Wie das Unternehmen aus Metzingen mitteilt, handelt es sich um die bisher größte Finanzierungsrunde eines Full-Stack-Robotik-Unternehmens. Die Mittel sollen den Aufbau einer weltweit führenden Physical-AI-Plattform beschleunigen. Zu den Investoren zählen globale Marktführer aus KI, Robotik, Recheninfrastruktur, Produktion und Industrieautomation. Darunter unter anderem Tether, Qualcomm Technologies, Amazon, NVIDIA, imec.xpand, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank, Lingotto Horizon und InterAlpen Partners.
Im Zentrum der Finanzierung steht der Ausbau einer neuen Kategorie von KI-Infrastruktur. Neura beschreibt das Neuraverse als gemeinsame, intelligente Plattform, auf der kognitive Roboter kontinuierlich lernen, zusammenarbeiten und in realen Umgebungen operieren können. Anders als klassische Robotikansätze, die auf isolierte Maschinen oder begrenzte Industrieautomation setzen, kombiniert das Unternehmen nach eigenen Angaben Robotik, KI, Sensorik, Edge-Computing und großskalige Lerninfrastruktur in einer einheitlichen Plattformarchitektur.
„Die Zukunft der KI wird nicht einfach auf Bildschirmen stattfinden”, erklärt David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics. „Sie wird sich bewegen, interagieren, lernen und in der realen Welt an unserer Seite arbeiten. Wir sind überzeugt, dass Physical AI und kognitive Robotik zu einem der größten Technologiesprünge der kommenden Jahrzehnte führen werden. Sie werden ganze Branchen von der Fertigung und Logistik bis hin zu Gesundheit, Dienstleistungen und Haushaltsrobotik grundlegend transformieren.”
Das neue Kapital soll mehrere Bereiche beschleunigen: den globalen Einsatz kognitiver und humanoider Roboter, den Ausbau der Neuraverse-Plattform, den Rollout der Neura Gyms, den Aufbau von Produktions- und Skalierungskapazitäten sowie die Entwicklung der nächsten Generation von Physical-AI-Systemen.
Wie Neura Robotics die Serienproduktion skalieren will
Mit dem Kapital will das Unternehmen die Serienproduktion auf mehrere Millionen Roboter bis 2030 hochfahren. Parallel soll der globale Rollout der Neura Gyms vorangetrieben werden. Dabei handelt es sich um reale Trainingsumgebungen für kognitive Roboter und Physical AI. Diese Gyms sollen reale Sensordaten, Simulation und multimodale Lernprozesse kombinieren. Ziel ist der Aufbau einer großen realen Robotik-Dateninfrastruktur, über die Roboter Fähigkeiten, Kompetenzen und Lernerfahrungen austauschen können.
Der aktuelle Auftragsbestand und die strategische Deployment-Pipeline des Unternehmens übersteigen laut Mitteilung eine Milliarde US-Dollar. Neura sieht den entscheidenden Wettbewerbsvorteil in der Verbindung von Intelligenz mit realer Interaktion, Sensorik und skalierbarer Infrastruktur.
„Künftig werden die Menschen nicht mehr allein fragen, was KI ihnen erzählen kann”, so Reger. „Sie werden fragen, was KI physisch leisten kann.”
Warum das Neuraverse als offenes Ökosystem positioniert wird
Neura baut mit dem Neuraverse nach eigenen Angaben eines der weltweit ersten offenen Physical-AI-Ökosysteme. In diesem sollen Roboter kontinuierlich Fähigkeiten, Kompetenzen und reale Lernerfahrungen austauschen. Die strategischen Partnerschaften umfassen unter anderem Bosch, Schaeffler, Kawasaki, Qualcomm Technologies, Amazon und NVIDIA. Damit positioniert sich Neura an der Schnittstelle von Robotik, industrieller Automatisierung und künstlicher Intelligenz.
„Viele haben geglaubt, dass global relevante KI-Infrastrukturunternehmen nur im Silicon Valley entstehen könnten”, fügt Reger hinzu. „Wir glauben, dass die nächste Generation von KI-Marktführern überall auf der Welt entstehen kann – überall dort, wo Vision, Ingenieurstalent und Umsetzungsgeschwindigkeit zusammenkommen. Mit dieser Finanzierung sichern wir uns eine führende Position im globalen Robotikrennen – auf Augenhöhe mit den Besten aus den USA und China. Am Ende geht es dabei nicht nur um Robotik, es geht darum, Technologien zu bauen, auf die die Welt angewiesen sein wird.”
Im Rahmen der langfristigen Strategie arbeitet Neura gemeinsam mit strategischen Infrastrukturpartnern an dezentralisierten KI-Architekturen, Edge-Intelligenz und maschinenbasierten Wirtschaftssystemen. Das Unternehmen geht davon aus, dass offene, vertrauenswürdige und interoperable Robotik-Ökosysteme an Bedeutung gewinnen, wenn KI-Systeme stärker in Fabriken, Logistikzentren, Gesundheitseinrichtungen und Privathaushalte vordringen.
