Partnerschaft für souveränes europäisches Physical-AI-Ökosystem

Neura Robotics und Seco wollen gemeinsam Physical AI aus Europa skalieren

Neura Robotics und Seco haben eine strategische Partnerschaft angekündigt, um Physical AI aus Europa zu industrialisieren und zu skalieren. Im Rahmen der Zusammenarbeit will Seco gemeinsam mit Neura elektronische Compute-Module für die kognitiven Roboter von Neura konzipieren, entwickeln und fertigen, darunter auch für den humanoiden Roboter 4NE1 („For Anyone“).

3 min
v.l.: Max Mauri, CEO von Seco, und David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics.
v.l.: Max Mauri, CEO von Seco, und David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics.

Die Module integrieren Qualcomm Dragonwing Prozessoren von Qualcomm Technologies und sind Teil von Neuras übergreifender, verteilter Compute-Architektur. Die Partnerschaft vereint drei komplementäre Kompetenzen: Neuras Physical-AI- und Robotik-Architektur, die auf die Edge-Computing-Plattformen von Qualcomm Technologies setzt, sowie Secos Expertise in Embedded Engineering und industrieller Fertigung.

Smart Limbs: Intelligente Gliedmaßen im gesamten Roboter

Physical AI wird von drei grundlegenden Technologieebenen geprägt: Sensorik, Compute und Cloud-Infrastruktur. Im Inneren des Roboters folgt Neura einer „Gehirn- und Nervensystem“-Architektur. Über das Smart-Limb-Konzept werden Sensorik und Rechenleistung im gesamten Roboter verteilt und bringen Intelligenz damit näher an die Gelenke, Sensoren und Aktoren, wo Entscheidungen in Echtzeit erforderlich sind. Dies ermöglicht es Robotern, sicher und zuverlässig Seite an Seite mit Menschen zu arbeiten.

Die Dragonwing Robotikprozessoren von Qualcomm Technologies unterstützen die dafür erforderliche KI-Leistung direkt auf dem Gerät: energieeffizient und mit geringer Latenz. Seco unterstützt die Entwicklung und Industrialisierung der entsprechenden Compute-Module für eine skalierbare Produktion. So trägt jeder Partner mit seinen Kernkompetenzen zu einer übergreifenden Physical-AI-Architektur bei.

Europäische Allianzen stärken

Mit Seco gewinnt Neura einen europäischen Partner für sein Physical-AI-Ökosystem. Als europäischer Anbieter im Bereich Edge-AI und mit Expertise in Embedded Computing und Elektronik, baut Seco die gemeinsam entwickelten Compute-Module, die die Dragonwing -Prozessoren in Neuras kognitive Roboter integrieren. So lässt sich die Hardware zuverlässig und in den Stückzahlen fertigen, die für die Skalierung erforderlich sind.

Über dieses erste Engagement hinaus arbeiten Neura und Seco an den nächsten Schritten der Partnerschaft. Dazu zählen ein Neura Gym in Italien, Neuras erster Trainings-Hub in Südeuropa sowie die gemeinsame Erhebung realer Produktionsdaten der Neura Roboter im industriellen Einsatz.

Seco ist bereits ein Ökosystempartner von Qualcomm Technologies und hat verschiedene Leistungsklassen von Compute-Plattformen für industrielle Anwendungen auf Basis von Dragonwing-Prozessoren entwickelt. Die Entwicklung und das Design der Compute-Module für Neuras kognitive Roboter bringt alle Schlüsseltechnologien zusammen.

Vom Roboterbau zur Transformation der Produktion

Die Zusammenarbeit geht über die Compute-Module in Neuras Robotern hinaus. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Halbleiter- und Elektronikfertigung: Hier wollen Neura und Seco reale Produktionsdaten nutzen, um neue Physical-AI-Automatisierungslösungen für die Branche zu entwickeln. Ziel ist es, intelligenten Maschinen zunehmend komplexe Produktionsprozesse beizubringen, dieses Wissen in skalierbare Automatisierungsfähigkeiten zu überführen und die Technologien letztlich in Halbleiterfertigungen weltweit einsetzbar zu machen. So soll ein wirkungsvoller Kreislauf entstehen: Europäische Industrieprozesse erzeugen reales Wissen, Physical AI lernt daraus, und die daraus gewonnenen Fähigkeiten lassen sich anschließend global skalieren.

