Interview zur Motek 2026 mit Marc Ottensarndt von Cognex

„Machine Vision hat sich zu einem zentralen Enabler moderner Automatisierung entwickelt“

Machine Vision wird vom Prüfwerkzeug zum Enabler der Automatisierung, erklärt Marc Ottensarndt von Cognex im Interview. Auf der Motek 2026 zeigt das Unternehmen, wie KI-gestützte Bildverarbeitung Entscheidungen in Echtzeit ermöglicht, Effizienz steigert und neue Potenziale in Produktion und Logistik erschließt.

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Marc Ottensarndt ist Area Sales Manager bei Cognex
Marc Ottensarndt ist Area Sales Manager bei Cognex Germany

Redaktion: Cognex steht für industrielle Bildverarbeitung und Identifikation – wie hat sich die Rolle von Machine Vision in modernen, automatisierten Produktions- und Logistikprozessen in den letzten Jahren verändert?

Marc Ottensarndt: Aus Sicht von Cognex hat sich Machine Vision von einer reinen Qualitätskontrolltechnologie zu einem zentralen Enabler moderner Automatisierung entwickelt. Heute liefern Bildverarbeitungs- und Identifikationssysteme nicht nur Prüfresultate, sondern in Echtzeit entscheidungsrelevante Daten für Produktions- und Logistikprozesse.

Durch Fortschritte in KI, Deep Learning und Sensorik können Unternehmen komplexere Aufgaben einfacher denn je automatisieren, die Rückverfolgbarkeit verbessern und ihre Effizienz sowie Flexibilität steigern. Machine Vision ist damit zu einer Schlüsseltechnologie für intelligente, vernetzte Fabriken und Logistikzentren geworden.

Redaktion: Welche strategische Rolle spielt die Motek für Cognex – insbesondere im Hinblick auf den Austausch mit Maschinenbauern, Integratoren und Anwendern entlang der gesamten Automatisierungskette?

Ottensarndt: Die Motek ist für Cognex eine der wichtigsten Messen in Europa, um mit wegweisenden Maschinenbauern, Systemintegratoren und Anwendern entlang der gesamten Automatisierungskette in den direkten Austausch zu treten. Hier können wir aktuelle Herausforderungen aus Produktion und Logistik besser verstehen, neue Technologien demonstrieren und gemeinsam mit Partnern konkrete Automatisierungslösungen diskutieren.

Gleichzeitig bietet die Messe die Möglichkeit, Markttrends frühzeitig zu erkennen und bestehende sowie neue Kundenbeziehungen weiter auszubauen.

Redaktion: Mit Systemen wie den In Sight Vision-Systemen oder Deep Learning fähigen Kameras treiben Sie den Einsatz von KI in der Bildverarbeitung stark voran – welche konkreten Entwicklungen werden Sie auf der Motek zeigen?

Ottensarndt: Auf der Motek werden wir zeigen, wie sich KI-gestützte Bildverarbeitung heute noch einfacher und leistungsfähiger in Automatisierungsprozesse integrieren lässt. Im Fokus steht unsere einheitliche Software Plattform Insight Vision Suite, die sämtliche unserer Vision-Systeme und Deep-Learning-Lösungen betreibt. Dank dem Einsatz von unseren KI Tools können wir in kürzester Zeit auch für komplexe Prüfaufgaben, variierende Bauteile oder schwer definierbare Fehlerbilder zuverlässig und flexibel Ergebnisse liefern.

Besucher können anhand praxisnaher Anwendungen erleben, wie KI die Prüfgenauigkeit erhöht, den Einrichtungsaufwand reduziert und dabei neue Automatisierungspotenziale erschließt.

Redaktion: Ihre Lösungen decken Anwendungen von Defekterkennung über Robotikführung bis hin zur Barcode-Identifikation ab – wo sehen Sie aktuell den größten Hebel für Effizienz- und Qualitätsgewinne beim Kunden?

Ottensarndt: Den größten Hebel sehen wir derzeit in der Kombination aus KI-gestützter Qualitätsprüfung und durchgängiger Identifikation. Unternehmen können Fehler deutlich früher erkennen, Ausschuss reduzieren und gleichzeitig die Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte verbessern.

Darüber hinaus schaffen präzise Bildverarbeitung und Robotikführung die Voraussetzung für höhere Automatisierungsgrade, mehr Prozessstabilität und eine effizientere Nutzung von Personalressourcen. Besonders in Zeiten steigender Qualitätsanforderungen und Fachkräftemangels ergeben sich hier erhebliche Potenziale.

Redaktion: Aktuelle Studien zeigen, dass bereits über die Hälfte der Hersteller KI basierte Bildverarbeitung einsetzt – wie verändern Themen wie Fachkräftemangel, steigende Variantenvielfalt und der Wunsch nach einfacherer Bedienbarkeit Ihre Produktentwicklung?

Ottensarndt: Diese Entwicklungen prägen unsere Produktentwicklung maßgeblich. Angesichts des Fachkräftemangels und der steigenden Komplexität in der Fertigung legen wir großen Wert darauf, Bildverarbeitungssysteme einfacher zu implementieren, zu bedienen und zu warten.

Gleichzeitig ermöglichen KI- und Deep-Learning-Technologien eine zuverlässige Prüfung auch bei hoher Variantenvielfalt und häufig wechselnden Produkten.

Unser Ziel ist es, leistungsstarke Machine-Vision-Lösungen bereitzustellen, die nicht nur Experten, sondern auch Anwendern ohne tiefgehendes Bildverarbeitungs-Know-how einen schnellen und sicheren Einsatz ermöglichen.

Cognex auf der Motek 2026
Halle 7 – Stand 7216