Engineering-Services für Smart Factories
Digital planen, intelligent produzieren
Engineering-Services werden zum Schlüssel für die Produktionsstätten der Zukunft: Digitale Zwillinge, KI-gestützte Simulation, IT/OT/ET-Integration und vorausschauende Wartung helfen Herstellern, Prozesse zu optimieren, Kosten zu senken und softwaredefinierte Produkte effizient zu fertigen.
Vom digitalen Zwilling bis zur vorausschauenden Wartung: Engineering-Services vernetzen Produktentwicklung, Produktion und Datenanalyse – und machen Fertigungsanlagen fit für die Anforderungen softwaredefinierter Produkte.
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Deutsche
Hersteller wie Siemens, BMW und Bosch bauen intelligente Produktionsstätten, in
denen fortschrittliche Robotik, digitale Zwillinge und Datenanalysetechnologien
einen erheblichen Mehrwert schaffen. Sie steigern die Produktivität, sparen Kosten
ein und verbessern die Produktqualität. Dieser Wandel ist Teil von Industrie
4.0, einem disruptiven Trend, der jahrzehntealte Fertigungspraktiken verändert.
Da Produkte zunehmend softwareorientiert sind, erfordern sie neue
Fertigungsmethoden. Digitale Fertigung und intelligente Produktionsanlagen (Smart
Factories) sind die Antwort.
Softwarebasierte Produktentwicklung ist ein wichtiger
Faktor für den Erfolg Deutschlands im Hinblick darauf, Industrie 4.0
einzuführen. Da Unternehmen ihre Produktionsstätten der Zukunft aufbauen, wird
erwartet, dass der deutsche Markt für Produktentwicklungsdienstleistungen
stetig wachsen wird – von 86 Millionen US-Dollar im Jahr 2024 auf etwa 130
Millionen US-Dollar im Jahr 2030.
Technologien zur Simulation und Validierung nutzen
Die digitale Planung von Produktionsstätten ist eine
wichtige Anwendung für Ingenieurdienstleistungen in der Fertigung. Ingenieure entwickeln
einen virtuellen Zwilling, um eine gesamte Fertigungsstraße zu simulieren und
zu verfeinern, bevor sie physisch installiert wird. Mithilfe einer virtuellen
Kopie der Anlage lassen sich Maschinen digital platzieren und Material- und
Personalbewegungen nachbilden. Dies beseitigt Engpässe, gleichzeitig werden Arbeitsabläufe
getestet, um die Produktivität und die Markteinführungszeit zu maximieren.
In der Schwerindustrie, darunter die Automobil- oder
Luftfahrt-Branche, bedeutet Innovation oft Komplexität, hohe Kosten,
Fehlerquoten und erhebliche Risiken. Mittlerweile werden Industrie
4.0-Technologien für die Produktentwicklung genutzt, um die Leistung kritischer
Komponenten in einer virtuellen Umgebung zu simulieren und zu validieren. Ein
Beispiel sind autonome Fahr- und KI-gestützte Fahrzeugtechnologien: Anstatt
teure Prototypen zu bauen, verwenden Unternehmen KI-gestützte Simulationen, um
diese Technologien unter kontrollierten Bedingungen zu testen. Sie lassen sich
außerdem vor dem Praxis-Einsatz verfeinern, sodass sie den Sicherheits- und
Leistungsstandards entsprechen.
Zu
weiteren wichtigen Dienstleistungen gehören die Implementierung von Tools zur
Designautomatisierung (zum Beispiel wiederverwendbare Vorlagen), um die
Designkonsistenz und Kosteneffizienz zu verbessern. Laufende Wartung und
Support gewährleisten zudem die Sicherheit und Zuverlässigkeit von
Fabrikautomatisierungssystemen.
Mit der Einführung neuer Technologien und dem Wandel im
Produkt-Engineering muss sich auch der Fertigungsprozess weiterentwickeln. Die
Stückliste (Bill of Material, BOM) für softwaredefinierte Produkte
unterscheidet sich grundlegend von der für herkömmliche Produkte. Dies wirkt
sich direkt auf Ressourcenplanung und -Management sowie die Lieferkette aus.
Infolgedessen ist 'Designed for Manufacturing' ein wichtiger Bestandteil des
Produktdesigns.
Entwurf und Integration von Systemen, um Anlagen-Komponenten
zu synchronisieren
Die Automatisierung von Produktionsstätten stützt sich
auf Werkzeuge wie speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS), SCADA-Systeme und
Robotik. Engineering-Services sind für den Entwurf, die Verbindung und die
Verwaltung automatisierter Systeme enorm wichtig. Beispielsweise beschäftigen
deutsche Unternehmen wie das Automatisierungsunternehmen Festo und der
Industrieroboterhersteller Kuka interdisziplinäre Teams aus Robotik-Ingenieuren,
Datenwissenschaftlern und Softwareentwicklern. Sie entwerfen und stellen gemeinsam
integrierte Systeme her, die in Echtzeit auf Ereignisse in der Fertigung
reagieren.
Die
Entwicklung softwaredefinierter Produkte erfordert multifunktionale Expertise,
wobei Teams auf der Grundlage einer einzigen Informationsquelle
zusammenarbeiten. Die Herstellung solcher Produkte erfordert neue Stücklisten
und Prozesse. Entscheidend ist aber die Zusammenarbeit zwischen
Produktentwicklungsteams und Fertigungsteams: Nur so lässt sich eine fehlerfreie
Fertigung erzielen. Mit Engineering-Services werden nicht nur Produkte entworfen,
sondern auch der Fertigungsprozess definiert. Das rasante Tempo des Wandels erfordert
Anpassungen des Layouts und der Arbeitsabläufe, ermöglicht durch die digitale
Fertigung.
