Wenn KI auf Historismus trifft: Von einer künstlichen Intelligenz geschaffene Animationen, projiziert auf die Fassade des Technischen Museums Wien.(Bild: Technisches Museum Wien)
Will man den Nachwuchs für Mathematik, Naturwissenschaft und Technik begeistern, dann kann ein Museumsbesuch helfen. Eine kleine Rundreise zu 7 der wichtigsten Wissenschaftsmuseen in Europa:
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München: Deutsches Museum
Der neue Eingang des Deutschen Museums, der durch den 2015 begonnen großen Umbau des Gebäudes erforderlich wurde.(Bild: Deutsches Museum)
Das Deutsche Museum in München zählt zu den bedeutendsten Technikmuseen der Welt. Der Autor dieser Zeilen jedenfalls wurde geprägt durch eine Vielzahl von Besuchen dort. Der Marsch durch das Bergwerk sorgte für wohlige Schauer, ebenso wie die Einschläge künstlicher Blitze in den Faradayschen Käfig unter der Decke der Elektrotechnik-Abteilung. Gerade wird das Haus einer Generalsanierung unterzogen. Bereiche wie das Bergwerk sind gerade eingelagert, andere wie die Elektronikabteilung erstrahlen seit einer Sanierung in neuem Glanz. Ein Highlight, insbesondere für die Kleinen, ist das "Kinderreich" mit Exponaten wie einer riesigen Murmelbahn oder einer begehbaren Gitarre.
Adresse:
Museumsinsel 1, 80538 München
Öffnungzeiten:
Täglich von 9 bis 17 Uhr
Eintrittspreise:
Tageskarte 15 €, ermäßigt 8 €. Kinder bis 5 Jahre Eintritt frei.
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Die wichtigsten Exponate im Deutschen Museum
Der berühmte Kernspaltungstisch in der Chemie-Ausstellung, an dem im Winter 1938 die Spaltung von Uranatomen erstmals nachgewiesen wurde.(Bild: Deutsches Museum)
Die Linotype-Setzmaschine ist in der Entwicklung der Schrift ein Bindeglied zwischen Handsatz und dem digitalen Desktop-Publishing(Bild: Deutsches Museum)
Der Raketenwagen von Max Valier.(Bild: Deutsches Museum)
Der „Schrotttornado“ wirbelt symbolisch durch die Wegwerfgesellschaft.(Bild: Deutsches Museum)
Die Junkers Ju 52, genannt "Tante Ju".(Bild: Deutsches Museum)
In diesem Periodensystem sind Proben aller chemischer Elemente – mit Ausnahme der radioaktiv strahlenden – in Plexiglaswürfeln zu sehen.(Bild: Deutsches Museum)
Die große Kugelbahn im Kinderreich(Bild: Deutsches Museum)
Eine junge Besucherin am Foucault'schen Pendel(Bild: Deutsches Museum)
Die Helios-Raumsonde(Bild: Deutsches Museum)
Der Moog IIIp: Den heute legendären Synthesizer entwickelte Robert Moog (1934–2005) 1968.(Bild: Deutsches Museum)
Links im Vordergrund eine Arena mit den Robotern, die man in Aktion erleben kann. Im Hintergrund blickt man auf den Bereich historische Entwicklung.(Bild: Deutsches Museum)
Ein Besucher informiert sich an einer Hörstation in der Abteilung Energie - Motoren(Bild: Deutsches Museum)
Der Flugsimulator ist ein Highlight der Ausstellung zur modernen Luftfahrt(Bild: Deutsches Museum)
Nahaufnahme der Kugelbahn im Kinderreich(Bild: Deutsches Museum)
Auch im Bereich Wasserbau kann man selbst Hand anlegen(Bild: Deutsches Museum)
Blick in die Ausstellung Brücken und Wasserbau(Bild: Deutsches Museum)
Das riesige Modell der Baustelle der Normandiebrücke(Bild: Deutsches Museum)
Mit Bauklötzen die Statik von Brücken begreifen(Bild: Deutsches Museum)
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(Bild: Stock.adobe.com - Kaspars Grinvalds)
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Das Futurium in Berlin im Abendlicht(Bild: David von Becker)
Das Futurium wurde 2019 in Berlin eröffnet und soll ein Hybrid sein aus Museum, Zukunftslabor und "Teilchenbeschleuniger für kreative Gedanken", wie es sein Direktor Stefan Brandt bei der Eröffnung formuliert hat. Im Leitbild heißt es: Als Haus der Zukünfte suchen wir Antworten auf die Frage „Wie wollen wir leben?“. Wir denken die Bereiche Mensch, Natur und Technik zusammen und geben Ideen und Denkanstöße für eine nachhaltige Zukunftsgestaltung. Dementsprechend werden Natur, Mensch und Technik in drei großen "Denkräumen" präsentiert. Das scheint funktioniert zu haben: Seit der Eröffnung waren 2,5 Millionen Besucher:innen im Futurium, damit gehört es zu den fünf meistbesuchten Museen Berlins.
