Interview zur Motek 2026 mit Alexander Roller, Geschäftsführer Asyril
„Oft entstehen bereits auf der Messe erste Ideen für neue Projekte“
Asyril zeigt auf der Motek 2026, wie flexible Zuführung, KI-gestützte Vision und einfache Integration Automatisierung beschleunigen. Live-Demos und Machbarkeitschecks machen den Mehrwert erlebbar, erklärt Geschäftsführer Alexander Roller im Interview.
Redaktion Automation NEXTRedaktionAutomation NEXT
4 min
Alexander Roller, Geschäftsführer AsyrilAsyril
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Redaktion: Asyril positioniert sich klar als Spezialist für flexible Zuführsysteme – welche Bedeutung hat die Motek für Sie als Plattform, um dieses Thema insbesondere bei Systemintegratoren und Maschinenbauern zu adressieren?
Alexander Roller: Die Motek ist für uns eine der wichtigsten Plattformen, weil hier genau die Zielgruppen zusammenkommen, die flexible Zuführlösungen in ihren Automatisierungsprojekten einsetzen und integrieren – insbesondere Systemintegratoren, Sondermaschinenbauer und OEMs.
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Viele Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, immer mehr Produktvarianten bei gleichzeitig kürzeren Produktlebenszyklen wirtschaftlich zu automatisieren. Genau hier bieten flexible Zuführsysteme einen entscheidenden Mehrwert gegenüber klassischen, starren Zuführtechnologien. Sie ermöglichen eine deutlich höhere Flexibilität und reduzieren den Aufwand bei Produktwechseln oder neuen Projekten.
Die Motek bietet uns die Möglichkeit, diese Vorteile nicht nur zu erklären, sondern live zu demonstrieren. Besucher können direkt erleben, wie unsere Lösungen – vom Asycube über Eye+ bis hin zu unseren neuesten Entwicklungen – in moderne Automatisierungskonzepte integriert werden können.
Darüber hinaus ist die Messe für uns eine wichtige Plattform für den persönlichen Austausch. Gemeinsam mit Integratoren und Maschinenbauern sprechen wir über konkrete Anwendungen, neue Anforderungen aus dem Markt und zukünftige Automatisierungstrends. Dadurch entstehen oft bereits auf der Messe die ersten Ideen für neue Projekte und Partnerschaften.
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Redaktion: Mit dem Asycube setzen Sie auf eine patentierte 3 Achs Vibrationstechnologie, die Bauteile unterschiedlicher Geometrien vereinzeln und ausrichten kann – wo sehen Sie aktuell die größten Vorteile gegenüber klassischen Zuführlösungen?
Mit einer patentierten 3-Achs-Vibrationstechnologie ermöglicht Asycube eine flexible Vereinzelung und Ausrichtung unterschiedlicher Bauteile.Asyril
Roller: Die patentierte 3-Achs-Vibrationstechnologie ist natürlich die Grundlage unserer Lösung, weil sie eine flexible Vereinzelung und Ausrichtung unterschiedlichster Bauteile ermöglicht. Der größte Vorteil für unsere Kunden geht heute aber weit über die reine Zuführtechnik hinaus.
Mit Asyril erhalten Kunden eine etablierte und praxiserprobte Lösung, die sich dank standardisierter Schnittstellen, Robot-Plugins und KI-gestützter Vision-Systeme einfach in bestehende Automatisierungskonzepte integrieren lässt. Dabei sind unsere Lösungen herstellerunabhängig und können mit nahezu allen gängigen Robotermarken kombiniert werden.
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Ein weiterer wichtiger Punkt ist die schnelle Umsetzung. Durch die einfache Inbetriebnahme und die vorkonfigurierten Schnittstellen können Integratoren und Maschinenbauer den Engineering-Aufwand deutlich reduzieren und Projekte schneller realisieren.
Gleichzeitig unterstützen wir unsere Kunden und Partner mit technischem Support, Applikations-Know-how und Machbarkeitsanalysen. Und wenn für eine Anwendung zusätzliche Komponenten wie Roboter, Greifer oder Fördertechnik benötigt werden, profitieren unsere Kunden von unserem breiten Partnernetzwerk, über das wir passende Kontakte und Lösungen vermitteln können.
Der eigentliche Mehrwert liegt deshalb nicht nur in der Technologie selbst, sondern in dem Gesamtpaket aus Flexibilität, einfacher Integration, kompetenter Unterstützung und einem starken Partner-Ökosystem.
Redaktion: Ihr Eye+ Smart Control System integriert KI-basierte Bildverarbeitung und steuert Zuführung, Vision und Robotik in einem System – wie verändert diese Form der „intelligenten Zuführung“ die Automatisierungspraxis Ihrer Kunden?
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Eye+ kombiniert Bildverarbeitung mit einer intelligenten Steuerung der Zuführung.Asyril
Roller: Mit Eye+ verfolgen wir das Ziel, die Integration von flexibler Zuführung und Bildverarbeitung so einfach wie möglich zu machen. Viele Automatisierungsprojekte scheitern nicht an der Hardware, sondern am Integrationsaufwand zwischen Zuführung, Kamera, Roboter und Steuerung.
