Physical AI für die Komponentenfertigung
BMW kooperiert mit Athenyx Robotics bei Physical AI
Athenyx Robotics entwickelt mit der BMW Group in Landshut KI-basierte Software für intelligente Robotersysteme. Ziel sind übertragbare Roboterfähigkeiten und eine skalierbare, herstellerunabhängige Automatisierung.
Am Standort Landshut entwickeln BMW und Athenyx Robotics gemeinsam Physical-AI-Technologien.
BMW
Athenyx Robotics arbeitet im Rahmen einer direkten Kooperation mit der BMW Group an KI-basierter Software für intelligente Robotersysteme. Gemeinsam mit den Spezialisten am BMW-Standort Landshut entwickelt das Technologieunternehmen Grundlagen für den Einsatz humanoider Robotik in der industriellen Komponentenfertigung.
Gegründet wurde Athenyx Robotics von ehemaligen Mitarbeitern des Werkzeugmaschinenlabors WZL der RWTH Aachen. Die Kooperation verbindet damit Erfahrungen aus langjähriger Forschung mit konkreten Anforderungen der industriellen Produktion. Die Zusammenarbeit soll die Weiterentwicklung der Physical-AI-Plattform des Unternehmens unter realen Anwendungsbedingungen unterstützen.
Wir freuen uns sehr über die direkte Kooperation mit der BMW Group. Sie ermöglicht uns, unsere Physical-AI-Plattform konsequent an den realen Anforderungen der industriellen Produktion weiterzuentwickeln.
Manuel Belke, Co-Founder von Athenyx Robotics
Wie das WZL der RWTH Aachen mitteilt, bringt Athenyx Robotics seine Produkt- und Technologieentwicklung für einen modular aufgebauten Intelligence Stack in die Kooperation ein. Die Software soll Robotersysteme in die Lage versetzen, ihre Umgebung zu erfassen, Situationen zu bewerten und daraus geeignete Handlungen abzuleiten.
Modularer Intelligence Stack für Robotersysteme
Der Intelligence Stack verbindet Wahrnehmung, Lernen, Simulation und Entscheidungsfindung. Der plattformbasierte Ansatz zielt darauf, einmal entwickelte Fähigkeiten perspektivisch über unterschiedliche Robotersysteme und industrielle Anwendungsfelder hinweg nutzbar zu machen. Athenyx Robotics beschreibt seine Physical-AI-Plattform als hardwareagnostisch. Im Zentrum stehen skalierbare Skill-Fine-Tuning-Pipelines. Mit ihnen sollen robotische Fähigkeiten schneller aus realen und simulierten Daten entwickelt und auf neue Anwendungen übertragen werden können.
Eine hybride agentische Steuerungsarchitektur verbindet dabei eine flexible, KI-basierte Planung mit deterministischen und robusten Ausführungsebenen für den industriellen Betrieb. Ergänzt wird dieser Ansatz durch eine durchgängige Edge- und Cloud-Infrastruktur. Erfahrungen aus laufenden Einsätzen sollen dadurch kontinuierlich nutzbar gemacht werden. Roboterfähigkeiten können nach Angaben des Unternehmens über unterschiedliche Systeme, Standorte und Anwendungsfälle hinweg verbessert und wiederverwendet werden. Die Plattform richtet sich an Industrie-, kollaborative, mobile und humanoide Robotersysteme.
Warum das Aachener Robotik-Ökosystem wichtig ist
Die Entwicklung von Athenyx Robotics ist in das Robotik-Ökosystem am Standort Aachen eingebettet. Das WZL forscht dort nach eigenen Angaben seit vielen Jahren industrienah an zentralen Technologien der KI-gestützten Robotik. Die Arbeiten umfassen Computer Vision, Robot Learning und Simulation. Weitere Schwerpunkte liegen auf digitalen Zwillingen sowie auf skill- und agentenbasierten Steuerungsarchitekturen für Produktion, Montage und Demontage.
Gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt und erprobt das WZL neue Methoden unter realen Anwendungsbedingungen. Damit sollen moderne Robotik- und KI-Technologien aus der Forschung in die industrielle Praxis übertragen werden. Der Ansatz reicht von wissenschaftlichen Grundlagen über Demonstrationen bis zu marktfähigen Anwendungen und Ausgründungen.
Die Gründer von Athenyx Robotics haben über viele Jahre Forschungs- und Industrieprojekte in diesen Themenfeldern am WZL der RWTH Aachen mitgestaltet. Die dabei gesammelte Erfahrung bildet die Grundlage für den technologischen Ansatz des Unternehmens. Gleichzeitig richtet Athenyx Robotics seine Entwicklung auf Produkte und eine Skalierung der Technologie aus.
Ausgründung mit Produkt- und Skalierungsfokus
Das WZL sieht in der Entwicklung von Athenyx Robotics ein Beispiel für den Transfer von Robotik- und KI-Kompetenz in ein eigenständiges Technologieunternehmen.
„Der Weg von Athenyx Robotics macht deutlich, welches unternehmerische Potenzial in unserem Umfeld steckt: Ehemalige haben ihre Expertise in Robotik und Künstlicher Intelligenz konsequent weiterentwickelt und in ein eigenes Unternehmen überführt“, erklärt Prof. Christian Brecher vom WZL.
Für das Institut ist die Ausgründung nach eigenen Angaben sowohl eine Bestätigung der bisherigen Arbeit als auch ein Ausgangspunkt für weitere Forschungsaktivitäten. Das WZL will seine Arbeiten an Physical AI, intelligenten Robotersystemen und der KI-gestützten Produktion gemeinsam mit Industriepartnern weiter ausbauen. Ziel bleibt es, technologische Innovationen in industrielle Anwendungen und erfolgreiche Ausgründungen zu überführen. Damit soll zugleich die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland gestärkt werden.
Das Werkzeugmaschinenlabor WZL der RWTH Aachen betreibt Grundlagenforschung und angewandte Forschung im Bereich der Produktionstechnik. Gemeinsam mit Industriepartnern entwickelt das Institut Lösungen in den Forschungsfeldern Werkzeugmaschinen, Produktionssystematik, Getriebetechnik sowie Informations-, Qualitäts- und Sensorsysteme in der Produktion.
Titel Factbox
1. Was ist Physical AI? –
Physical AI bezeichnet den Ansatz, Wahrnehmung, Lernen, Simulation und Entscheidungsfindung in einer Plattform für intelligente Robotersysteme zu verbinden.
2. Wie wird Physical AI bei BMW entwickelt?
Athenyx Robotics entwickelt gemeinsam mit Spezialisten der BMW Group am Standort Landshut technologische Grundlagen für humanoide Robotik in der Komponentenfertigung.
3. Welche Technologien verbindet Physical AI?
Die Plattform kombiniert unter anderem Computer Vision, Robot Learning, Simulation, KI-basierte Planung sowie deterministische Ausführungsebenen.
4. Welche Rolle spielt das WZL für Physical AI?
Das WZL entwickelt und erprobt Technologien der KI-gestützten Robotik mit Industriepartnern und unterstützt den Transfer in industrielle Anwendungen und Ausgründungen.
5. Für welche Robotersysteme ist Physical AI vorgesehen?
Der hardwareagnostische Ansatz richtet sich an Industrie-, kollaborative, mobile und humanoide Robotersysteme.