Adresse:
Alexanderufer 2, 10117 Berlin
Öffnungszeiten:
Täglich 10:00 bis 18:00 Uhr, außer Dienstag (geschlossen) und Donnerstag (10:00 bis 20:00)
Eintrittspreise:
Freier Eintritt
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Die wichtigsten Exponate im Futurium Berlin
Denkraum Technik in der Futurium Ausstellung(Bild: David von Becker)
Auftakt der Ausstellung mit dem Roboter Pepper.(Bild: David von Becker)
Neo-Natur-Skulptur im Futurium(Bild: David von Becker)
Denkraum Mensch in der Ausstellung(Bild: David von Becker)
Das Restaurant im Futurium(Bild: David von Becker)
Thema Biodesign im Futurium(Bild: David von Becker)
Der Name des Pariser Musée des Arts et métiers ist ein wenig irreführend, er lautet übersetzt Museum der Künste und Berufe. Tatsächlich ist das Musée des Arts et Métiers ein Tempel der Wissenschaft und Technik. Auf 6.000 Quadratmetern werden 80.000 Exponate gezeigt. Sie sind in 7 Sammlungen untergliedert: wissenschaftliche Instrumente, Werkstoffe, Energie, Mechanik, Konstruktion, Kommunikation, Verkehrsmittel. Zu den bedeutendsten Stücken gehört das Original des Foucaultschen Pendels, mit dem die Erdrotation nachgewiesen wurde.
Adresse:
60 rue Réaumur – Paris, 3. Bezirk
Öffnungszeiten:
Dienstag bis einschließlich Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Freitag verlängerte Öffnungszeit bis 21 Uhr.
Eintrittspreise:
Voller Preis: 12 €, reduzierter Preis: 9 €
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Wien: Technisches Museum
Es liegt quasi Schatten von Schloss Schönbrunn, ist aber definitiv einen eigenen, ausgedehnten Besuch wert: Das Technische Museum Wien. Es bietet auf einer Ausstellungsfläche von rund 22.000 Quadratmetern Einblicke in die Welt der Technik. Das denkmalgeschützte Hauptgebäude wurde ab 1909 errichtet und am 6. Mai 1918 als „Technisches Museum für Industrie und Gewerbe“ eröffnet. Die hellen, mit Glaskuppeln überdachten Innenhöfe gelten als Besonderheit des Gebäudes und präsentieren Meilenstein der Technik in einer ganz besonderen Atmosphäre.
Der Schwerpunkt der Ausstellungen liegt darauf, technische Konzepte besonders anschaulich zu vermitteln. Deshalb gibt es neben den klassischen Exponaten eine große Zahl von Funktionsmodellen. Die Sammlung umfasst unter anderem die Bereiche Schwerindustrie, Energie, Musikinstrument und Mobilität. Besonderheiten sind etwa ein Schaubergwerk unter dem Gebäude, ein Hochspannungslabor - und Salonwagen der Kaiserin Elisabeth!