Was Investoren in Physical AI und kognitiver Robotik sehen
Paolo Ardoino, CEO von Tether: „Wenn die Robotik über skriptbasierte Automatisierung hinausgeht und echte Autonomie erreicht, muss sich auch die dahinterliegende Infrastruktur weiterentwickeln. Autonome Maschinen benötigen die Fähigkeit, Informationen lokal zu verarbeiten, Entscheidungen zu treffen und Transaktionen durchzuführen, ohne auf zentralisierte Intermediäre angewiesen zu sein. QVAC bringt diese Edge-first-Intelligenz in die Plattform, während WDK die sichere Finanzschicht übernimmt – gemeinsam ermöglichen sie es Maschinen, Aufgaben auszuführen, Ergebnisse zu verbuchen und eigenständig zu operieren. Neura Robotics teilt diese Vision, und diese Investition spiegelt unser Vertrauen in das wider, was autonome Robotik werden kann.”
Nakul Duggal, EVP and Group GM, Automotive, Industrial and Embedded IoT, and Robotics, Qualcomm Technologies: „Physical AI ist die nächste große Evolution des Computing und erweitert Intelligenz in reale Umgebungen. Robotik ist einer der anspruchsvollsten Edge-AI-Anwendungsfälle, bei dem Systeme wahrnehmen, schlussfolgern und in Echtzeit, zuverlässig und lokal handeln müssen – gerade bei sicherheitskritischen Anwendungen. Qualcomm Technologies ist stolz darauf, Neura Robotics beim Aufbau eines offenen, globalen Ökosystems für kognitive Robotik zu unterstützen. Indem wir unsere führenden Edge-AI-Fähigkeiten, Hochleistungsrechner und Konnektivität mit der Neuraverse-Plattform verbinden, beschleunigen wir gemeinsam den Einsatz intelligenter Maschinen, die sicher und effizient Seite an Seite mit Menschen in verschiedenen Industrien arbeiten können.”
Nafea Bshara, Vice President & Distinguished Engineer, Amazon: „Diese Investition ist eine natürliche Fortsetzung unserer strategischen Partnerschaft mit Neura Robotics und unserer gemeinsamen Überzeugung vom transformativen Potenzial von Physical AI. Amazon bringt die globale Cloud-Infrastruktur und den KI-Tech-Stack mit, den Physical AI in großem Maßstab erfordert – darunter Amazon Bedrock, Amazon SageMaker, KI-optimierte Chips wie AWS Trainium und dessen Neuron Stack. Wir sind stolz darauf, Neuras Mission sowohl mit Kapital als auch mit der Infrastrukturtechnologie zu unterstützen, die sie zum Leben erweckt.“
Cyril Vancura, Partner bei imec.xpand: „Als führender globaler Halbleiter-Venture-Fonds mit exklusivem Zugang zur Expertise und zum Ökosystem von imec investieren wir entlang der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette – von grundlegenden Technologien bis hin zur Anwendungsebene. Die Plattform von Neura Robotics verbindet Physical AI mit der zugrunde liegenden Halbleiterhardware, wie Sensoren und Edge-Computing. Wir glauben fest an die Vision von David Reger und sehen Neura als das führende Physical-AI- und Robotik-Unternehmen in Europa.”
Thomas Piliszczuk, Executive Vice-President, Chief R&D Programs & Portfolio Officer, imec: „Bei imec ist es unsere Mission, chipbasierte Innovationen voranzutreiben, die die Welt von morgen gestalten. Neura Robotics verkörpert genau die Art von Unternehmen, bei dem angewandte Forschung auf reale Wirkung trifft: KI, fortschrittliche Sensorik und Edge-Intelligenz werden zu einer Plattform vereint, die das Potenzial hat, die Interaktion von Maschinen mit der physischen Welt neu zu definieren. Imec und der imec.xpand VC-Fonds sind stolz darauf, zu dem beizutragen, was wir für ein prägendes Kapitel im europäischen Deep-Tech-Bereich halten.”
Welche Rolle Bosch, Schaeffler und die EIB spielen
Auch Industriepartner aus Deutschland und Europa unterstreichen die Bedeutung der Finanzierungsrunde. Bosch verweist auf Wachstumschancen in der humanoiden Robotik und auf die eigene technologische Basis in Sensorik, Software und Bewegungstechnik.
