Damit Maschinendaten zuverlässig in der Cloud ankommen, müssen Sensoren, Leitungen, Steckverbinder und Netzwerkkomponenten exakt zusammenspielen. Ein Automatisierungsmodell von Lapp zeigt, wie eine durchgängige IIoT-Kommunikation von der Feldebene bis zur Cloud aufgebaut ist.
Lapp demonstriert mit einem Automatisierungsmodell, wie Sensoren, Aktoren, Leitungen und Netzwerkkomponenten Daten zuverlässig in die Cloud übertragen.Lapp
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Das Licht am Schaltschrank springt auf Grün. Der Werkstückträger hat sich korrekt auf die Förderlinie abgesenkt, ein Sensor sendet das Positioniersignal. Die Bewegung sieht simpel aus und ist doch das Ergebnis eines hochkomplexen Zusammenspiels aus Sensoren, Aktoren, Leitungen und Netzwerkkomponenten. Nur wenn jeder Schritt exakt auf die anderen abgestimmt ist, vom ersten Signal bis zur Ausführung der Förderbewegung, kommen die Informationen zuverlässig dort an, wo sie gebraucht werden: in der Cloud.
In der nächsten Station wird der Träger mit dem Werkstück beladen – einer Tafel Schokolade. Anschließend gleitet er zu verschiedenen Bearbeitungsstationen, bis schließlich an der Entnahmestation die Tafel an die Messebesucher ausgegeben wird. Beim fünften Durchlauf ertönt ein Signal: Der Stapel mit den schokoladigen Werkzeugträgern ist fast leer. Ein Sensor erkennt per optischer Abstandsmessung den Nachschubbedarf und meldet dies in Echtzeit an das System. In Sekundenbruchteilen gelangt der Messwert über eine ausgeklügelte Abfolge von Leitungen und Datenhubs in die Cloud, wo die Information abrufbar ist.
Die Schokoladen-Förderanlage von Lapp ist weit mehr als eine leckere Attraktion: Sie veranschaulicht modellhaft, wie in Produktionsumgebungen zahlreiche Sensoren und Aktoren zusammenarbeiten, um Daten von der Feldebene bis in die Cloud zu übertragen und so effiziente, transparente Abläufe zu ermöglichen.
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Aus der Feldebene in die Cloud
Epic-M12-Steckverbinder sorgen in Verbindung mit dem Unitronic Access MP08 IOL IO-Link-Master für eine dezentrale und effiziente Anbindung von Sensoren.Lapp
In der intelligenten Fabrik ist die Cloud eine Art „'Gehirn': Es steuert Abläufe, verarbeitet Informationen und koordiniert das Zusammenspiel aller Komponenten. Doch ähnlich wie das menschliche Gehirn auf ein funktionierendes Nervensystem zur Informationsübertragung angewiesen ist, braucht auch die Smart Factory eine leistungsfähige Kommunikationsinfrastruktur. Im industriellen Internet der Dinge (IIoT) übernehmen diese Aufgabe Leitungen, Steckverbinder und aktive Komponenten wie Switches und Router. Sie sind die Nervenbahnen, die Daten sicher von der Feldebene bis ins digitale Zentrum, also in die Cloud transportieren.
Im Sensor werden die Daten erzeugt: Er wandelt physikalische Messgrößen in digitale Informationen um und gibt sie über seine IO-Link-Schnittstelle weiter. „IO-Link ist das optimale Kommunikationsprotokoll für die Feldebene, also die unterste Ebene der Automatisierungspyramide, in der Signale erfasst und weitergegeben werden“, erklärt Jürgen Greger, Produktmanager Industrial Communication bei Lapp. Neben der Übertragung von Prozesswerten ermöglicht sie auch Diagnosefunktionen, Parametrierung aus der Ferne und den schnellen Gerätetausch per Plug & Play.
