Seit über 20 Jahren arbeiten Kuka und Rafi an Bedienlösungen für die Robotik. Das neue smartPAD Pro steht für den nächsten Entwicklungsschritt: mehr Leistung, hohe Ergonomie und ein Bedienerlebnis auf hohem Niveau. Ziel ist eine Plattform, mit der sich künftig praktisch jeder Kuka-Roboter steuern lässt.
Fred NemitzFredNemitzLeitung Communications, Rafi
4 min
Das Kuka smartPAD Pro hat viele Facetten. Der leuchtende Not-Halt ist nur einer davon.Rafi - Fred Nemitz
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„Mit
dem Kuka smartPAD Pro und unserem neuen Roboter-Betriebssystem wird sich in
Zukunft der Großteil unseres Kuka-Roboter-Portfolios bedienen lassen“, bringt Sergiy Ostrovski das Thema knackig
auf den Punkt. Der studierte Elektrotechniker ist seit 2010 bei Kuka. Als Projektleiter
und Product Owner für alle Roboter-Bediengeräte koordiniert er die Entwicklung.
Er ist für die Zeitschiene, Erfüllung von Marktanforderungen und die Einhaltung
von Qualität und Budget verantwortlich. „Für mich ist die Challenge, aus den
Marktanforderungen heraus technische Spezifikationen zu bauen, die individuell
beim Kunden eingesetzt werden. Das ist die größte Motivation.“
Den
Drive von Ostrovski teilt Florian Sattler. Der gebürtige Augsburger fing 2011
bei Kuka in der Fertigung an, ging später in die Elektroentwicklung und dann
ins Portfolio-Management. Seit dreieinhalb Jahren ist er im Bereich
Advanced
Purchasing tätig. „Automatisierung wird immer umfangreicher und
verbessert die Welt der Technik. Ich wollte schon immer Teil davon sein.“ Ursprünglich
damit betraut, die Bestückung von Leiterplatten zu koordinieren, unterstützt er
inzwischen zusätzlich Entwicklungsprojekte – von der Konzeptphase bis zur
Serienreife – und hat dabei Technik, Material und Kosten fest im Blick.
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Mittlerweile
ist das smartPAD seit mehr als 15 Jahren im Einsatz. Über 400.000 Stück sind im
Markt, bedienen Kuka-Roboter weltweit. Ob klassisch im Automotive-Umfeld, als
Schweißapplikation, Vision-Paket oder im Medizin-Bereich: wo ein
Anwendungsfall, da eine Roboter-Applikation. Wo eine Roboter-Applikation, da
ein smartPAD. Auch in der Elektronikindustrie, beispielsweise bei der
Herstellung von Smartphones, sieht Kuka Wachstumschancen, dabei die Konkurrenz
aus Fernost fest im Blick.
„Unsere
Roboter werden in Wiederholgenauigkeiten gemessen. Da sind wir sowohl hardware-
als auch softwareseitig vorn mit dabei“, so Florian Sattler. Sergiy Ostrovski
ergänzt: „Software ist ein wichtiges Thema. Wir gehen mit unseren
Optionspaketen in die Breite. Es wird auf die Kundenapplikation individuell
eingegangen und somit nahezu alle Bereiche abgedeckt, die mit Kuka-Robotern
automatisiert werden können“. Qualität und Innovationskraft machen für Kuka die
Value Proposition aus. Dazu kommt die Nähe zu den Kunden. Die Augsburger sind mit
ihrem international aufgestellten Systempartner-Netzwerk für die Integration
von Robotern in fast allen Ländern der Welt präsent.
Dass
die Bedienung von Robotern für die Nutzer ein Kinderspiel ist beziehungsweise
zum intuitiven Erlebnis wird, ist nicht selbstverständlich, sondern das
Zusammenspiel vieler Faktoren. Eine davon ist Marktbeobachtung. „Wir verfolgen Messen
wie die Automatica seit vielen Jahren. Beim Durchlaufen durch die Hallen ist
das smartPAD Pro in puncto Ergonomie, Design und Anmutung in jedem Fall auf
High-End-Level mit dabei“, ist Markus Frankenhauser, Senior Hardware-Entwicklungsingenieur
bei Rafi, überzeugt. Nicht ohne Grund gab es daher in der Vergangenheit für das
Bediengerät Preise wie den iF Award und Red Dot Award in den Kategorien Produkt
und Design.