Genau hier setzt Eye+ an: Das System kombiniert die Bildverarbeitung mit einer intelligenten Steuerung der Zuführung und stellt dem Roboter die benötigten Positionsdaten zur Verfügung. Dadurch reduziert sich der Engineering-Aufwand erheblich, und Integratoren können Anwendungen deutlich schneller in Betrieb nehmen.
Für unsere Kunden bedeutet das kürzere Projektlaufzeiten, weniger Schnittstellenaufwand und eine höhere Prozesssicherheit. Gleichzeitig profitieren sie von einer Lösung, die auch bei neuen Bauteilen oder Produktvarianten flexibel angepasst werden kann, ohne dass die gesamte Zuführtechnik neu ausgelegt werden muss.
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Besonders wichtig ist dabei, dass Eye+ die Komplexität reduziert. Anwender müssen kein Vision-Experte sein, um flexible Zuführsysteme erfolgreich einzusetzen. Das erleichtert den Einstieg in die Automatisierung und macht moderne Zuführlösungen für deutlich mehr Anwendungen wirtschaftlich nutzbar.
Redaktion: Ihre Lösungen sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Teilegrößen von 0,1 bis 150 mm flexibel zu handhaben und schnelle Umrüstungen zu ermöglichen – wie stark treibt insbesondere der Trend zu High-Mix/Low-Volume und variantenreicher Produktion Ihr Geschäft?
Roller: Der Trend zu High-Mix/Low-Volume und einer steigenden Variantenvielfalt ist für uns tatsächlich einer der wichtigsten Markttreiber. Unternehmen müssen heute deutlich flexibler produzieren als noch vor wenigen Jahren. Produktlebenszyklen werden kürzer, Losgrößen kleiner und die Anzahl der Varianten steigt kontinuierlich.
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Genau für diese Herausforderungen wurden unsere Lösungen entwickelt. Anstatt für jedes neue Produkt eine eigene Zuführlösung zu entwickeln, können Hersteller und Integratoren mit flexiblen Systemen deutlich schneller auf neue Anforderungen reagieren, Umrüstzeiten reduzieren und ihre Anlagen langfristig wirtschaftlicher betreiben.
Gleichzeitig sehen wir, dass die Anforderungen nicht nur bei der Variantenvielfalt steigen, sondern auch hinsichtlich der Bauteilgrößen und Anwendungsbereiche. Deshalb entwickeln wir unser Portfolio kontinuierlich weiter. Neben unseren etablierten Flexible-Feeding-Lösungen erweitern wir mit neuen Technologien wie PYK+ unser Angebot im Bereich des intelligenten Bin Pickings. Dadurch können wir zusätzliche Anwendungen adressieren und flexible Automatisierungslösungen für Bauteile bis zu 300 mm realisieren.
Unser Ziel ist es, Kunden eine möglichst zukunftssichere Automatisierungslösung zu bieten, die mit ihren Anforderungen mitwachsen kann – unabhängig davon, ob es um häufige Produktwechsel, neue Varianten oder zukünftige Produktionskonzepte geht.
Redaktion: Von Elektronik über Medizintechnik bis hin zur Uhrenindustrie: Ihre Systeme kommen in sehr präzisionskritischen Branchen zum Einsatz – welche konkreten Anwendungen oder Use Cases werden Sie auf der Motek zeigen, um diesen Mehrwert greifbar zu machen?
Roller: Ja, richtig. Unsere Kunden kommen aus sehr unterschiedlichen Branchen – von der Elektronik über die Medizintechnik bis hin zur Präzisionsmechanik, Uhrenindustrie und vielen weiteren Bereichen. Entsprechend vielfältig sind auch die Anforderungen an die Automatisierung.
Deshalb möchten wir auf der Motek nicht nur einzelne Anwendungsbeispiele zeigen, sondern vor allem demonstrieren, wie flexibel unsere Lösungen auf unterschiedlichste Bauteile und Aufgabenstellungen reagieren können.
Ein besonderes Highlight wird sein, dass wir ein System vor Ort haben, mit dem wir live Machbarkeitsstudien durchführen können. Besucher haben die Möglichkeit, eigene Bauteile mitzubringen und gemeinsam mit unseren Experten direkt zu prüfen, wie diese mit unseren Lösungen vereinzelt, lokalisiert oder automatisiert gehandhabt werden können.
Dadurch wird der Mehrwert für unsere Kunden unmittelbar greifbar. Anstatt nur über Flexibilität zu sprechen, können wir konkrete Bauteile und reale Anwendungen direkt auf der Messe bewerten und erste Lösungsansätze aufzeigen.
Darüber hinaus präsentieren wir das Zusammenspiel aus flexibler Zuführung, intelligenter Bildverarbeitung und unseren neuesten Entwicklungen wie PYK+ im Bereich des intelligenten Bin Pickings. So erhalten Besucher einen umfassenden Einblick, wie moderne Automatisierungslösungen auch bei hoher Variantenvielfalt und komplexen Bauteilen effizient umgesetzt werden können.