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Der Anschluss erfolgt über Epic-M12-Steckverbinder und robuste Sensor-/Aktorleitungen wie die Unitronic-Sensor M12 SH des Herstellers, die es vorkonfektioniert in verschiedenen Längen gibt und sich für den Einsatz in Schleppketten eignen. Selbst bei einem Wechsel von alten (analogen) Sensoren gegen einen IO-Link-Sensor können die Installateure bereits vorhandene Standardleitungen mit M12-Anschluss weiterverwenden.
Am anderen Ende der Leitung sorgen Epic-M12-Steckverbinder für die Verbindung zu einem IO-Link-Master wie dem Unitronic Access MP08 IOL. Das Gerät hat acht M12-Anschlüsse, eine Spannungsversorgung und eine Netzwerkverbindung zur Ausgabe. Damit bringt Lapp erstmals aktive Komponenten in die Feldebene. Diese Dezentralisierung reduziert Verdrahtungsaufwand und Fehleranfälligkeit, da die Sensoren nicht mehr einzeln im Schaltschrank verdrahtet werden müssen. Umfangreiche Diagnosemöglichkeiten zur schnellen Fehlersuche und -behebung erhöhen die Anlagenverfügbarkeit.
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Der IO-Link-Master bündelt die Signale der angeschlossenen Sensoren und überträgt sie über IoT-Protokolle in die Steuerungsebene. Die Unitronic-Access-Geräte sind als Single- oder Multiprotokoll-Varianten erhältlich. Letztere unterstützen klassische Industrial-Ethernet-Standards wie Profinet, Ethernet/IP, EtherCAT, Modbus TCP, CC-Link IE sowie moderne IoT-Protokolle wie OPC UA, MQTT, REST API und CoAP. Das gewünschte Kommunikationsprotokoll lässt sich direkt am Gerät per Drehschalter auswählen, eine zusätzliche Softwarekonfiguration ist nicht nötig. Diese Vielseitigkeit ermöglicht echtes Plug & Play und schafft maximale Flexibilität für unterschiedlichste Anwendungen. So entsteht eine skalierbare Lösung, die sich in unterschiedliche industrielle Umgebungen integrieren lässt.
Zwischen IO-Link-Master und MQTT-Broker koordinieren auch Managed Switches und Router den Datenfluss, wie zum Beispiel der Profinet-konforme Switch Etherline Access PNF.Lapp
Finale Komponente der Datenkette ist der MQTT-Broker, der die Übergabe der gesammelten Maschinendaten an die Cloud organisiert. Meist basiert er auf einem industrietauglichen Einplatinencomputer wie einem Industrial Raspberry Pi. Er empfängt die Daten und leitet die MQTT-Nachrichten über das TCP/IP-Netzwerk sicher in die Cloud weiter. Von dort können Anlagenbetreiber aus der Ferneauf die Informationen zugreifen – für vorausschauende Wartung, Qualitätsüberwachung oder Prozessoptimierung.
Für Lapp ist die Schokoladen-Förderanlage die Blaupause einer modernen Kommunikationsarchitektur. In realen Produktionsumgebungen, in denen Hunderte Sensoren und Aktoren miteinander kommunizieren, wird dieser um zusätzliche Netzwerkebenen erweitert. Zwischen IO-Link-Master und MQTT-Broker koordinieren auch Managed Switches und Router den Datenfluss. Das Unternehmen setzt dabei auf Komponenten wie den Profinet-zertifizierten Switch Etherline Access PNF für stabile Kommunikation, die Etherline Access NAT/Firewall für erweiterten Schutz und den Etherline Access Managed Switch mit Lichtleiteranschlüssen für hohe Übertragungsraten bis zu 1 GBit/s. Zur Verbindung der Switches kommen Patchkabel wie Etherline PN Cabinet Cat.6A für elektrische Verbindungen oder GOF Duplex Patchcords für Lichtwellenleiter zum Einsatz. So entsteht ein durchgängiges Kommunikationssystem, das mit den Anforderungen wächst und von der spielerischen Demoanlage bis zur vernetzten Großproduktion Daten nutzbar macht.
