Predictive Maintenance beginnt im Antriebssystem:
Mit maxon MIND (motion insights
and diagnostics) hat der Schweizer
Antriebsspezialist maxon eine Lösung entwickelt,
die den Motor zum intelligenten
Sensor macht. Durch maschinelles Lernen,
physikalisches Know-how und eine offene
Systemarchitektur ermöglicht maxon
MIND eine präzise Zustandsüberwachung.
Claude JaquemetClaudeJaquemetClaude JaquemetBusiness Development Manager Digital Business, Maxon Gruppe
3 min
Claude Jaquemet zeigt das Demo-System von Maxon Mind.maxon
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In der industriellen Antriebstechnik ist der Motor längst
mehr als nur ein Aktuator. Er liefert wertvolle Informationen über den Zustand
des gesamten Systems – vorausgesetzt, man weiß, wie man diese Daten richtig interpretiert.
Genau hier setzt maxon mit seiner neuen Lösung maxon MIND (motion insights and
diagnostics) an. Das System nutzt die Signale des Motors, um Rückschlüsse auf
den Zustand des Antriebssystems und dessen Umgebung zu ziehen. Den Ansatz
bringt das zuständige Entwicklungs-Team bei maxon so auf den Punkt: „Der Motor
ist der beste Sensor in der Maschine.“
maxon MIND liefert Zustandsanzeige für die Motoren im Antriebssytem.maxon
maxon MIND wurde entwickelt, um Condition Monitoring und
Predictive Maintenance auf ein neues Niveau zu heben. Die Lösung analysiert
Daten, die während des Maschinenbetriebs aus dem Controller ausgelesen werden und
erkennt daraus Muster, die auf Verschleiß oder Fehlfunktionen hinweisen. Dabei
geht es nicht nur um die Überwachung des Motors selbst, sondern um das gesamte
Antriebssystem. So lassen sich Abweichungen frühzeitig erkennen.
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Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: maxon MIND ist
besonders gefragt in Anwendungen, bei denen unerwartete Ausfälle frühzeitig
erkannt werden müssen – etwa zur Erhöhung der Personensicherheit oder zur
Minimierung von Downtime. Dabei erkennt die Monitoring-Lösung auch Probleme,
die in klassischen Tests verborgen bleiben. Auch in Produktionslinien mit
mehreren Maschinen in Reihe kann maxon MIND helfen, kleinste Abweichungen zu
identifizieren, bevor sie sich auf nachgelagerte Prozesse auswirken. Darüber
hinaus bietet das System einen Mehrwert im Serviceeinsatz bei Anwendungen, bei
denen der tatsächliche Gerätezustand für die Wartungsplanung entscheidend ist.
Erklärbare, optimierte
KI: Wenig Daten, hohe Nachvollziehbarkeit
Technologisch basiert maxon MIND auf erklärbarer, künstlicher
Intelligenz. Damit ist sichergestellt, dass jegliche Diagnosen und Voraussagen
nachvollziehbar sind. Das ist insbesondere in sicherheitskritischen und stark
regulierten Anwendungen essenziell. Das von maxon entwickelte
Machine-Learning-Modell kommt zudem mit wenig Daten aus und kann auf einfacher Hardware
betrieben werden. Der Vorteil: Minimalinvasive Integration in der Anwendung und
geringer (Zeit-) Aufwand für das Modelltraining. Zudem benötigt das Modell
keine GPU-Infrastruktur, was insbesondere ein Kostenvorteil für
Neuentwicklungen ist. Auch Retrofits in Bestandsanwendungen sind möglich.
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Die Datenverarbeitung folgt einem klar strukturieren Ablauf:
Zuerst werden die Rohdaten während des Maschinenbetriebs erfasst. Diese werden
vorverarbeitet, bevor sie in das Machine Learning Model gelangen. Dort prüft
das Modell die Daten und analysiert jede Abweichung von einem gesunden
Betriebszustand. Das Ergebnis wird anschließend im Frontend visualisiert. Glassbox
statt Blackbox: Jeder Verarbeitungsschritt ist rückverfolgbar.
System lernt aus der
realen Anwendung
Das Demo-System von maxon MIND, das an Messen zum Einsatz kommt.maxon
Ein wesentliches Merkmal von maxon MIND ist die Integration
von domänenspezifischem Know-how in das Modell. Die physikalischen
Zusammenhänge eines mechatronischen Systems fließen direkt in die Modellierung ein.
Dadurch wird eine hohe Prognosequalität bei gleichzeitig geringem Datenbedarf
erreicht. Das System lernt zudem aus der realen Anwendung: Bei der Inbetriebnahme
der Maschine wird ein sogenannter Initialzustand erfasst, der den Motor im
Kontext seiner Umgebung beschreibt. Im laufenden Betrieb werden dann regelmäßig
neue Daten eingespeist, die mit dem Modell abgeglichen werden. Je nach
Anwendung geschieht dies stündlich, täglich oder einfach nach Bedarf.
