Ein Ufo auf Schienen? Das Monocab will stillgelegten Bahnstrecken zu neuem Leben verhelfen.(Bild: Monocab)
Auto, Bahn oder Flugzeug kann jeder - aber wie sieht es mit Elektro-Skiern, MonoCab oder Flugtaxi aus? 7 schräge Arten, sich fortzubewegen:
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Monocab: Gegenverkehr auf eingleisige Strecken
In den vergangenen Jahrzehnten wurden in Deutschland Tausende von Kilometern an Bahnstrecken stillgelegt. Die Ursache war meist sinkende Nachfrage durch Abwanderung vom Land in die Städte oder komfortableres Pendeln mit dem Auto und in der Folge ein immer dünneres Angebot.
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Der Klimawandel hat das Interesse an diesen Strecken neu geweckt. Ein Problem dabei ist aber: Viele dieser Nebenstrecken sind nur eingleisig. Dieses Problem will das Projekt Monocab der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe, der Uni Bielefeld und des Fraunhofer IOSB-INA lösen. Seit 2020 werden in dem Projekt selbst balancierende Miniatur-Eisenbahnwagen entwickelt, die nur auf einer Schiene fahren, wie das folgende Youtube-Video zeigt:
Ziel ist die Entwicklung eines autonomen elektrischen Miniaturzuges, der On-Demand oder in kurzen Abständen nach dem Paternoster-Prinzip auf einer eingleisigen Strecke in beiden Richtungen aneinander vorbeifahren kann. Dazu wird quasi ein herkömmlicher Waggon in der Mitte der Länge nach geteilt. Das entstehende Fahrzeug ist 1,20 Meter breit, 5,25 Meter lang und kann bis zu 6 Passagiere aufnehmen.
Für das automatische Balancieren des Monocab wurde ein sensorgesteuertes System aus zwei Schwungrädern und einem verschiebbaren Gewicht entwickelt. Zusätzlich gibt es ein Notsystem aus vier elektrischen Stützen.
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Während der Entwicklung sind die Monocabs noch mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das über dem benachbarten Gleis schwebt und die Kabine - deren Schwerpunkt technisch bedingt auf der Gleisinnenseite liegt - notfalls abstützen kann.(Bild: Monocab)
Die Monocabs sind gezielt inklusiv ausgelegt. So klappt etwa ein Teil der Türen nach unten weg und kann als Rollstuhlrampe dienen.(Bild: Monocab)
Aufgrund der geringen Breite können zwei Monocabs auf einer eingleisigen Strecke problemlos aneinander vorbeifahren.(Bild: Monocab)
Erprobung der Monocabs auf der Teststrecke.(Bild: Monocab)
Trotz der geringen Größe vermitteln die Monocabs eine angenehme Atmosphäre im Inneren.(Bild: Monocab)
Nach oben und unten wegklappende Türen sollen einen schnellen und Einfachen Ein- und Ausstieg der Passagiere ermöglichen.(Bild: Monocab)
Die Monocabs sollen für Passagiere jederzeit On-Demand zur Verfügung stehen.(Bild: Monocab)
Eine Anbindung der Monocabs über 5G-Mobilfunk soll ein Arbeiten in den Mini-Zügen möglich machen.(Bild: Monocab)
Auch für die Mitnahmen von Fahrrädern soll in den Monocabs ausreichend Platz sein.(Bild: Monocab)
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(Bild: Stock.adobe.com - Kaspars Grinvalds)
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Wer schon immer mal von Siebenmeilenstiefeln geträumt hat, für den gibt es jetzt eine Hightech-Lösung: Die Moonwalkers von Shift Robotics. Das Spin-off der renommierten Carnegie Mellon University hat mit den Moonwalkers eine Art Exoskelett nur für die Füße entwickelt. Die Überschuhe messen die Gehbewegung des Trägers 100-mal pro Sekunde und unterstützen die Bewegung über ein KI-gesteuertes Antriebssystem mit 10 Rädern. Der Träger kann sich damit zwei bis dreimal so schnell bewegen wie bei normalem Gehen. Die Reichweite mit einer Akkuladung soll mehr als zehn Kilometer betragen.
Wie das Video zeigt, zielen die Moonwalkers eigentlich auf ganz ernsthafte Einsatzgebiete wie die Lagerlogistik. Das zeigt auch der Preis, denn günstig sind die Siebenmeilenstiefel für die Robotik-Ära mit rund 1400 US-Dollar wahrlich nicht.