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Komplettes Portfolio, individuelle Lösungen
Komponenten, die optimal aufeinander abgestimmt sind, sind Voraussetzung für das reibungslose Zusammenspiel industrieller Kommunikationssysteme. Lapp bietet dafür ein Komplettportfolio, das neben robusten Leitungen und Steckverbindern auch aktive Netzwerkkomponenten und Cloud-Schnittstellen umfasst.
„Bei uns bekommt der Kunde alle aktiven und passiven Komponenten perfekt aufeinander abgestimmt und in bewährter Qualität aus einer Hand“, verspricht Thomas Leitmann, Applikationsingenieur und zertifizierter Profinet-Ingenieur für den Bereich Industrielle Kommunikation bei Lapp. Während viele Anbieter ihre Lösungen innerhalb eigener Systemgrenzen entwickeln, setzt der Hersteller auf Kundennähe und Flexibilität. „Unser Team ist agil und bringt gleichzeitig jahrzehntelange Expertise in Verbindungstechnologien mit. Gemeinsam mit unseren Kunden finden wir auch bei ungewöhnlichen Herausforderungen eine individuelle Lösung“, so Leitmann.
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Das zahlt sich besonders bei der digitalen Nachrüstung bestehender Anlagen aus. In diesen sogenannten Brownfield-Anlagen treffen die Experten von Lapp häufig auf eine Kombination älterer Komponenten, die weiterverwendet werden sollen, oder auf Systeme verschiedener Hersteller. Anstatt alles zu ersetzen, integriert der Hersteller neue Produkte in bestehende Strukturen. „Das schafft maximale Freiheit für unsere Kunden und sorgt dafür, dass sie ihre Anlagen zukunftssicher betreiben können“, unterstreicht Thomas Leitmann.
Was Sie über durchgängige IIoT-Kommunikation in der Smart Factory wissen müssen
1. Wie gelangen Maschinendaten vom Sensor bis in die Cloud? Die Daten entstehen auf der Feldebene in den Sensoren. Über IO-Link, Sensor-/Aktorleitungen und Steckverbinder werden sie an einen IO-Link-Master übertragen. Dieser bündelt die Signale und leitet sie über industrielle Netzwerkkomponenten und IoT-Protokolle weiter. Ein MQTT-Broker organisiert schließlich die Übergabe der Maschinendaten an die Cloud.
2. Welche Vorteile bietet IO-Link auf der Feldebene? IO-Link überträgt nicht nur Prozesswerte, sondern ermöglicht auch Diagnosefunktionen, eine Parametrierung aus der Ferne und einen schnellen Gerätetausch per Plug&Play. Beim Austausch älterer Sensoren können vorhandene Standardleitungen mit M12-Anschluss teilweise weiterverwendet werden.
3. Welche Aufgabe übernimmt ein IO-Link-Master? Der IO-Link-Master verbindet mehrere Sensoren dezentral mit der übergeordneten Kommunikationsebene. Er bündelt deren Signale und überträgt sie über Industrial-Ethernet- und IoT-Protokolle weiter. Dadurch sinken Verdrahtungsaufwand und Fehleranfälligkeit, während Diagnosemöglichkeiten die Fehlersuche erleichtern können.
4. Welche Kommunikationsprotokolle können für die Vernetzung genutzt werden? Die im Fachartikel beschriebenen Multiprotokoll-Geräte unterstützen unter anderem Profinet, Ethernet/IP, EtherCAT, Modbus TCP und CC-Link IE. Hinzu kommen IoT-Protokolle wie OPC UA, MQTT, REST API und CoAP. Das gewünschte Protokoll lässt sich direkt am Gerät auswählen.
5. Wie lassen sich bestehende Anlagen in eine moderne Kommunikationsarchitektur integrieren? Gerade bei Brownfield-Anlagen müssen nicht zwangsläufig sämtliche vorhandenen Komponenten ersetzt werden. Neue Kommunikations- und Netzwerkkomponenten können in bestehende Strukturen und Systeme verschiedener Hersteller integriert werden. Damit lassen sich bestehende Anlagen schrittweise digital nachrüsten.