Optimale Symbiose zwischen Roboter und der Bedieneinheit Kuka smartPAD Pro.Rafi - Fred Nemitz
Ein
weiterer Faktor ist Feldforschung. „Am Anfang des Projekts – ein
Nachfolgemodell für das smartPAD zu entwickeln – haben wir gemeinsam mit Kuka
einen Workshop gemacht und mehr als 40 Punkte aufgelistet, die direkt als
Feedback von den Bedienern aus Produktions- und Industrieumgebungen kamen“,
erinnert sich Stipan Parić, Projektleiter bei Rafi.
Kombiniert mit den Anforderungen der Kuka-Entwickler entstand ein Lastenheft,
wie im klassischen Projektmanagement üblich. Mit der Ausnahme, dass Rafi eigene
Ideen – beispielsweise zur 2K-Technologie im Kunststoff- und Spritzgussbereich
– einbringen konnte.
Zwischen
tiefenentspannt und harten Anforderungen
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Mit
den Erkenntnissen aus Marktbeobachtung und Feldforschung im Gepäck, zündete die
nächste Stufe: die Konzeptphase. „Alle Protagonisten haben sich im Projekt
Stück für Stück den
Anforderungen angenommen. Zum Schluss ist ein geniales Produkt dabei herausgekommen“, fasst Markus
Frankenhauser die gemeinsame Arbeit zusammen. Sein Aha-Moment – nicht nur bei
diesem, sondern allen Projekten, die er seit Jahren bei Rafi betreut: Wenn der
Entwickler zum ersten Mal die Leiterplatte einschaltet und die CPU bootet – das
ist für ihn der Kick.
Auch
für Thomas Maucher, Mechanik-Entwicklungskonstrukteur bei Rafi, ist die
Entwicklung eines Kuka smartPAD Pro alles andere als trivial. „Wir durchdenken
Anforderungen wie Robustheit, Langlebigkeit und Dichtigkeit. Gleichzeitig
achten wir auf Haptik, Optik und Gewicht. Die Herausforderung besteht darin,
Funktionalität und Design bestmöglich miteinander zu verbinden.“ Klar ist, dass
beides voneinander abhängt und nicht immer kompatibel ist. „Wenn man was Leichtes
haben möchte, muss man Wandstärken reduzieren. Das kann die Dichtfunktion
beeinträchtigen oder die Bruchfestigkeit verringern, falls das Pad
herunterfällt. Es ist also ein Balanceakt, allen Anforderungen gleichermaßen gerecht
zu werden.“ Auch wenn das Abwägen von Wechselwirkungen – leicht und dennoch
stabil – so manchen Entwickler an die Grenzen der Physik bringt und am Ende des
Tages die Machbarkeitsprüfung über hopp oder top entscheidet,
nähert man sich gemeinsam – „zwischen tiefenentspannt und harten Anforderungen“
– einer Lösung.