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Weitere Details in der Bildergalerie:
Jetzt für 1399 US-Dollar im Online-Shop des Herstellers verfügbar: die Moonwalkers von Shift Robotics.(Bild: Shift Robotics)
Über die USB-C-Schnittstelle lassen sich die Moonwalkers problemlos aufladen.(Bild: Shift Robotics)
Auch unebenes Gelände soll kein Problem für die Moonwalkers sein.(Bild: Shift Robotics)
Treppensteigen wird von der Sensorik erkannt und die Räder dafür blockiert.(Bild: Shift Robotics)
Die Moonwalkers X wurden auf der CES 2024 vorgestellt.(Bild: Shift Robotics)
Explosionszeichnung des kompletten Moonwalkers-Schuh.(Bild: Shift Robotics)
Das Bild zeigt den kompletten Antriebsstrang.(Bild: Shift Robotics)
Für die Stromversorgung sorgen sechs Lithium-Ionen-Akkus, die eine durchschnittliche Reichweite von gut 10 Kilometern ermöglichen sollen.(Bild: Shift Robotics)
Skwheel: Elektrische Skier für die Stadt
Weil wir gerade bei ungewöhnlichem Schuhwerk sind, in diese Kategorie fallen auch die Skwheel One - laut der französischen Entwickler die "ersten elektrischen Skier der Welt". Tatsächlich sind die Skwheel aber nicht für die verschneite Skipiste gedacht, sondern für Asphaltstraßen und Schotterpisten, wie das folgende Video zeigt:
Eine mittlerweile geschlossene Crowdfunding-Kampagne dafür auf Indiegogo hat 123.000 Euro eingebracht. Die Leistungsdaten können sich sehen lassen. Die Skwheel One sollen dem Träger eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h auf Privatgelände einbringen. Im öffentlichen Raum ist das Tempo aber auf 25 km/h gedrosselt. Die Reichweite liegt bei etwa 30 Kilometern. Angetrieben werden die Roboter-Skier durch Radnabenmotoren mit jeweils 600 Watt in allen vier Rädern. Über eine drahtlose Fernbedienung werden die Skwheel beschleunigt und gebremst, für den Fall der Fälle gibt es eine mechanische Notbremse.
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Weitere Details in der Bildergalerie:
Die elektrischen Skier für den urbanen Raum: Skwheel One aus Frankreich.(Bild: Skwheel)
Die Skwheel One werden von Radnabenmotoren mit jeweils 600 Watt Leistung angetrieben.(Bild: Skwheel l)
Die Lithium-Ionen-Akkus für die Stromversorgung der Motoren sind in Form von Fußplatten integriert und können einfach getauscht werden.(Bild: Skwheel)
Bewegliche Vorderräder sollen für ein Ski-ähnliches Kurvenverhalten sorgen.(Bild: Skwheel)
Auch an eine Beleuchtung vorne und hinten haben die französischen Entwickler gedacht.(Bild: Skwheel)
Ein drahtloser Handgriff regelt das Tempo und lässt sich ausziehen....(Bild: Skwheel)
...um die Skwheel bequem zu transportieren.(Bild: Skwheel)
Die Unterschenkelstützen dienen als mechanische Notbremse, wenn sich der Träger zurücklehnt.(Bild: Skwheel)
Triton 660 AVA: Abtauchen mit Stil
Unsereins geht im Urlaub schnorcheln, andere Menschen tauchen dagegen, nun ja, etwa stilvoller ab. Der Tauchboot-Hersteller Triton Submarines hat gerade das erste Exemplar seines jüngsten Sub namens 660 AVA an den Kunden, eine australische Kreuzfahrt-Linie ausgeliefert.
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Das Triton 660 AVA hat eine elliptische Acrylglas-Kuppel, die den bis zu acht Passagieren plus Pilot einen Panoramablick auf die Tiefen des Ozeans ermöglichen soll - und das in Tiefen bis zu 200 Metern. Das luxuriöse Leder-Interieur lässt sich für unterschiedliche Anwendungen konfigurieren, von der Cocktail-Bar über den Poker-Tisch bis zur Hochzeits-Suite. Allzulange sollte das Vergnügen aber nicht dauern, denn einen Luxus lässt das Tauchboot offenbar vermissen: eine Toilette.