Ergänzt wird die Dauerausstellung immer wieder durch Sonderschauen: Im Herbst 2024 nimmt etwa „100 Jahre Radio“ Besucher:innen mit auf eine abwechslungsreiche Reise durch ein Jahrhundert Radiogeschichte in Österreich.
Adresse:
Mariahilfer Straße 212 im 14. Wiener Gemeindebezirk Penzing
Erwachsene: 16,00 Euro Reduziert: 14,50 Euro Kinder, Jugendliche unter 19 Jahre: frei
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Die wichtigsten Exponate
Wird im Rahmen einer Sonderausstellung zu 100 Jahre Radio zu sehen sein: ein historischer Weltempfänger.(Bild: Technisches Museum Wien)
Modell des Kommunikationssatelliten ARTEMIS im Maßstab 1:1(Bild: Technisches Museum Wien / Nini Tschavoll)
Die Erlebnis-Ausstellung miniXplore für Familien mit Kindern von 3–8 Jahren weckt Experimentierfreude und Bewegungsdrang(Bild: Technisches Museum Wien)
Besucher_innengruppe in der Dauerausstellung „Schwerindustrie“(Bild: Technisches Museum Wien / Nini Tschavoll)
Das Technische Museum Wien hat die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten (Sustainable Development Goals) in sein Leitbild übernommen und zeigt dies in der Eingangshalle(Bild: Technisches Museum Wien)
Die Führung „Patente Frauen“ macht die Leistungen von Frauen in Wissenschaft und Forschung sichtbar(Bild: Technisches Museum Wien / Nini Tschavoll)
In wechselnden Fassadenprojektionen werden u. a. erneuerbare Energien eindrucksvoll dargestellt(Bild: Technisches Museum Wien)
Vorderansicht Technisches Museum Wien. Der Bau wurde ab 1909 errichtet und 1918 eröffnet.(Bild: Technisches Museum Wien)
Die „LOK.stars“-Führung begibt sich mit den Teilnehmer:innen auf eine Fahrt durch beinahe 200 Jahre Eisenbahngeschichte(Bild: Technisches Museum Wien)
Führung mit Kindern durch den Ausstellungsbereich „Energie“(Bild: Technisches Museum Wien)
Der „Singende Tesla“ in der beliebten Hochspannungsvorführung(Bild: Technisches Museum Wien)
Vermittlungsarbeit mit Kindern(Bild: Technischen Museum Wien / Nini Tschavoll)
Der Erlebnisbereich „das mini“ für Kinder von 2–6 Jahren(Bild: Technisches Museum Wien)
Nächtliche Fassadenprojektion mit Animationen, die von Künstlicher Intelligenz erstellt wurden(Bild: Technisches Museum Wien)
Eingangsbereich Technisches Museum Wien(Bild: Technisches Museum Wien)
Jugendliche beim 3D-Druck im hauseigenen Maker*Space techLAB(Bild: Technischen Museum Wien / Nini Tschavoll)
Das mobile Vermittlungsformat „roadLAB“: Das Museum tourt mit einem zu einer digitalen Werkstatt aufgerüsteten E-Bus und einem fachkundigen Betreuungsteam durch ganz Österreich(Bild: Technisches Museum Wien)
Blick in die Dauerausstellung „Mobilität“ mit spektakulären Exponaten aus der Verkehrsgeschichte(Bild: Technisches Museum Wien / Klaus Pichler)
Das Museum bietet unterschiedliche Workshops für Kinder an, bei denen das Experimentieren im Vordergrund steht(Bild: Technisches Museum Wien / Klaus Pichler)
Amsterdam: Nemo Science Museum
Spannende Architektur von Renzo Piano: das Nemo Science Museum in Amsterdam(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Auf den ersten Blick lässt sich das Nemo Science Museum in der Nähe des Amsterdamer Hauptbahnhofs leicht mit einem Schiffsrumpf verwechseln. Das vom Stararchitekten Renzo Piano entworfene Gebäude verfügt über eine bei Besuchern sehr beliebte Dachterrasse. Die Ausstellung enthält auf vier Ebenen Exponate aus allen Wissenschaftsbereichen. Dort steht das eigene Experimentieren im Vordergrund, sodass das Nemo - im besten Sinne des Wortes - manchmal wie ein riesiger Abenteuerspielplatz wirkt.