Ein eingespieltes Team (v.l.n.r.): Thomas Maucher, Markus Frankenhauser, Sergiy Ostrovski und Florian Sattler durchdenken gemeinsam jede noch so kleine Nuance.Rafi - Fred Nemitz
Ein
klares Briefing, kurze Wege und kompetente Mitarbeiter mit hoher Expertise sind
für Rolf Mühlhäußer, der bei Rafi im Vertrieb arbeitet und Kuka als Kunden
betreut, der Schlüssel zum Erfolg. „Wir verstehen, was Kuka will.“ Und nennt
ein einfaches Beispiel. „Wir wissen, welcher Prozessor der richtige ist, wie
dieser gekühlt werden muss und vieles mehr. Ein Projekt ist nie ein Nullstart, sondern
baut auf jahrelang angeeignetem Wissen auf.“
Auch
für Sergiy Ostrovski findet die Zusammenarbeit auf Augenhöhe statt. Mehr noch: Für
ihn ist es ein „cooles Match“, da das Anforderungs-Profil von Kuka auf das
Kompetenz-Profil von Rafi trifft. „So ein Produkt besteht nicht aus reiner
Software und Hardware. Da fließen Fähigkeiten und Erfahrungen mit ein. Die Entwicklung
von Robotik von uns auf der einen und die Entwicklung von Bediengeräten von Rafi
auf der anderen Seite.“ Das Ergebnis ist die neueste Generation des Kuka smartPAD Pro, die neben höherer Leistung auch neueste Hardware-Plattformen und Multimediaprozessoren
enthält, alles webbasiert, versteht sich. Auf dem Display erscheint der Roboter
dreidimensional in Echtzeit – ein echter Hingucker.
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'Making Automation Easier' in
Zukunft im Fokus
Dass
Kuka auf diesem Level nicht stehen bleibt, sondern im digitalen KI-Zeitalter weiter
an innovativen, flexiblen und unkomplizierten Roboterlösungen und Bediengeräten
arbeitet, erklärt sich von selbst. Unter dem Motto 'Making Automation Easier'
liegt der Fokus unter anderem auf der Entwicklung intuitiver Software und
umfassenden Services für die Inbetriebnahme und Instandhaltung. Auspacken und
direkt arbeiten – das ist die Devise, vernetzt mit der Netzwerk-Architektur der
Kunden.
Auch
bei der Mensch-Maschine-Kollaboration setzt Kuka neue Maßstäbe, aktuell
insbesondere im Bereich autonomer mobiler Roboter (AMR): Ohne Schutzzaun können
Bediener gemeinsam mit dem Roboter Routine-Aufgaben durchführen. Oder um es in
den Worten von Florian Sattler zu sagen: „Unser Umfeld wird nicht einfacher,
aber wir sind gut vorbereitet“.
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FAQ: Kuka SmartPad Pro und die Zusammenarbeit mit Rafi
1. Was ist das Kuka SmartPad Pro? Das Kuka SmartPad Pro ist die neueste Generation des Bediengeräts für Kuka-Roboter. Es soll künftig als Plattform dienen, mit der sich praktisch jeder Kuka-Roboter steuern lässt.
2. Welche Rolle spielt Rafi bei der Entwicklung? Rafi entwickelt gemeinsam mit Kuka seit über 20 Jahren Bedienlösungen für die Robotik. Beim SmartPad Pro brachte Rafi unter anderem seine Erfahrung in Hardwareentwicklung, Mechanik, Ergonomie, Kunststofftechnik und Bediengeräteentwicklung ein.
3. Welche Anforderungen standen bei der Entwicklung im Vordergrund? Im Fokus standen mehr Leistung, Ergonomie, Design, Robustheit, Langlebigkeit, Dichtigkeit, Haptik, Optik und ein möglichst geringes Gewicht. Die Entwickler mussten dabei immer wieder technische Zielkonflikte ausbalancieren, etwa zwischen Leichtbau und Stabilität.
4. Wie wurden Nutzeranforderungen in das Projekt eingebunden? Zu Beginn des Projekts sammelten Kuka und Rafi in einem Workshop mehr als 40 Punkte aus dem Feedback von Bedienern aus Produktions- und Industrieumgebungen. Daraus entstand zusammen mit den Anforderungen der Kuka-Entwickler ein Lastenheft für das neue Bediengerät.
5. Welche Bedeutung hat das SmartPad Pro für die künftige Robotik bei Kuka? Das SmartPad Pro ist Teil des Kuka-Ansatzes „Making Automation Easier“. Ziel sind intuitivere Software, umfassende Services für Inbetriebnahme und Instandhaltung sowie flexiblere, einfacher nutzbare Roboterlösungen – bis hin zur Mensch-Maschine-Kollaboration und autonomen mobilen Robotern.