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Die Qualität der Daten spielt dabei eine zentrale Rolle. Um
valide Ergebnisse zu erzielen, müssen die aufgenommenen Signale eine
ausreichende Repräsentativität für den Betriebszustand der Maschine aufweisen. Deshalb
arbeitet maxon eng mit den Kunden zusammen, um geeignete Messzyklen zu
definieren. Diese können beispielsweise standardisierte Bewegungsabläufe umfassen,
die typische Belastungssituationen abbilden. Auf diese Weise entsteht ein auf
die Kundenanwendung abgestimmtes und robustes Modell, das auch unter
variierenden Bedingungen zuverlässige Aussagen trifft.
Eine wichtige Rolle bei maxon MIND spielt auch der Umgang
mit Daten. Standardmäßig erfolgt die Datenverarbeitung in der Cloud. Kunden
können ihre Daten einsehen und herunterladen. Es werden keine personenbezogenen
Informationen benötigt, alle Daten können vom Kunde anonymisiert werden.
Die Plattform ist offen konzipiert. Kunden können auf ihre
Daten zugreifen und diese über eine API in ihre Systemumgebung integrieren. Die
Lösung ist minimalinvasiv: Bestehende Motoren, Elektronik und Steuerungen
bleiben unverändert. Einzige Voraussetzung ist die Installation eines
Softwarepakets auf dem Mastercontroller, welches die Daten beispielsweise via MQTT-Protokoll
überträgt. Ist die Maschine bereits ans Internet angebunden und verfügt der
Controller über die Fähigkeit zur Datenakquise, kann das System innerhalb
weniger Tage in Betrieb genommen werden. Alle nötigen Spezifikationen sind
bereits definiert.
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Voraussetzungen und
Kompatibilität
Blick auf das Frontend von maxon MIND.maxon
Ein Vorteil von maxon MIND liegt in seiner hohen Kompatibilität
mit bestehenden Systemen. Die Lösung ist so konzipiert, dass sie sich nahtlos
in unterschiedliche Antriebskonfigurationen integrieren lässt – unabhängig von
Branche oder Anwendung. Bestehende Hardware wie Motoren, Steuerungen und
Elektronik muss nicht ersetzt werden. Auch ist maxon MIND grundsätzlich im
gesamten maxon Antriebs-Portfolio einsetzbar, sofern der entsprechende Motor
mit einer Steuerung ausgestattet ist.
Im Marktumfeld positioniert sich maxon MIND als hochspezialisierte
Lösung für anspruchsvolle Anwendungen. Maxon verfolgt einen fokussierten
Ansatz, der die physikalischen Eigenschaften des Antriebssystems in der Tiefe
analysiert. Diese Kombination aus technischem Fokus, industrieller Robustheit
und offener Architektur macht maxon MIND zu einer Lösung, die nicht nur Daten
sammelt, sondern echten Erkenntnisgewinn liefert.
Mit maxon MIND bringt maxon eine durchdachte, technisch
fundierte Lösung auf den Markt, die den Motor zum intelligenten Sensor macht.
Die Kombination aus maschinellem Lernen, physikalischem Knowhow und offener
Systemarchitektur macht das System zu einem zukunftsfähigen Werkzeug für
industrielle Anwendungen. Der Motor wird damit nicht nur zum Antrieb, sondern
zum zentralen Element der Zustandsüberwachung – und damit zum Schlüssel für
mehr Effizienz
Zum Autor
Claude Jaquemet
ist Business Development Manager Digital Business bei Maxon. Er ist seit fast 10 Jahren in verschiedenen Funktionen innerhalb der Maxon-Gruppe
tätig. Auch im Bereich der Antriebstechnik wird die nahtlose Einbindung in die digitale
Welt zunehmend zum entscheidenden Erfolgsfaktor. Gemeinsam mit seinem Team entwickelt
Jaquemet darum Kundenlösungen in diesem Bereich.
Über die Maxon Gruppe
maxon ist ein führender Anbieter von präzisen Elektromotoren
und Antriebssystemen, der Lösungen entwickelt, die auf die Bedürfnisse der Kunden
in den Bereichen Medizintechnik, industrielle Automation, Luft- und Raumfahrt, Mobilität
und Robotik zugeschnitten sind. Das 1961 gegründete Schweizer Unternehmen befindet
sich im Besitz der Familie Braun und hat seinen Hauptsitz in Sachseln (Kanton Obwalden).
Die maxon Gruppe beschäftigt weltweit rund 3.000 Mitarbeitende an zehn Produktionsstandorten
und ist in über 40 Ländern vertreten.