesse.
3. Was sind die Vorteile kontaktloser Messsysteme? Kontaktlose Sensoren arbeiten verschleiß- und wartungsfrei. Dadurch reduzieren sie Stillstandzeiten, erhöhen die Anlagenverfügbarkeit und ermöglichen präzise Messungen – selbst bei schwierigen Materialien oder Medien.
4. Warum sind analoge Signale für die Automation wichtig? Im Gegensatz zu digitalen Signalen ermöglichen analoge Signale eine kontinuierliche Positionsbestimmung. Dadurch können nicht nur Endlagen, sondern auch Zwischenpositionen exakt angesteuert werden, was die Prozesskontrolle deutlich verbessert.