Adresse:
Oosterdok 2, 1011 VX Amsterdam
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 17:30 Uhr
Eintrittspreise:
0-3 Jahre frei, ab 4 Jahren 17,50 Euro
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Die wichtigsten Exponate im Nemo Science Museum
Life in the universe heißt dieses Exponat im Nemo Science Museum(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Ein kleiner Wasserpark findet sich auf dem Dach des Museums(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Humania ist der Titel dieses Exponats(Bild: Nemo Science Museum / Martijn Beekman)
Der Sturm im Wasserglas(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Sensational Science nennt sich eine Ausstellung im Nemo Science Museum(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Auch Elektrizität lässt sich im Museum spielerisch erkunden(Bild: Nemo Science Museum / DigiDaan)
Kopenhagen: Dänisches Technisches Museum
Das Dänische Technische Museum liegt rund 40 Kilometer nördlich der Hauptstadt Kopenhagen in Helsingør in Gebäuden, die einst eine Eisengießerei beherbergten. Es wurde 1911 gegründet und besteht im Wesentlichen aus fünf riesigen Hallen, die auf mehr als 8000 Quadratmetern mit Dampfmaschinen, Fahrrädern, Autos, Flugzeugen und sonstigen technischen Gerätschaften der letzten 150 Jahre gefüllt sind. Danmarks Tekniske Museum versteht sich selbst als ein Museum für die ganze Familie.
Adresse:
Fabriksvej 25, 3000 Helsingør
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr
Eintrittspreise:
Kinder und Jugendliche frei, Erwachsene 130 dänische Kronen
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Prag: Technisches Nationalmuseum
Tschechien hat eine lange Geschichte in Sachen Fahrzeugtechnik - und das spiegelt sich auch stark im Technischen Nationalmuseum in Prag wieder. Die entsprechenden Exponate füllen eine große Haupthalle sowie drei umlaufende Galerien. Die Bandbreite reicht von der legendären Dampflokomotive KLADNO über die Motorräder von CZ bis zu den Automobilen von Skoda im Verlauf der Geschichte. Das Museum verfügt daneben aber auch über spannende Dauerausstellungen etwa zu den Themen Fotografie, Zeitmessung oder Bergbau.
Historische Druckmaschine(Bild: Michal Derala, CC BY-SA 4.0)
Blick von oben in die Auststellungshalle.(Bild: P. Koller)
Vor dem Eingang des Museum thront eine riesige Wasserkraftturbine.(Bild: Technisches Nationalmuseums Prag)
Vor außen ein wenig aufregender Zweckbau, aber innen ein Schatzkästchen der Technikgeschichte.(Bild: Michal Derala, CC BY-SA 4.0)
Die fotografische Ausstellung(Bild: Technisches Nationalmuseums Prag)
Der Autor: Peter Koller
(Bild: Anna McMaster)
Gelernter Politik-Journalist, heute News-Junkie, Robotik-Afficionado und Nerd-Versteher. Chefredakteur des Automatisierungsmagazins Automation NEXT. Peter Koller liebt den Technik-Journalismus, weil es das einzige Themengebiet ist, wo wirklich ständig neue Dinge passieren. Treibstoff: Milchschaum mit Koffein.