Sensordaten
verwenden, um Probleme vorherzusagen und zu vermeiden
Eine
wichtige Aufgabe des Services ist die Prozessoptimierung. Dazu gehört es, maßgeschneiderte
Lösungen zu erstellen und so Arbeitsabläufe zu rationalisieren und manuelle
Prozesse zu eliminieren. Darüber hinaus lässt sich so die Fertigungspräzision erhöhen.
Außerdem ermöglichen sie es Herstellern, mithilfe von Sensoren Daten zu
erfassen, um einen Echtzeit-Einblick in den Fabrikbetrieb zu erhalten. Dies ist
die Basis für eine intelligente und vernetzte Fertigungsumgebung.
Ein
gutes Beispiel ist das KI-gestützte vorausschauende Wartungssystem bei Bosch.
Die Ingenieure und Datenwissenschaftler des Unternehmens entwickelten ein
KI-Modell, das Ausfälle von Anlagen genau vorhersagt, indem es anomale Muster
in Daten (Temperatur, Vibration, Druck und so weiter) erkennt, die von Sensoren an
kritischen Anlagen erfasst werden. In ähnlicher Weise erstellte ein großes
Bergbauunternehmen ein KI-basiertes System, um Wasseransammlungen in Bergwerken
zu verhindern – eine Gefahr, die zu Überschwemmungen und Wassereinbrüchen führt
und die Gesundheit und Sicherheit der Infrastruktur gefährdet. Sensoren
erfassen Wasserstände oder Durchflussraten und speisen die Daten in ein KI- beziehungsweise Machine-Learning-Modell ein. Wenn das System ein potenzielles Problem,
beispielsweise einen Pumpenausfall oder einen starken Grundwasserzufluss
erkennt, alarmiert es das Wartungspersonal, damit dieses entsprechende Maßnahmen
ergreifen kann.
Die Integration von Informations- (IT), Betriebs- (OT)
und Ingenieurtechnologie (ET) gemeinsam mit ERP-, PLM- und MES-Systemen
ermöglicht einen reaktionsschnellen und dynamischen Fertigungsprozess. Das
Ergebnis ist ein Datenkontinuum sowie Informationsmobilität über den gesamten
Lebenszyklus hinweg.
Fazit
Ingenieurdienstleistungen verbessern die
Produktionsabläufe durch Automatisierung, Rationalisierung der Arbeitsabläufe,
Prozessoptimierung und synchronisierte Materialbewegungen. Sie reduzieren darüber
hinaus manuelle Tätigkeiten, Fehler und Verschwendung – und senken so Kosten.
Durch KI-Integration und Echtzeit-Überwachung verbessern sie die
Produktqualität und -konsistenz. Schließlich schaffen Engineering-Services auch
einen Mehrwert, indem sie gefährliche Arbeiten automatisieren und den
Mitarbeitenden mehr Zeit für kreative Tätigkeiten verschaffen. Angesichts dieser Vielzahl
an Vorteilen können sich die Auswirkungen von Services auf deutsche Unternehmen
über die Fabrikmauern hinaus auf die Außenwelt ausweiten – und so die
Wettbewerbsfähigkeit auf dem Markt und die Innovationsführerschaft stärken.
FAQ: Smart Factories
1. Warum gewinnen Engineering-Services für Smart Factories an Bedeutung?
Engineering-Services ermöglichen die digitale Planung, Simulation und Optimierung von Produktionsanlagen. Sie unterstützen Unternehmen dabei, Produktivität und Qualität zu steigern, Kosten zu senken und softwaredefinierte Produkte effizient zu fertigen.
2. Welche Rolle spielen digitale Zwillinge in der Fertigung?
Digitale Zwillinge bilden komplette Fertigungsstraßen virtuell ab. Dadurch können Maschinenanordnungen, Materialflüsse und Arbeitsabläufe bereits vor der realen Inbetriebnahme getestet und optimiert werden. Engpässe lassen sich frühzeitig erkennen und die Markteinführungszeit verkürzen.
3. Wie unterstützen KI und Sensordaten die Instandhaltung von Produktionsanlagen?
KI-gestützte Systeme analysieren Sensordaten wie Temperatur, Vibration oder Druck, um ungewöhnliche Muster frühzeitig zu erkennen. So lassen sich drohende Anlagenausfälle vorhersagen und Wartungsmaßnahmen rechtzeitig einleiten, bevor es zu Produktionsunterbrechungen kommt.
4. Warum ist die Integration von IT, OT und ET für moderne Produktionsstätten wichtig?
Die Verknüpfung von Informations-, Betriebs- und Ingenieurtechnologie mit ERP-, PLM- und MES-Systemen schafft einen durchgängigen Datenfluss über den gesamten Produktlebenszyklus. Dadurch werden Fertigungsprozesse flexibler, transparenter und reaktionsschneller.
5. Welche Vorteile bieten Engineering-Services für produzierende Unternehmen?
Engineering-Services automatisieren Prozesse, reduzieren manuelle Tätigkeiten sowie Fehler und verbessern die Produktqualität durch Echtzeitüberwachung und KI. Gleichzeitig übernehmen sie gefährliche Arbeiten und schaffen Freiräume für wertschöpfende und kreative Aufgaben der Mitarbeitenden.