Die Computergrafik zeigt, wie bald die ersten Gäste mit dem Triton 660 AVA in die Tiefen des Ozeans abtauchen können.(Bild: Triton Subs)
So sieht das Tauchboot in der Realität im Showroom des Herstellers aus.(Bild: Triton Subs)
Das Tauchboot bietet mit einer Breite von 3,60 Metern Platz für acht Passagiere und einen Piloten.(Bild: Triton Subs)
Der Innenraum kann unterschiedliche konfiguriert werden, von einer Cocktailbar....(Bild: Triton Subs)
...bis zum Unterwasser-Spielcasino.(Bild: Triton Subs)
Aber da wir gerade beim Schnorcheln waren, auch hier kann die Technologie zu einer optimierten Fortbewegung beitragen. Anders als bei den bekannten elektrisch angetriebenen Unterwasser-Scootern für Taucher muss man beim rein mechanischen Seabike allerdings selber treten:
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Arma: Der E-Scooter für die Aktentasche
Das beste Verkehrsmittel ist ohne Zweifel jenes, das gerade verfügbar ist, wenn es man braucht. Ständige Verfügbarkeit ist quasi der zweite Vorname des Arma vom japanischen Herstellers Shimizu. Wie der Name schon andeutet, lässt sich der E-Scooter zusammenlegen - und zwar so klein, dass er in einen Rucksack oder größeren Aktenkoffer passt. Ist aber gar nicht nötig, den zusammengefaltet lässt sich der nur 4,5 Kilogramm schwere Scooter auch bequem an einem integrierten Handgriff transportieren:
In dem kleinen Paket verbirgt sich durchaus leistungsfähige Technik. Der Motor beschleunigt den Scooter mit 250 Watt auf bis zu 24 km/h, die Reichweite beträgt etwa 11 Kilometer. Der austauschbare Akku lässt sich innerhalb von zwei Stunden über USB-C wieder aufladen, so die Entwickler. Der Arma soll im Juli 2024 ausgeliefert werden, momentan ist er ab einem Preis von 935 Euro über Indiegogo verfügbar.
Helix: (selber) fliegen ist schöner
Lasst uns zum Abschluss noch ordentlich in die Luft gehen! Und zwar mit dem Helix von Pivotal. Der/die/das Helix ist ein elektrisch betriebener Senkrechtstarter (eVTOL), der in den USA in die Ultraleicht-Kategorie von Fluggeräten fällt - und deswegen, nach einem kurzen Training, über dünn besiedelten Gebieten auch ohne Lizenz geflogen werden darf. Hersteller Pivotal hat Anfang des Jahres mit der Produktion des Einsitzers begonnen und will ab dem 10. Juni mit der Auslieferung starten.
Helix kostet in der Grundversion 190.000 US-Dollar. Mit seinem Antriebssystem aus acht Mini-Propellern beschleunigt das eVTOL bis auf 55 Knoten (100 km/h). Im Notfall sorgt ein in das Fluggerät integrierter Fallschirm für eine sanfte Landung.
Die Reichweite ist mit 32 Kilometern aber überschaubar. Die Rückreise kann ein Helix-Pilot allerdings auch per Auto antreten, wie für Segelflugzeuge gibt es auch für das eVTOL einen Transport-Anhänger. Weitere Details in der Bildergalerie:
Ganz schön schräg: statt der Propeller schwenkt beim Übergang von Start/Landung zum Reiseflug das gesamte Fluggerät.(Bild: Pivotal)
Wirkt von der Seite ein wenig füllig: das eVTOL Helix(Bild: Pivotal)
Von vorne wirkt die Pilotenkabine dagegen ziemlich schlank. Gut zu erkennen die acht Carbonfaser-Propeller.(Bild: Pivotal)
Über eine Art Vinyl-Überzug lässt sich Helix auch personalisieren - etwa im Look einer Weltkrieg-II-Kampfflugzeugs.(Bild: Pivotal)
Für längere Strecken lässt sich das Fluggerät auch im Autoanhänger transportieren.(Bild: Pivotal)
Idyllisch: Flugerprobung von Helix vor der Küste von Oregon.(Bild: Pivotal)
Gelernter Politik-Journalist, heute News-Junkie, Robotik-Afficionado und Nerd-Versteher. Chefredakteur des Automatisierungsmagazins Automation NEXT. Peter Koller liebt den Technik-Journalismus, weil es das einzige Themengebiet ist, wo wirklich ständig neue Dinge passieren. Treibstoff: Milchschaum mit Koffein.