Für Neura spiegelt dies ein wichtiges Prinzip des Neuraverse wider: Industrielles Wissen sollte nicht in einzelnen Automatisierungsprojekten eingeschlossen bleiben. Fähigkeiten, die aus realen Anwendungen entstehen, können zu wiederverwendbaren Bausteinen für eine neue Generation intelligenter Maschinen werden.

Europas technologisches Rückgrat für Physical AI

Europa verfügt bereits über viele der Voraussetzungen, die für eine Führungsrolle bei Physical AI nötig sind: Robotik, industrielle Fertigung, Embedded Systems, Sensorik, Automatisierung und Spitzenforschung. Die Chance liegt darin, diese Stärken zu verknüpfen. Die Compute-Hardware, die Seco gemeinsam für Neuras Roboter entwickelt und produziert, entsteht in Europa und fügt einer widerstandsfähigen europäischen Lieferkette für Physical AI ein weiteres Glied hinzu.

Die Partnerschaft verbindet europäisches Engineering und Industrialisierung mit weltweit führender Compute-Technologie und schafft so ein weiteres Element in einem skalierbaren Physical-AI-Ökosystem.

Ziel ist technologische Souveränität durch Zusammenarbeit: kritische Fähigkeiten und industrielles Know-how in Europa aufzubauen und zugleich mit den besten Technologien der Welt zu verbinden.

David Reger, Gründer und CEO von Neura Robotics, kommentiert: „Physical AI lässt sich nicht von einem Unternehmen allein aufbauen. Sie braucht ein Ökosystem über Sensorik, Compute, Cloud und Industrialisierung hinweg. Durch unsere Zusammenarbeit mit Qualcomm Technologies treiben wir die Rechenleistung hinter unserer Architektur aus Gehirn- und Nervensystem und Smart Limbs voran, und Seco bringt zusätzliche europäische Engineering- und Fertigungskompetenz ein, um sie zu skalieren. Gemeinsam werden wir reale Industrieprozesse nutzen, um Daten zu gewinnen und Physical-AI-Lösungen für die Halbleiterfertigung zu entwickeln, die sich letztlich überall auf der Welt einsetzen lassen. Genau so sollte Europa aus meiner Sicht an Physical AI herangehen: unser industrielles Wissen bündeln, gemeinsam bauen und global skalieren.“

Automation NEXT Conference 2026

Datum: 30. September 2026

Ort: CU.BE Ulm by Bosch Rexroth, Ulm

Die Automation NEXT Conference ist die Fachkonferenz für industrielle Automatisierung, Digitalisierung und KI im Maschinen- und Anlagenbau.

Sie richtet sich an Entscheider, Produktions- und Automatisierungsverantwortliche sowie Entwickler, die ihre Fertigung zukunftsfähig aufstellen möchten. Im Fokus stehen praxisnahe Vorträge, Best Practices und der Austausch zwischen Industrie, Technologieanbietern und Forschung.

Themenschwerpunkte:

• Künstliche Intelligenz und generative Copilots im Engineering und in der Produktion

• Cobots und kognitive Robotik zur Bewältigung des Fachkräftemangels

• Smart Factory, IIoT, Industrial Networks und MES-Systeme

• Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit

Teilnehmer:

Fach- und Führungskräfte aus industrieller Automatisierung, Produktion und Maschinenbau sowie Expert:innen aus Forschung und Technologieunternehmen.

Besonderheiten:

• Hochkarätige Speaker aus Industrie und Forschung

• Ein kompakter Konferenztag mit starkem Praxisbezug

• Intensives Networking und direkter Austausch auf Augenhöhe

Weitere Informationen & die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es hier.