Stefan Hartung, CEO von Robert Bosch: „Im Bereich der humanoiden Robotik sehen wir erhebliche Wachstumschancen – und durch unsere Partnerschaft mit Neura sind wir gut aufgestellt, um diese konsequenter zu nutzen. Mit unserer Sensortechnologie, unserem Software-Know-how und unserer Expertise bei der Umwandlung elektrischer Energie in Bewegung bewegt sich Bosch im Herzen dieser Schlüsseltechnologie.“
Klaus Rosenfeld, CEO von Schaeffler: „Neben dem klassischen Kerngeschäft setzt Schaeffler gezielt auf neue Wachstumsfelder, darunter der Bereich der humanoiden Robotik. Unsere acht Produktfamilien sowie unsere jahrzehntelange Fertigungsexzellenz positionieren uns hier hervorragend. Wir sind stolz, Neura als Technologiepartner und Investor auf seinem erfolgreichen Weg begleiten zu dürfen. Gemeinsam mit einem starken Ökosystem von Partnern werden wir so die Entwicklung und den Einsatz humanoider Roboter in der Industrie von morgen maßgeblich revolutionieren.“
Nicola Beer, Vizepräsidentin der Europäischen Investitionsbank: „Mit unserer Unterstützung für Neura Robotics setzt die Europäische Investitionsbank gezielt europäische Mittel für die nächste Welle von Physical AI und kognitiver Robotik ein. Über TechEU erhalten Europas innovativste Wachstumsunternehmen Zugang zu langfristigem Kapital, das sie benötigen, um Spitzenforschung in global wettbewerbsfähige Produkte und qualifizierte Arbeitsplätze hier in Europa zu verwandeln. Von sichereren Fabriken und intelligenteren Logistiklösungen bis hin zu völlig neuen Dienstleistungen wird Neura offene Neuraverse-Plattform dazu beitragen, dass Tausende von Robotern in Echtzeit voneinander lernen und damit Innovation beschleunigen, Europas technologische Autonomie stärken und KI in greifbaren Nutzen für Arbeitnehmer und Unternehmen verwandeln.”
So ordnen Investoren Neura Robotics strategisch ein
Lingotto Horizon und InterAlpen Partners stellen Neura als Plattformunternehmen heraus. Die Investoren sehen das Unternehmen nicht nur als Robotik-Anbieter, sondern als Infrastrukturakteur für Physical AI.
Nikhil Srinivasan, Managing Partner and CIO, Lingotto Horizon: „Wir waren von Anfang an überzeugte Unterstützer von Neura Robotics – überzeugt davon, dass David Reger die seltene Kombination aus tiefem technischem Verständnis und unternehmerischem Instinkt mitbringt, um eine Plattform einer neuen Kategorie zu bauen. Diese Finanzierungsrunde bestätigt, wovon wir seit Langem überzeugt sind: dass Neura nicht nur ein Robotik-Unternehmen ist, sondern das infrastrukturelle Rückgrat des Physical-AI-Zeitalters. David und sein Team haben in Metzingen etwas Außergewöhnliches aufgebaut, und wir sind stolz darauf, sie auf ihrem Weg zu begleiten, während sie global skalieren.”
Stephen George, Gründungspartner bei InterAlpen Partners: „Neura Robotics ist ein bemerkenswerter ‚hidden gem‘ in der globalen Robotik – mit dem Potential, Unternehmen, Verbraucher und die Menschheit grundlegend zu verändern. Neura wird von einem unternehmerischen, visionären Gründerteam geführt, das eine hochentwickelte Full-Stack-Robotikplattform geschaffen, ein wachsendes Auftragsbuch im Wert im Milliardenbereich mit führenden globalen Kunden aufgebaut und dazu Partnerschaften mit erstklassigen Investoren und Unternehmen geschlossen hat, um seine Vision zu verwirklichen.”
FAQ: Neura Robotics und Physical AI
1. Was bedeutet die Finanzierung für Neura Robotics? –
Das Unternehmen erhält bis zu 1,4 Milliarden US-Dollar, um Physical AI, kognitive Robotik, Produktionskapazitäten und den globalen Rollout der Neura Gyms zu beschleunigen.
2. Welche Investoren beteiligen sich an Neura Robotics?
Zu den Investoren gehören unter anderem Tether, Qualcomm Technologies, Amazon, NVIDIA, imec.xpand, Bosch, Schaeffler, die Europäische Investitionsbank, Lingotto Horizon und InterAlpen Partners.
3. Was ist das Hauptziel von Neura Robotics bei Physical AI?
Das Unternehmen will eine offene Physical-AI-Plattform aufbauen, auf der kognitive Roboter lernen, zusammenarbeiten und in realen Umgebungen eingesetzt werden.
4. Wie will Neura Robotics die Produktion skalieren?
Neura will die Serienproduktion auf mehrere Millionen Roboter bis 2030 ausbauen und dafür Produktions- und Skalierungskapazitäten erweitern.
5. Welche Rolle spielt das Neuraverse bei Neura Robotics?
Das Neuraverse soll als offenes Ökosystem dienen, in dem Roboter Fähigkeiten, Kompetenzen und reale Lernerfahrungen kontinuierlich austauschen.