Team Dynamics bleibt Weltspitze der Rettungsrobotik
Rettungsrobotik aus Österreich setzt international ein Zeichen: Team Dynamics vom Campus Wels der FH Oberösterreich verteidigt bei der RoboCup-WM in Südkorea den Titel.
Der Rettungsroboter des Welser FH OÖ Teams zeigte im Wettbewerb Bestleistungen.
FH OÖ
Das Team Dynamics vom Campus Wels der FH Oberösterreich hat bei der diesjährigen RoboCup-Weltmeisterschaft in Südkorea den Weltmeister-Titel in der Rescue League verteidigt. Die Mannschaft rund um FH-Assistenzprofessor Dr. Raimund Edlinger bestätigte damit ihre Position in der internationalen Spitze der Rettungsrobotik. Nach Angaben der FH Oberösterreich bestand das Gewinnerteam aus sieben Personen. Zum WM-Kader gehörten die Automatisierungstechnik-Masterstudierenden David Oberngruber, Markus Ertl und Benedikt Mayrhofer, die AT-Bachelorstudierenden Alexandra Eichberger, Oskar Gnadlinger und Nathalie Weiß sowie FH-Ass-Prof. Dr. Raimund Edlinger als Teamleiter.
Im Mittelpunkt der Turnierwoche stand ein hochentwickelter Laufroboter. An diesem System arbeitete das Team während des Wettbewerbs mit hohem Einsatz weiter und präsentierte es auf internationaler Bühne als stabiles Gesamtsystem.
„Mit dem neuen Robotersystem präsentierte das Team einem breiten Publikum ein absolut stabiles Gesamtsystem und bewies, wie man mit einer perfekt eingestellten Mannschaft eine Weltmeisterschaft gewinnt“, freut sich der Welser „Teamkapitän“ Raimund Edlinger.
Dominanz von der ersten Sekunde an
Bereits mit dem ersten Startsignal übernahm Team Dynamics die Initiative. Die Mannschaft zeigte über das gesamte Turnier hinweg die beste Performance im Teilnehmerfeld. In den Qualifikationsläufen, im Halbfinale und im Finale sammelte das Team konstant die meisten Punkte.
Am Ende setzte sich das Welser Team gegen international erfahrene Konkurrenz durch. Auf die Plätze verwiesen wurden unter anderem Shinobi aus Japan, zweifacher Weltmeister, das ebenfalls japanische Team Quix, Zweitplatzierter beim World Robot Summit, sowie iRAP aus Thailand, achtfacher WM-Champion.
Damit wurde der Erfolg nicht nur zu einem sportlichen Meilenstein für die FH Oberösterreich, sondern auch zu einem fachlichen Signal für die Leistungsfähigkeit heimischer Robotik im Rettungs- und Katastrophenumfeld.
FH-Prof. DI Dr. Roman Froschauer, Dekan der Fakultät für Technik & Angewandte Naturwissenschaften in Wels, sieht in dem Titel auch eine Bestätigung für die fachliche Ausrichtung des Standorts. „Aus fachlicher Sicht freut es mich natürlich sehr, dass wir im Bereich der Rettungsrobotik zu den international führenden Playern gehören. Da ich – übrigens wie auch Raimund Edlinger – selbst bei der Feuerwehr aktiv bin, kenne ich zudem den Wert technischer Innovationen im Einsatzfall. Mit Hilfe von Robotern können wir effizienter helfen, aber auch den Eigenschutz der Feuerwehrleute erhöhen.“
Die Rescue League des RoboCup zielt auf Anwendungen ab, bei denen Robotik im Ernstfall zur Unterstützung von Einsatzkräften beitragen kann. Im Fokus stehen technische Systeme, die in gefährlichen, dynamischen und schwer zugänglichen Szenarien eingesetzt werden können.
LARX soll den Transfer in die Einsatzpraxis vorbereiten
Auf dem WM-Erfolg baut ab September das Forschungsprojekt LARX auf. Das Projekt wird im Rahmen der Förderausschreibung „Security Technologies & Solutions“ vom Land Oberösterreich gefördert, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Bei LARX sollen weltmeisterliche Praxis und Forschung zusammengeführt werden. Team Dynamics bringt seine wissenschaftliche und praktische Vorarbeit aus der RoboCup-Weltmeisterschaft ein und will diese gemeinsam mit direkten Endanwendern weiterentwickeln.
Ziel ist es, die Zukunft des Feuerwehrwesens und des Katastrophenschutzes durch moderne Robotik aktiv mitzugestalten. Das Projekt adressiert wachsende Herausforderungen im Katastrophen- und Rettungswesen. Dazu zählen Gebäudeeinstürze, Tunnel- und Industrieunfälle sowie Gefahrstoffaustritte.
Welche Technik im Projekt LARX entwickelt werden soll
LARX verfolgt die Entwicklung eines integrierten, modularen Robotiksystems für Extremeinsätze. Demonstriert werden soll dieses System bis Technology Readiness Level 6, kurz TRL 6. Im Zentrum stehen zwei robotische Systeme: ein Laufroboter zur autonomen Erkundung und Gefahrstoffmessung sowie ein spezialisierter raupenbasierter Rettungsroboter. Dieser soll über einen weiterentwickelten, biomechanisch sicheren Aufnahme- und Transportmechanismus verfügen.
Ergänzt wird das System durch multimodale Sensorik zur Gefahrstoff-, Umwelt- und Personendetektion. Die Sensordaten sollen in Echtzeit fusioniert und zu einem taktisch verwertbaren Lagebild aufbereitet werden.
FAQ: Rettungsrobotik
1. Was bedeutet Rettungsrobotik beim Team Dynamics?
Gemeint sind Robotiksysteme, die für Anwendungen im Rettungs- und Katastrophenwesen entwickelt und im RoboCup-Wettbewerb erprobt werden.
2. Wo hat Team Dynamics den WM-Titel in der Rettungsrobotik gewonnen?
Das Team gewann den Titel bei der RoboCup-Weltmeisterschaft in Südkorea.
3. Welche Rolle spielt Rettungsrobotik im Projekt LARX?
LARX soll ein integriertes, modulares Robotiksystem für Extremeinsätze entwickeln und bis TRL 6 demonstrieren.
4. Welche Systeme stehen bei der Rettungsrobotik in LARX im Fokus?
Im Mittelpunkt stehen ein Laufroboter zur autonomen Erkundung und Gefahrstoffmessung sowie ein raupenbasierter Rettungsroboter.
5. Warum ist Rettungsrobotik für Feuerwehren relevant?
Robotik kann laut FH Oberösterreich effizienteres Helfen ermöglichen und zugleich den Eigenschutz von Feuerwehrleuten erhöhen.